Stendal Blast
Schmutzige Hände
STENDAL BLAST sind die Herren Hoyda, Devkar und Lottes:
streitbar, umtriebig und zum Aufstand bereit. Die Band existiert
seit 1988 und schaffte im Jahr 1994 ihren Durchbruch bei einer
gemeinsamen Tour mit Calva Y Nada und dem daraufhin
im Jahr 1995 veröffentlichten Album "Was verdorrt". Bis
heute spaltet Stendal Blast die Gothic-Szene in zwei
Lager! Dies wohl hauptsächlich aufgrund der expressiven Lyrik Hoydas,
die in keine Schublade zu passen scheint. Auf auf dem neuen
Album "Schmutzige Hände" ist davon wieder einiges
zu hören. Hart und ohne übliche Klischees beleuchtet die Band
ihre Umwelt und die Gesellschaft. Kompromisslos
werden Themen angesprochen wie etwa die Gefühlswelt
eines Burgers, der traurig aussieht, weil er sich sein Dasein
sicher anders vorgestellt hätte ("My Private Puff").
Songs wie "Der Präsident ist tot", "Die totale Disko"
oder "Pussy(insert coins)" sind sozialkritisch und sehr
nachdenklich und voller brutaler Realität! Es ist
ein großer Spiegel, den Stendal Blast hier dem Hörer
vorhält! Mit dem Mut Worte zu sagen, die auch unangenehm
sind, trifft die Band den Nerv der Zeit. Musikalisch gibt
es wie immer den typischen Stendal Blast Sound aus
Electro, Gothic und Indie-Elementen. Mal eher ruhig
("Fährmann"), dann wieder sehr tanzbar ("Die totale
Disko") findet sich eine große Bandbreite auf der CD,
die als stillen Höhepunkt das Lied "Im Monsun" hat,
dass - Stendal Blast typisch - plötzlich durch ein
Telefonklingeln zerrissen wird - Hoydas Vater
ruft an und lädt zum Gulasch-Essen ein! So
ist das halt bei Stendal Blast und man kann nun
einerseits den Kopf schütteln oder darüber lachen
und sich fragen, was die Band damit zum Ausdruck bringen
will! Sicher ist nur eines, der Hörer wird bei dem
Album "Schmutzige Hände" immer wieder aufs Neue
überrascht. Anspieltips: "Die totale Disko", "My
Private Puff", "Pussy (please insert coins)".
Fazit: Ein gutes Album! |