REZENSIONEN
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Superikone Zuckervater



Wertung: (7/7) Monden

(Believe Digital / Nova)


Superikone sind zurück und beleben mit dem Album "Zuckervater" das Electro Genre auf intelligente Art und Weise frisch und unverbraucht! Erfreulicherweise folgen sie dabei nicht den aktuellen Trends, sondern mischen einen munteren 90`er Jahre Electro/Synthpop Sound mit klarem unverzerrtem Gesang. Die Texte wie immer nachdenklich, kritisch und teils bitterböse reflektieren dabei die Welt, in der wir leben. "Paläste aus Katzengold" ist ein typischer Song des Albums. In einer dystopischen Welt, in der die Liebe gestorben ist, finden sich nur noch Paläste aus Katzengold. Es wird nach dem Verbleib der Zeit gefragt, in der wir mutig waren. Soundtechnisch ist Zuckervater ein brillantes Album geworden, dass alles bietet, was man von einem modernen Synthi Album erwartet. Druckvolle Bässe, klare teils verspielte Melodien und eine gehörige Portion Tanzbarkeit. Und mit dem Instrumentalstück "Himmelreich" befindet sich ein Song auf dem Album, der sich durchaus mit Klassikern wie "Pulsstar" von Hypnosis messen kann. Anspieltips: "Zuckervater (Futurepopmix)", "1-2-3 Fear", "Himmelreich". Fazit: Musik, die es wert ist in den Clubs gehört zu werden!



Minimal Kommando Electric Dreams



Wertung: (7/7) Monden

(Youtunez)


Electric Dreams heisst das neueste Album von Minimal Kommando - einem Musikprojekt aus Köln, das mit seinem retroorientierten Sound bereits für Aufmerksam gesorgt hat. Minimal Kommando lehnen strikt die Benutzung moderner Syntheziser ab und haben das neue Album wie auch ihre bisherigen Alben nur mit Keyboards aus den frühen 80`er Jahren aufgenommen. Bei ihrem bereits sechsten Album "Electric Dreams" ist es wieder der typische Sound aus experimenteller Elektronik und Avantgardimus, der überrascht. Mehr und mehr geben Minimal Kommando nun dem Gesang den Vorzug statt dem Einsatz ihrer reduzierten Sprachsamples. Lieder wie "Are You Silicon?" oder "I Like The Girls" sind dafür die besten Beispiele. Mit ihrem Eröffnungssong "Are You Silicon?" stellen Minimal Kommando die wesentliche Frage: "Sind wir oder werden wir alle zu Silikon?" Ein einfaches Sinnbild für die Veränderung unserer Gesellschaft und Umwelt, dem Hang des Menschen hin zur modernen Technik. Minimal Kommando lassen erneut den schrägen Sound der 80`er neu aufleben und müssen sich dabei nicht vor den alten "Meistern" des Genres verstecken. Anspieltips: "Are You Silicon?", "Live Your Life", "Do Not Consume", "This And That And Then". Fazit: Genial!


Darth Frogger Fun Gothic



Wertung: (6/7) Monden

(Musikladen)


Darth Frogger versuchen uns auf ihrem ersten Album "Fun Gothic" zu erklären, was dasselbige zu bedeuten hat. Ein neuer Musikstil? Provokant und gewagt kombiniert Darth Frogger minimalistische und elektronische Klänge mit deutschen einfachen Texten, die ein ums andere Mal an die Zeiten der Neuen Deutschen Welle erinnern. Definitiv ist der Humor in der schwarzen Musikszene in den letzten Jahren zu kurz gekommen. Nur wenige Projekte haben es gewagt sich damit zu beschäftigen. Umso spannender ist nun für mich "Darth Frogger" zu hören. Ein Lied wie "Auf dem Tisch steht ein ... " ja was wohl ein Atari! ist typisch für dieses konsequenz neben dem "guten" Geschmack liegenden Werkes. Kommt einem alles ein bisschen ähnlich vor wie Fraktus, hat aber durchaus eigenständige Elemente. Ich war von Darth Frogger sehr gut unterhalten! Freunde des satirischen abstraken Humors werden hier voll auf ihre Kosten kommen und ich weiss jetzt auch was Fun Gothic ist! Anspieltips: Ich zeig es Euch, Auf dem Tisch steht, Eine Mumie. Fazit: Frisch und unverbraucht!


Mother Empire The System



Wertung: (7/7) Monden

(Target)


Mother Empire sind eine dänische Band, die mit ihrem frischen melodischen Rock derzeit für Aufsehen sorgen. Beeinflusst von den 80`er Jahren und dem New Romantik erschaffen Mother Empire moderne zeitlose Hymnen. Dabei ist es immer wieder der melancholische Anklang in ihren Songs, der zum Nachdenken anregt. Songs wie "A Little Mistake", "Say Nothing At All" oder der Titelsong "The System" leben von einer tristen gar trostlosen Atmosphäre voller dystopischer Fantasien und Szenarien in denen sich Sänger Morten Jaeger wiederfindet. Dabei zeigt sich Jaeger stets unterkühlt und mit dem Hauch des einsamen Narrators auf Identitätsuche. Eine Identitätssuche, die letztlich nicht zum Ziel führt. Es gibt keine Absolution, es gibt keine Lösung für alles sondern der Weg ist das Ziel, den jeder selbst für sich gestalten muss. Musikalisch wie soundtechnisch präsentiert sich die Band auf einem hohen professionellen Niveau. Dabei sind es vor allem Steffen Larsen (Gitarre), Rasmus Lyngbye (Bass) und Sven Busck (Drums), die den Sound der Band bestimmen und es schaffen ein Gefühl von Melancholie zu erzeugen, die man sonst nur bei Bands wie Joy Division, The National, Interpol oder den Editors wiederfindet. Die Band fügt sich nahtlos in der Reihe dieser internationalen Acts der Rockmusik ein. Anspieltips: "The System", "A Perfect Crime", "Worthless". Fazit: Sehr schöner und wirklich gelungener Dark Rock mit einer Prise Post Punk! Wow!


Cain Johnson Reset



Wertung: (5/7) Monden

(NovaMD / RGK)


Cain Johnson wurde 1974 in Berlin als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren und gelangte früh zur elektronischen Musik. MIt der Electro-Band Nomenclatura feierte er in den 90`er Jahren erste Erfolge. Nach einer längeren kreativen Pause ist Cain Johnson nun als Solist aktiv und arbeitet mit dem Produzenten Chris Mayer zusammen, der bereits für INXS und andere Bands tätig war. Gleich der erste Song des neuen Albums von Cain Johnson heißt "End Of Days" und ist die perfekte Einleitung für die weiteren Lieder von "Reset". Johnson mischt hier Blues und Jazz Elemente mit gängigen seichten Rock-Rhytmen. Seine ruhigen und nachdenklichen Stücke handeln von Selbstreflektion und dem innerem Streben nach Erkenntnis. Egal ob in "End Of Days", "Machines" oder "Forever" - es ist immer eine Art von süßlich schmerzhaftem Unterton in seinen Liedern, ein Bedauern verlorener Chancen und Menschen, das nachdenklich stimmt. "I am who I am. I am an indivdual and no machine!" (aus dem Song "Corrupt"). Ganz im Sinne des Albumtitels führt Cain Johnson einen "Reset" durch und ihm gelingt es gesanglich wie auch musikalisch zu überzeugen. Ein Album, das perfekt in den Herbst passt, wenn die Blätter fallen und die ersten Herbstwinde wehen. Anspieltips: "Corrupt", "Forever", "End Of Days". Fazit: Melancholie pur!


It`s A Synth Curiosity



Wertung: (4/7) Monden

(Target)


It´s A Synth sind ein dänisches Synthpop-Duo, das mit ihrem Debüt "Curiosity" im eigenen Land bereits viel Aufmerksamkeit erhalten hat und nun auch international den Durchbruch wagt. Das Duo besteht aus Andreas Fog-Petersen und Casper Clemmensen, die sich bereits in den 90´er Jahren an der dänischen Schule für Pharmazie kennenlernten. Mit "Curiosity" schaffen die beiden ein verträumt synthetisches Popalbum, dass gefällt. Wie würde es klingen, wenn Air mit Human League und den Pet Shop Boys zusammen Musik machen würden? So oder so ähnlich kann man den Electropopsound des Duos beschreiben. Den Hörer erwartet ein dunkler nordischer Electrosound voller intensiver Beats und schöner Melodien. Mit "Bring It On" und "Endless Endevour" sind gleich zwei potentiell radiotaugliche Hits auf dem Album zu finden. Auch wenn It`s A Synth stets in der Bandbreite ihrer technischen Möglichkeiten bleiben und ein ums andere Mal sich Sounds wiederholen, ist doch der Gesamteindruck von "Curiosity" mehr als überzeugend. Fazit: Reinhören!


Das Erwachen A oder B



Wertung: (5/7) Monden



"Wenn Du merkst, dass die Welt, von der dir immer erzählt wurde, das Leben, an das du geglaubt hast, nur eine Illusion war und du reif genug bist, deine eigene Vergangenheit und Identität zu hinterfragen, dann bist du erwacht in der Desillusion - wenn du es erträgst." (Prolog aus dem Promo-Kit von "Das Erwachen") "Das Erwachen" ist ein neues deutschsprachiges Musikprojekt, welches von "Pat des Illusion" - so der Name des Künstlers - im Jahr 2011 gegründet wurde. Der Sound von "Das Erwachen" ist relativ komplex und mehrschichtig. Einflüsse von Darkwave, Metal, Gothic-Rock und Neuer Deutscher Todeskunst lassen sich im Ansatz erkennen, aber was der Künstler daraus mit seinem Projekt in selbst gewählter Isolation erschafft ist beeindruckend. Ganz bewusst ohne Unterstützung von Produzent, Studio oder anderen Musikern erschafft "Pat des Illusion" mit seiner Debüt-EP "A oder B" ein Werk, das zum Nachdenken anregt und stets einen klaustrophobischen Nachgeschmack hat. Schmerzhaft wird der Hörer mit Liedern wie "Losgelöst" oder "Monster" bewusst an die Bedeutsamkeit der eigenen Existenz und der damit verbundenen Probleme erinnert. Zweifelsohne hebt sich "Das Erwachen" von dem Gross anderer Düsterkappellen der heutigen Zeit ab, denn hier scheint ein anderer Anspruch im Vordergrund zu stehen. Eine willkommene Abwechslung! Anspieltips: "A oder B (Single Version)", "Losgelöst". Fazit: Hoffnungsvoller Newcomer!


Konglomerat Abgestorbener Bäume Tote Seelen



Wertung: (7/7) Monden

(Youtunez / Manufaktur)


"Konglomerat Abgestorbener Bäume" kommen aus Köln und zählen zu den hoffnungsvollen neuen Bands im Industrialbereich, die auch Mut zur Experimentierfreudigkeit beweisen. Mit ihrer Mischung aus Industrial, Noise und Cybergothic präsentieren die Kölner Elektroniker einen pulsierenden Sound, der definitiv für die Clubs und Tanzflächen geeignet ist. Lieder wie "Ellipse" oder "Systemmanipulator" sind geprägt von sich wiederholenden Soundsequenzen, die ein ums andere Mal mit harschen Beats oder atmosphärischen 1-Bit Klängen angereichert werden. Dabei sind Konglomerat Abgestorbener Bäume konsequent in dem was sie tun und liefern den perfekte Soundtrack für den Weltuntergang! Bei Liedern wie "Keine Gnade" oder "Schlafwandler" experimentiert die Band dann so richtig und dreht mit Freude an den Reglern, das es jedem Electrofan die Tränen vor Freude in die Augen treibt. Bei diesem Sound muss man einfach die Anlage aufdrehen! Anspieltips: "Ellipse", "Keine Gnade", "Seelenaas". Fazit: Wow!


Gary Numan Terrestial Channels



Wertung: (7/7) Monden

(Spite)


Nach seinem Comeback 2013 mit dem herausragenden Album "Splinter" und der ebenso erfolgreichen Tour, war nicht zu erwarten, dass Gary Numan bereits kurze Zeit später etwas Neues veröffentlichen würde. Doch der Meister der synthetisierenden Popmusik ist immer für eine Überraschung gut. Mit "Terrestial Channels" entfernt sich Gary Numan deutlich von dem modernen elektronischen Sound des Vorgängeralbums und greift Stilelemente, Rhytmen und Soundstrukturen seiner früheren Werke auf, erschafft aus diesen Etwas Neues und kreiiert ein deutlich retro orientiertes Album, dass zu unterhalten weiss. Der atmosphärisch starke Song "Human Sacrifice" erinnert an die späte 80`er Jahre Ära des Elektronik-Pioniers, ein melodisch dichtes Kleinod. "I Only Find Rewind" drückt hingegen noch besser die Rückentwicklung aus, die Numan bezweckt. Rückwärts gerichtet und dennoch mit dem Blick nach vorne scheint es, also ob "Terrestial Channels" ein Album ist, dass Numan so auch in den 80`er Jahren hätte schreiben können, umso mehr Freude macht er damit den Anhängern und Fans seiner frühen Jahre mit dieser Veröffentlichung. Tracklist: Oh!2025, Human Sacrifice, I Only Find Rewind, No One Lives Forever, Love Needs No Disguise, Turn, Take Me Home, On Reflection, Ex Luna Scientia. Fazit: Großartig!


The Dark Unspoken Beyond Your Control



Wertung: (7/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Die Dark Electro Band The Dark Unspoken hat in den letzten Jahren bereits mit ihren Veröffentlichungen für einiges Aufsehen gesorgt. Nun folgt mit dem neuen Album "Beyond Your Control" ein weiteres Kapitel der Bandgeschichte. Gleich der erste Song des Album überzeugt durch seine verträumt rhytmischen Strukturen. "Life Cycle" ist das perfekte Intro für das zweite Lied "Back Back Back", bei dem deutlich die 80`er Jahre zu hören sind und der wohl zum heimlichen Clubhit des Album avancieren kann. Düstere elektronische Frequenzen bieten einen doomigen Soundteppich für den verklärt echolastigen und effektüberladenene Gesang, den dieses Lied einfach haben muss. Erinnerungen an Visage oder Fad Gadget werden wach, doch lassen sich The Dark Unspoken nicht darauf beschränken und zeigen mit dem ebm-lastigen "Breaktrough" und dem synthi-pop orientierten "Enough Is Enough" dann die gesamt Bandbreite ihrer Schaffenskunst. Dabei wirkt "Beyond your Control" ein ums andere Mal wie ein Konzeptalbum. Tiefer gehende Fragen nach dem Sinn der Existenz, die zumindest am Anfang ausserhalb der eigenen Kontrolle liegt ("Beyond Your Control") werden geschickt in synthezierte Beats verpackt. Das Album ein wunderbar dunkles elektronisches kleines Meisterwerk und für The Dark Unspoken eine ausgewöhnliche Weiterentwicklung. Anspieltips: Back Back Back, Beyond Your Control. Fazit: Bestnoten!


October People October People



Wertung: (5/7) Monden

(afmusic / AltOne)


October People sind kommen aus Spanien und haben mit ihrem ersten selbstbetitelten Album bereits für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Ganz wie bereits im Bandnamen zu erkennen sind es die dunklen melancholischen Zwischentöne, die bei October People dominieren. Ein Hauch von Herbst und Finsternis liegt über Songs wie "Wishes", "The Garden" oder dem depressiv nachdenklichen "When The Sun Goes Down". Dabei sind die Einflüsse der Indie / Post-Punk Band unverkennbar und liegen mit Bands wie Joy Division, New Order, Depeche Mode oder The Chameleons deutlich in den 80`er Jahren. October People ist ein Album das eine gewisse Nachhaltigkeit besitzt, die Songs haben Wiedererkennungswert und bleiben in der Erinnerung als ein süßlich verträumtes Herbsterlebnis im tiefen dunklen Wald, der nur ab und an von Lichtstrahlen erhellt wird. Neben dem normalen CD Album gibt es October People auch als Vinyl-Schallplatte, damit will die Band den besonderen Charme ihrer Musik betonen und es kommen schon die ein oder anderen nostalgischen Gefühle auf, erklingt dieses Album aus dem Plattenspieler. Anspieltips: "Wishes", "The Garden", The Wait". Fazit: Nostalgie pur!


The Mahones The Hunger & The Fight



Wertung: (5/7) Monden

(Wolverine Records)


The Mahones sind eine der bekanntesten Folk Punk Bands aus Nordamerika und wurden bereits vor 24 Jahren von Sänger Finny McConnell gegründet. Ihr vorletztes Album "The Black Irish" erhielt in den USA den renommierten Titel "Best Punk Rock Album" von den Indepedent Music Awards. Mehrere Songs von ihnen wurden für Filmsoundtracks verwendet. Ihr letztes Album "Angels & Devils" wurden in allen wichtigen Folk Magazinen als das bestes Folk Punk Album des Jahres bezeichnet. Zu recht wie wir finden. Mit "The Hunger & The Fight" knüpft die Band nun nahtlos an ihre Erfolge an und liefert ein energiegeladenes Konzeptalbum, das aus zwei Teilen besteht, Teil 1 erscheint an Halloween 2014, Teil 2 folgt im Februar 2015. The Mahones zelebrieren hier Folk Punk in seiner reinen und ursprünglichen Form. Songs wie "Paddy On The Railway", "Pint Of Plain" oder "Someone Saved Me" sind zweifelsohne moderne und intelligente Folk Hymnen. Bei dem Song "Stars" stand Oscar Wilde Pate. Literarisch anspruchsvoll, voller Witz, Ironie und dennoch mit dem gewissen Spassfaktor, den diese Art von Musik einfacvh haben muss, bieten The Mahones gute Unterhaltung. Ein Album, das ich Fans dieses Art von Musik wärmestens empfehlen kann. Anspieltips: "The Hunger & The Fight", "Stars (Oscar Wilde)", "Prisoner 1082". Fazit: Folk der mehr als nur Folk ist.


Depressive Disorder Sep7em



Wertung: (6/7) Monden

(Monopolrecords)


Eine der grossen Überraschungen der letzten Wochen war für mich das Album "Sep7em" von Depressive Disorder. Fünf Jahre nach der erfolgreichen Veröffentlichung des Albums "The Chronicle Of Fear" erscheint mit "Sep7em" ein visionäres Industrial Electro Album, das ganz eindeutig zu den höherwertigen Veröffentlichungen des Genre der letzten Jahre zählt. Sieben tödliche Sünden bilden die Grundidee, die sich jeweils in den einzelnen lateinisch betitelten Songs widerspiegeln. Invidia, Avaritia, Luxuria, Gula, Ira, Acedia, Superbia, was übersetzt bedeutet: Neid, Geiz, Wollust, Völlerei, Zorn, Trägheit und Stolz. Depressive Disorder gelingt es mit ihren atmosphärisch dichten Sounds und tanzbaren industriellen Rhytmen diesem Konzeptalbum das gehörige Maß an Leben einzuhauchen. Dunkel und finster ist allemal, was hier zu hören ist und der ein oder andere Fan von industriellen Klängen wird seine wahre Freude daran finden. Die erweiterte Fassung des Albums "Sep7em+"enthält vier weitere Bonustracks u.a. die Songs "Sep7em", "Luxuria (Deepthroat Remix by Cyberdelic Soultion) und den Gula (Appetit Remix by Stork). Anspieltips: Invidia, Avaritia, Luxuria. Fazit: Newcomer des Monats.


Parzival Casta



Wertung: (6/7) Monden

(Target / Mighty Music)


Parzival kommen aus Kopenhagen und sind bereits seit einigen Jahren im Bereich Neofolk/Neoklasik aktiv. Dahinter verbergen sich die Musiker Dimitrij Bablevskij (Gesang, Programmierung), Oleg Naumov (Schalgzeug, Rhytmus), Michael Hedelain (Schlagzeug, Rhytmus), Tim Ellegaard (Bass) and Jens Hansen (Keyboards). Ihr neues Album "Casta" knüpft nahtlos an ihre bisherigen Veröffentlichungen an und bietet einen atmosphärisch epischen Sound, der Neoklassik, Gothic und Darkwave miteinander vereint. Theatralisch und kompromisslos martialisch klingen die neuen Hymnen der Band. Ein ums andere Mal hat man das Gefühl sich bei einer Live-Übertragung der Bayreuther Festspiele zu befinden. Auf dem neuen Album haben Parzival mit mehreren indischen Musikern zusammengearbeitet, die den Songs des Albums einen gewissen nahöstlichen Hauch verliehen haben. Sprachlich übergreifend inszenieren sich Parzival gleich vierfach und verwenden Latein, Deutsch, Russisch und sogar Sanskrit in ihren Songs. Anspieltips: Andra Purana, Uttara Purana, Kalachakra. Fazit: Ein episches Meisterwerk!


The Eternal Afflict Birth Life Death



Wertung: (7/7) Monden

(Prussia)


The Eternal Afflict - wer kennt nicht den genialen Song "San Diego" der Kultelectro-Formation aus den 90`er Jahren. Dieses Lied hat mich seinerzeit fasziniert, auch ich habe darauf getanzt, wie so viele andere auch und noch heute höre ich gerne wehmühtig diesen Klassiker und denke an früher. Doch The Eternal Afflict gibt es immer noch! Mittlerweile feiert die Band ihr 25-jähriges Bestehen. Anfang des Jahres erschien bereits die EP "Perish!" als gelungener Vorgeschmack zum neuen Album "Birth Life Death". Schon "Perish!" sorgte für ein Aufhorchen in der Electro/Gothic/Darkwave Szene. War dieser Song doch genau das, was der durch FuturePop/ Aggrotech/Noise und sonstigen Genre musikalisch aufgeweichten Szene seit langem fehlte. Nachdenkliche gefühlvolle emotionale Lieder, die Spass zum Tanzen machen und gleichzeitig etwas Inneres in einem ansprechen. The Eternal Affflict sind immer noch düster und transponieren mit ihrem depressiven elektronischen Endzeitsound das Lebensgefühl der 90`er Jahre in die Jetztzeit. "There`s no hope at all!" eine Kernaussage des Liedes Perish! könnte es nicht treffender beschreiben. Winus Rilinger, Per Anders Kurenbach und Andre Kampmann (aka CYAN) zeigen, daß Altern nicht Tristesse und Stillstand bedeutet. In Liedern wie "Through Barricades", " These Demons" oder "Human Remains" beleuchtet die Band die Irrungen und Wirrungen des menschlichen Lebens und setzt sich mit ihren eigenen inneren Dämonen auseinander. "Birth Life Death" klingt nicht nur nach einem moderen Electroalbum, es ist ein modernes Electroalbum! Es gibt gleich mehrere Gründe, warum sich diese Veröffentlichung wohltuend von vielen anderen schnellen Produktionen der Szene abhebt. Doch der wichtigste ist sicher, dass der unverwechselbare Sound des Trios, die ausgefeilten Arrangements und die Vielfalt der eingesetzten Samples. Man merkt "Birth Life Death" einfach an, wie sehr die Band in dieses Album Zeit investiert hat und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Anspieltips: " These Demons", "Human Remains", "Perish!" und "D.N.S.". Fazit: Prädikat besonders wertvoll!


Wumpscut Bulwark Bazooka



Wertung: (7/7) Monden

(Betonkopf Media)


Die Jahre vergehen, viele musikalische Veränderungen gab es in der von Bands mittlerweile hartumkämpften Electro / Industialszene. Doch eines bleibt immer gleich: Wumpscut! Rudy Ratzinger hat es mit Wumpscut geschafft mehr als ein Vierteljahrhundert lang düstere elektronische Musik zu veröffentlichen, die einen bleibenden Wert hat! Substanz und Inhalt standen hier schon immer im Vordergrund mit Songtexten, die tief die menschliche Psyche und ihre Verhaltensweisen durchleuchteten. Ein ums andere Mal regten die Songtexte zum Nachdenken an und oder auch zum Aufregen. Das neue Album Bulwark Bazooka ist wieder ein solches geworden. Wummernde verzerrte Beats und stakkatoartige Electronic treffen auf sanftmütige synthetiziernde Klangteppiche. Wumpscut erfinden sich auf Bulwark Bazooka nicht neu, aber bieten immer noch den feinen düsteren und dreckigen Sound, den man an ihnen so gern hat. Songs wie "Rubber Corpse" oder "Atrocity Dancer" sind unmissverständliche Anspielungen an die schwarze Szene, der Wumpcut in gekonnt ironischer Manier den Spiegel vorhält. Das Cover des neuen Albums ist ebenso dementsprechend geraten und knüpft optisch an "Women And Satan First" an. Bulwark Bazooka ist nicht nur für Wumspcut ein wichtiges Album, sondern für die gesamte Electro/industrialszene eine Art Wegbestimmung, vielleicht ein sogar ein hoffnungsvoller Neuanfang, denn dieser Electrosound ist mehr als gelungen. Anspieltips: "Rubber Corpse", "Cross Of Iron", "Atrocity Dancer". Fazit: Wow!


Vainerz Love Run



Wertung: (6/7) Monden

(RGK)


Vainerz widmen sich in ihren Songs mit ganzem Herzen der elektronischen Musik. Das Synthie-Pop Duo veröffentlicht dieser Tage ihre neue EP "Love Run". Seit dem Erfolgsalbum "Silence" ist einige Zeit vergangen, die Vainerz gut genutzt haben an neuen Songs und Remixen zu arbeiten. Einige dieser Mixe finden sich nun auf der neuen EP. Der Titelsong ist neben der Originalversion gleich in vier verschiedenen Versionen enthalten. Jede Version klingt eigenständig und komplett anders als der Originalsong, wobei mir persönlich der Love Run (Fear Mix) am besten gefällt - extrem clubtauglich und sehr gut tanzbar. Hier wummern die sonore Beats richtig gut. Aber auch die anderen Versionen (Club Mix, Quick Run Mix, Berlin Rush) sind akzeptabel und interessante Soundexperimente. Würde man Vainerz mit der Marke "Synthie-Pop" wäre dies sicher akzeptabel, jedoch beschleicht mich das Gefühl, das diese Band mehr will und kann. Der Song "Girls" bietet da einen guten Eindruck. Dieses Lied hat enorme Power und kann im Radio wie auch im Club sehr gut funktionieren. Im mittlerweile dünn besiedelten Synthie-Pop Genre ist Vainerz ein echtes Highlight, vorallem aufgrund ihrer eingängigen und gefühlvollen Seiten. Mit noch etwas elektronischer Power ist der Weg zum Olymp nicht mehr fern. Mal sehen was das nächste Album dieser hoffnungsvollen Formation bringt. Anspieltips: Love Run (Fear Mix), Girls.


Principe Valiente Choirs Of Blessed Youth



Wertung: (5/7) Monden

(afmusic / Altone)


Die Post Punk / Shoegaze Band Principe Valiente und ihr düsterer Frontmann Fernando Honorato veröffentlichen mit "Choirs Of Blessed Youth" diesen Monat ihr zweites Album. Es sind die melodischen und gefühlvollen Klängen, die auch auf diesem Album der Band wieder im Vordergrund stehen. Dabei wirkt der rockige Sound von "Choirs Of Blessed Youth" kompakter und druckvoller, nicht zuletzt auch der Verdienst der schwedischen Starproduzenten Niklas Björklund und Ed Buller. Durch ihre Aufnahme und Mixing entstand ein gitarrenlastigen Klangteppich, der an die frühen Aufnahmen von My Bloody Valentine erinnert. Ganze elf Songs umfasst diese melancholische und manchmal etwas schwermütige Album, darunter auch die beiden Singleauskopplungen "Take Me With You" und "She Never Returned". Mir ist es lange nicht mehr passiert, dass ich ein Album gleich ein zweites Mal anhören wollte, aber "Choirs Of Blessed Youth" hat dies geschafft. Eine bessere Empfehlung kann es kaum geben. Anspieltips: "She Never Returned", "Take Me With You". Fazit: Hörenswert!


Supreme Soul No One`s All



Wertung: (5/7) Monden

(afmusic / Altone)


Die Indierock / Wave Band Supreme Soul kommen aus Portugal und sind in ihrer Heimat bereits seit langem ein Geheimtip. Ihr Debütalbum aus dem Jahr 2012 ist nun auch erstmals in Deutschland erhältlich. Supreme Soul stellen Fragen nach der Rolle des eigenen Ichs und der Unvollkommenheit der menschlichen Existenz wie etwa in dem Lied "Unbroken Tales From Outside Fakers". "I only search for someone who can help me rise from the other side" heißt es dort und dies spricht in jedem von uns etwas an. Wir sind alle auf der Suche und diese endet vielleicht nie! Supreme Soul schaffen es gekonnt mit ihren anspruchsvollen Texten und gefühlvollen Melodien zu überzeugen und ein stimmiges Indierock / Wavealbum zu produzieren, dessen charakteristische Einflüsse des Post Punk und New Wave der 80`er Jahre nicht verleugnen kann. Ähnlich wie etwa Interpol klingt der Sound nach einer modernen Mischung aus eben diesen Stilelementen. Man gespannt sein, was wir von Supreme Spul in den nächsten Jahren noch hören werden. Anspieltips: My Last Kiss, Unbroken Tales From Outside Fakers, Love And Shadows. Fazit: Klasse Newcomer!


Neo Sindustrial



Wertung: (6/7) Monden

(Körperschall)


Das Electro Industrial Projekt Neo präsentiert mit Sindustrial ein brandneues Album, das die Tanzfläche zum Beben bringen wird. 13 Tracks finden sich auf diesem Album, 13 mal feinster Hellelectro / Industrial bei dem es nur so aus den Boxen rummst! Nach mehreren Monaten herumexperimentieren mit Frequenzen kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen. Mit neuesten Sounds arbeiten Neo und lassen die Gains ihrer Instrumente auf Anschlag so dass hier wirklich ein Sound entsteht der Wände einreißen kann! Lieder wie Hell-O, War Of Fidelity oder E-Fight zeichnen sich durch ihre harte kalte Atmosphäre aus. Ein ums andere Mal entfacht die Band mit ihren ultratiefen knackigen Basedrums ein apokalyptisches Soundgebilde das seinesgleichen sucht. Anspieltips: Purity, Hell-O, War Of Fideliy. Fazit: So muss Industrial klingen!


Industriegebiet Wer schön sein will muss sterben



Wertung: (6/7) Monden

(Körperschall)


Industriegebiet sind gewohnt provokant und nehmen auch auf ihrem neuen Album "Wer schön sein will muss sterben" kein Blatt vorm Mund. Nach ihrem Debütalbum "Hodenkapsel", das in der Clubszene für viel Aufsehen sorgte folgt nun das neue Album, welches sich wieder durch harte Industrialbeats, groovige Basslines und effektvolle Sounds auszeichnet. Dabei ist die Band stets am Puls der Zeit und zeigt mit Liedern wie "Gott hat Urlaub", "Kriegskind" oder "Hör Dir nicht diesen Song an" zum Teil bitterböse Ironie. Die Samples sind eine Zusammensetzung aus dem typischen Industriegebiethumor und brandaktuellen Geschehnissen in der Welt auf die Industriegebiet aufmerksam machen möchte. Letztlich zeigt uns Industriegebiet, das unsere Welt in der wir leben mittlerweile mehr ein Industriegebiet ist als normaler Lebensraum. Industrial also mit einer gehörigen Portion Sozialkritik! Den Höhepunkt hat dieses Album in einer gelungene Coverversion des Kraftwerk Klassikers "Die Roboter". Mechanisch und hart klingt diese Version unglaublich zeitgemäß. Anspruchsvoll und tanzbar zugleich! Die Platte wird den Weg in die Clubs mit Leichtigkeit finden! Anspieltips: "Erniedrigung", "Herzblut", "Die Roboter". Fazit: Let`s dance!


Descendants Of Cain Songs From A Vanishing World



Wertung: (6/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Drei Jahre sind seit dem letzten Album von Descendants Of Cain bereits vergangen. Nun veröffentlicht die Londoner Band ihr bereits sechstes Studioalbum unter dem Titel "Songs From A Vanishing World". DOC waren schon immer bekannt für die wunderbaren Melodien in ihren Songs und auch auch auf dem neuen Album gibt es musikalisch anspruchsvolle Lieder wie etwa "Lullaby For The Masses" oder "Rush", die ein ums andere Mal zeigen, dass Gothic Rock immer noch ein starkes Ausdrucksmittel sein kann. Mit dem Album erschuf Mastermind DM Kruger ein Konzept basiernd auf Geschichten über die Menschheit Jahrzehnte nach einer globalen Katastrophe. Dementsprechend düster ist "Songs From A Vanishing Point" und vielleicht ist es sogar das düsterste Album, das diese Band je veröffentlicht hat. Bei einigen Songs wirken Künstler wie Wayne Hussey, Ashley Davour und Tommy Dark mit. Vor allem der Song "This House" bei dem Wayne Hussey (The Mission) seine gesanglichen Qualitäten voll und ganz zeigt ist eine wirklich gelungener Song auf dem Album! DOC zeigen mit "Songs From A Vanishing Point" das sie noch lange nicht altersmüde sind! Fazit: Let`s rock dark!


Alien Hand Syndrome The Sincere And The Cryptic



Wertung: (5/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Alien Hand Syndrome aus Wien bewegt sich im Graubereich zwischen Industrial, Gothic und Alternativ-Rock. Dabei sind die Grenzen auf dem neuen Album "The Sincere And The Cryptic" fliessend und macht dieses Album sehr abwechslungsreich. Zu hören gibt es kraftvolle melancholische Lieder, mal eher ruhig, dann wieder wild und laut. Der Sound von Alien Hand Syndrome lebt von dem Unerwarteten. Lieder wie "Raison, Raison" oder "Claret" leben von ihrer Suche nach Emotionalität. Wer melacholisch dunkle ansprechende Musik mag, die auch hin und wieder zum Nachdenken anregt und nicht davor zurückscheut auch schräge und verstörende Töne miteinzubeziehen, dem wird Alien Hand Syndrome mit Sicherheit gefallen. Künstlerisch scheint dieses Band-Projekt noch am Anfang ihrer Karriere zu stehen und man darf gespannt sein, was sich daraus noch entwickeln wird. Fazit: Interessante Newcomer!


Liquid Grey Grey Matter



Wertung: (6/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Im Bereich von Alternative Goth Punk gab es in letzter Zeit viele neue Bands. Dazu zählen auch Liquid Grey. Nachdem der Norweger Mr.Grey einige Jahre in verschiedenen Bandprojekten aktiv war, u.a. Flowers Of Romance und Brilliant Mistakes (produziert von Wayne Hussey) erscheint von dem Musiker nun mit der Projekt Liquid Grey selbst das erste Soloalbum. Ganz klar steht bei "Grey Matter" der Rock in seinen vielfältigen Ausprägungen im Vordergrund. Liquid Grey erschaffen einen Sound, der Gothic, Alternative und Post Punk miteinander verbindet und ein gutes Stück retroorientiert wirkt - jedoch keinesfalls auf unangenehme Weise! Vielmehr sind es die höchst eingängigen Hooklines und treibenden Rhytmen, die in Lieder wie "I never smile" oder "Red" im Vordergrund stehen. Ein Kontrast dazu bildet das langsame düstere "Low", welches durch seinen schleppenden Rhytmus und der dazu passenden Flanger Gitarre Erinnerungen an die frühen "The Cure" wachwerden läßt. Alles in allem ein interessantes Debütalbum, das gut rockt! Fazit: Reinhören!


Northern Sadness Riddles Of Lunacy



Wertung: (5/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Dark Electro is back! Dieser Satz könnte wohl kaum treffender sein für das neue Album von Northern Sadness. Die Band gründete sich 2010 als Duo und besteht aus dem belgischen Sänger Koen de Brabander (ex-Dead Poets) und Bassplayer Philippe Lefied. Zusammen schaffen sie auf ihrem ersten Album "Riddles Of Lunacy" atmosphärisch düstere Electro Songs, die wavig und hypnotisch zugleich sind. Lieder wie "Poets und Angels" oder das beeindrucke "I Remember You pretty" leben von einer inneren Tiefe, die den Hörer unbewußt anspricht und emotional berührt. Selten war Electro so gefühlvoll wie auf diesem Album. Als besondere Überraschung entpuppt sich Track Nummer 13, denn "I can`t live in a living room" ist eine geniale Neuinterpretation des Red Zebra Klassikers aus den 80`er Jahren. Fast schon vergessen klingt dieser Song in der neuen Version von Northern Sadness sehr dynamisch und clubtrendy! Ein impulsiver Uptempo Electronic Dance Track! Fazit: Unser Geheimtip!


Herzparasit Fromme Lämmer



Wertung: (6/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Der Sound von Herzparasit bewegt sich zwischen Metal, Rock, Gothic und Industrial. Deutschsprachige inhaltschwere Lieder wie "Alphatier", "Angst fängt dich" oder "Dein Herz verliert" wecken Erinnerungen an Bands aus dem Bereich "Neue Deutsche Härte", doch scheinen Herzparasit keine Epigonen dieser Musikrichtung zu sein sondern widmen sich vielmehr einer Neuinterpretation dieses Genres. Sowohl thematisch wie auch optisch sind Herzparasit anders und bezeichnen ihre Musik denn auch als "Deutschen Herz-Industrialmetal". Dunkle Sounds und nicht minder dunkle Texte kombiniert das Duo aus El Toro und Ric-Q mit kraftvollen elektronischen Tönen. Ein typisches Lied für Herzparasit auf ihrem Debüalbum "Fromme Lämmer" ist sicher "Rattenloch" - quälend und bedrückend zugleich hält uns Herzparasit den Spiegel vor und zeigt uns die verletzlichen Seiten unseren Lebens. Die Texte handeln von Entfremdung, Sprachlosigkeit, Vergänglichkeit und Angst vor dem Verfall. Beste schwarze Szenethemen also mit denen Herzparasit auf den Spuren von Unheilig, Rammstein, Eisbrecher und Oomph wandeln. Man darf gespannt sein wie "Fromme Lämmer" bei den Hörer ankommen wird. Für uns sind sie auf jeden Fall einer besten neuen Acts dieses Jahres! Fazit: Top-Newcomer!


Minerve Repleased



Wertung: (6/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Repleased ist ein Remixalbum, das auf den Songs des Albums "Please" basiert. Jeder Song des Originalalbums wurde von jeweils einem Künstler bearbeitet. Die Liste der involvierten Bands ist lang. Mit dabei sind unter anderem distain!, Destroid, Midnight Resistance, Haujobb, Liquid Divine, Celluloide, Stum, LakesideX, Exes, People Theatre und Mechanical Apfelsine. Und so ist auch die musikalische Bandbreite, die dieses Album abdeckt enorm, von Techno, Electro, EBM bis Futurepop ist hier viel zu hören. Besonders hat es mich gefreut, dass der Song "Hold Me Tight" vom Originalalbum in einer wirklich ansprechenden neuen clubtauglichen Version von Celluloide geremixt wurde. Mit "Here Comes The Rain" haben Minerve selber eine neue Coverversion eingespielt, die exklusiv das Album eröffnet. Fans von Minerve sei die Erstauflage von "Repleased" empfohlen. Diese beinhaltet eine Bonus-CD mit Songs und Remixen der letzten drei Download-Singles inkl. dem Hit "Down To The Ground". Fazit: Besser geht`s nicht!


The Hiram Key Amerikafka



Wertung: (5/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Am Anfang stand die Ablehlung dessen, was aus der Gothic Szene geworden war. Die Musiker der Band The Hiram Key sind keine unbekannten. Mit Gary Clarke (ex-Nosferatur), Darren Bottrill (ex-Cureheads), Irish Dave (ex-Killing MIranda), Roi Robertson (Mechanical Cabaret) und Belle Star (Killing Miranda/Nosferatu) hat sich hier eine Art Gothic Supergruppe zusammengefunden, die gemeinsam den Geist vergangener Zeiten der Szene wiederbeleben wollen. Und so ist "Amerikafka" ein klassisches Gothic-Rock Album geworden, das ausgestattet mit einer guten Portion 80`er Jahre Feeling daherkommt. Beeinflusst von Künstlern und Bands wie David Bowie, Psychedelic Furs, Gary Numan und Joy Division stehen The Hiriam Key erst am Anfang ihrer Karriere, haben jedoch ein Debütalbum produziert, das überzeugt durch seine Arrangements, seine Gesangstexte und seine Musikalität. Anspieltips: Suzanna, Happy Man. Fazit: Newcomer mit viel Sinn und Gespür für Musik!


Minusheart The Big Idea



Wertung: (5/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Nach mehr als zwei Jahren gibt es endlich ein neues Album von Minusheart. Die Band hat zwischenzeitlich ihr Line-Up erweitert und mit den neuen Mitgliedern Vary (Bass/Gitarre), Wildhoney (Drums) und Upstream (Keys) weht ein ganz neuer Wind im Hause Minusheart. Die 12 Songs des neuen Albums gehen ursprünglich noch auf die Zusammenarbeit mit Ex-Bandmitglied Benden zurück und zeigen eine gewisse Zeitlosigkeit - alternative elektronische Musik, die eigenständig klingt und vor allem eines gut kann - rocken. Seien es melodischen Rocksongs wie "Book of Love" oder das wunderschöne "Morphine Waltz", stampfende beatorientierte Lieder wie "Don`t Call It Love" oder die atmosphärisch stimmungsvolle aktuelle Singleauskopplung "Drawback". Die Band erzählt uns eindrucksvolle Geschichten von Liebe und Einsamkeit. Fazit: Mehr davon!


Lost In Desire Reborn From The Ashes



Wertung: (5/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Nachdem bereits im Jahr 2010 das Debütalbum von Lost In Desire erschien, folgt nun kurze Zeit später ein Remixalbum unter dem Titel "Reborn From The Ashes". Bands wie Apoptygma Berzerk, Assemblage 23 oder Imperative Reaction haben die Songs von Lost In Desire neu interpretiert. Ein Ergebnis das sehr interessant klingt und Future Pop, Industrial, EBM, Dark Ambient, Gothic Rock miteinander auf dieser Scheibe vereint. Gothlegende Frank Weyzig hat mit seinem Born For Bliss Remix hier tolles geleistet wie auch Ted Phelps von Imperative Reaction, dessen Version von "Reason Is Nothing" wohl mit zu dem stärksten Nummern dieses Albums gehört. Elf Remixe finden sich auf dieser CD, elf Songs, die das Zeug dazu haben auch im Club gespielt zu werden. Anspieltips: "I Am You - Apotygma Berzerk Remix", "Vampire - Assemblage 23 Remix". Fazit: Bestes Clubfutter!


The Arch Engine In Void



Wertung: (6/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Nach mehr als 20 Jahren Bandgeschichte erscheint in diesen Tagen das neue Album der Kultband The Arch. Unvergessen ist immer noch ihr Hit "Babsi ist tot", der auch heute noch auf keiner guten 80`er Jahre Darkparty fehlen darf. Mit "Engine in Void" feiert die Band nun ihr Comeback mit einem für The Arch ganz typischen Sound aus Indie, Wave, Electro und Postpunk. Moderner denn je klingt das was die 12 Songs dieses Albums bieten. Mal melancholisch, mal verträumt oder einfach nur schön anzuhören sind diese wirklich gelungenen Waveperlen wie etwa "Seminary" oder "Individuals". The Arch gelingt es komplexen melodische Songs voller Atmosphäre zu schreiben, die ihrem Grundton immer von einer dunklen Grundstimmung bestimmt sind. Die Texte Band werfen zudem ein ums andere Mal mehr Fragen auf, als das sie Antworten geben. Lieder wie "Let It Beat Us" oder "In Silence" stimmen nachdenklich. Der Band gelingt mit dem Album "Engine In Void" mühelos der Sprung ins zweite Jahrzehnt des 21.Jahrhunderts. Anspieltips: "Individuals", "Seminary". Fazit: Mehr davon!


Lakobeil Strange Encounter



Wertung: (5/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Lakobeil ist die neue Band von Dirk Lakomy (ex-Umbra Et Imago, In My Rosary) und Tobias Birkenbeil (DNS, Cytron). Das Electro-Wave-Pop auch in der heutigen Zeit noch eine Berechtigung hat, zeigt das Duo auf eindrucksvolle Art und Weise und veröffentlicht mit "Strange Encounter" ein lupenreines genregerechtes Album. Lakobeil geben ihren Liedern viel Raum für Melodie und Text und klingen gerade in Songs wie etwa "Sleeper" oder "Contemplation" wohltuend sanft. Vieles ist in der Musik von Lakobeil zu hören - das Duo zollt dem guten alten New Wave, aber auch Electroclash, Punk und EBM in seinen Liedern Respekt. Zudem überzeugt Gastsängerin Stella B. neben Tobias Birkenbeil durch ihre überaus herausragende Stimme und verleiht dem Sound von Lakobeil ein ums andere Mal eine weibliche Note. Wäre in den 80`er Jahren dieser Sound in den Clubs durchaus gefragt gewesen, wird es in der heutigen schnelllebigen Zeit für Lakobeil sicher etwas schwieriger mit ihrer Platte den Weg in die Clubs zu finden. Clubtauglichkeit attestiere ich dem Song "Sebastiane", der durch seine tempiwechsel sehr gut tanzbar ist. Lakobeil sind in jedem Fall ein Gewinn für die Szene und man sollte ihnen Gehör schenken. Anspieltips: "Sebastiane", "Amygdala". Fazit: Newcomer mit großem Potential!


Vlad In Tears Welcome To Vladyland



Wertung: (6/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Schon seit mehr als 6 Jahren sind Vlad In Tears musikalisch aktiv. Die Band besteht aus den drei Vlad Brüdern Kris, Lex und Dario sowie ihrem besten Freund Alex. Zusammen rockt die Band nun schon seit drei Alben und auch ihr viertes Album "Welcome To Vladyland" ist wieder eine gelungene Mischung aus Alternative und Rock mit einer Prise Vampirismus. Vlad In Tears singen von großen Gefühlen wie Liebe (Mary To Be Mine) und Einsamkeit (Circus On The Moon) und erschaffen auf hohem musikalischen Niveau melodiegeladenen Rockballaden voller Tiefe und Intensität. Lieder wie "At The End Of The World" oder "We`ll never die" haben etwas endgültiges und zählen mit zu den dunkelsten Songs dieses großartigen Rockalbums. Ein ums andere Mal hat man hier das Gefühl durch eine Art obskure Ausstellung zu gehen, eine Betrachtung verschiedener Bilder dieser Ausstellung. Oder ist es etwa doch de Besuch des Vladylands, ein dunkler Vergnügungspark in dem alles möglich zu sein scheint? Hört selber und laßt euch überraschen. Fazit: Ein irrer Seelentrip!


The Last Cry Walking To The Edge



Wertung: (5/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Das Trio The Last Cry kommt aus Brighton und Lewes in England. Auf ihrem neuesten Album "Walking To Edge" zeigen sich The Last Cry inspiriert von Bands wie The Cure und Depeche Mode. Die düsteren stimmungsvolle Songs des Albums sind voller Intensität und emotionaler Tiefe. Lieder wie "Punishment" oder "Seconds" auf diesem Album sind gefühlvolle Gothic-Wave Songs und haben einen ganz eigenen Charakter. Dabei deckt das übrige Album ein großes Spektrum ab, denn neben ruhigen Balladen gibt es auch überzeugende Rock Songs zu hören, die ein ums andere Mal in den Bereich Industrial gehen. Besonders gut sind The Last Cry wenn sie laut werden und zählt dann auch ein Lied wie "Devastate" zu den Favoriten dieses düsteren Albums. Nachdem die Band bereits Konzerte mit The Mission, All About Eve, The Damned und Skeletal Family gespielt hat, zählen sie mit zu den hoffnungsvollsten Newcomern der letzten Zeit. Man darf gespannt sein, inwieweit der noch etwas ungeschliffene Sound der Band sich bei den kommenden Alben weiterentwickelt. "Walking To The Edge" ist auf jeden Fall gelungen und kann bedenkenlos Menschen empfohlen werden, die heutzutage noch Wert auf melodiöse Songs legen. Fazit: Reinhören!


Dr. Arthur Krause Solutions



Wertung: (6/7) Monden

(Echozone / Bob Media)


Da sind sie wieder. Der Doktor und seine Mannen sind zurück um das Land mit dunklen Klängen zu rocken. Dr. Arthur Krause zählte schon immer zu meinen heimlichen Favoriten im Gothic-Wave-Rock Bereich. Ihr neues Album "Solutions" ist denn wieder auch ein typisches Album des Genre und bietet stilgerecht bestes Dark Entertainment. Anfangen hatte seinerzeit alles als Ein-Mann Electronic Projekt in der Gothic-Electro Szene, doch diese Zeiten sind lange vorbei und heute ist Dr.Arthur Krause ein richtige Gothic-Rock Band! Und so klingen die retroorientieren Lieder des Albums inspiriert von Bands wie Joy Division, The Sisters Of Mercy, U2 und Depeche Mode. Sicherlich hätte das Album "Solutions" auch schon in den 80`er Jahren veröffentlicht werden können - die Bindung der Band an diese Zeit wird ein ums andere Mal deutlich. Aber Dr. Arthur Krause zeigen eben auch, dass dieser Sound nicht nur eine musikalische Stilblüte war, sondern auch heute noch aktuell ist. Und so rockt es düster und gewaltig bei Liedern wie "Torture", "Under Silver Moon" und "Overdose". Solutions ist - man muss es sagen - das bisher beste Album von Dr.Arthur Krause. Fazit: Dark, Darker!


Deied Tales Of Sodenliah



Wertung: (6/7) Monden

(afmusic / Ionium Records / TS Musix)


Das Electro-Duo Deied hatte mit der Veröffentlichung ihres Albums "Formation Of Chaos" für viel Aufsehen gesorgt. Nun veröffentlicht das Duo aus Din-Tah Aeon und n1n0 ihr neues Werk "Tales Of Sodenliah", das sich wieder im Grenzbereich der elektronischen Musik bewegt. Der Protagonist des Albums wandelt dabei durch die Täler des imaginären Sodenliah - auf der Suche nach Antworten auf Fragen der menschlichen Zivilisation. Hat man das Gefühl, das er bei Liedern wie "In The Trasition" oder "Oui-Nein" einer Antwort sehr nahe ist, ist dies aber doch nur ein Trugschluß - denn es gibt viele Antworten und viele Fragen. Und eben der Schmerz über diese Erkenntnis ist es, der in diesem Album deutlich zu finden ist - ein übergeordneter Weltschmerz - in der Quintessenz die einfache Erkenntnis "Wenn ihr so weitermacht, gehen wir ALLE drauf!". Musikalisch legen Deied im Vergleich zu ihrem Vorgängeralbum noch eine Schippe drauf und hören sich ein ums andere Mal härter an - und erschaffen ein bedrohliches Untergangsszenario. Grafische Unterstützung fand die Band bei dem deutschen Undergroundkünstler Ghostfog, der die Gestaltung des Artworks des neuen Albums übernommen hat. Anspieltips: "Animanivor", "In The Trasition". Fazit: Harter und düsterer Seelentrip!


The Knutz Ghost Dance Party



Wertung: (6/7) Monden

(afmusic / TS-musix)


Den guten alten Deathrock / Goth Rock lassen The Knutz mit ihrem neuen Album "Ghost Dance Party" wieder aufleben. Die 4 jungen Brasilianer Daniel (Gitarre und Gesang), Tiago Abud (Bass und Gesang), Airton Silva (Drums) und Cezare (Keyboards) sind der beste Beweis dafür, dass Gothicrock mittlerweile ein weltumspannender Musikstil ist, der sich auch in Brasilien großer Beliebtheit erfreut. Mit ihrem Debüt "Ghost Dance Party" stehen The Knutz anderen Klassikern der Gothicszene in nichts nach. Das Album ist soundtechnisch perfekt und atmosphärisch düster wie man es von einem Album, das einen solchen Albumtitel hat auch erwarten kann. Die elf Songs des Albums sind energiegeladen und gehen ein ums andere Mal ein wenig in Richtung Punk - bleiben aber dennoch den Deathrock Wurzeln treu. Auf dem Album finden sich neben Songs die richtig abgehen wie der Song "Ice" auch ruhige melancholische Stücke wie "You Are The Wonder". Mit ihrem melodischem Sound bringen The Knutz frischen Wind in die morschen Knochen der Deathrockszene. Eine Band, die in die zurecht große Hoffnungen gesetzt werden kann. Fazit: Geheimtip!


The Search For Connection Contact And Community



Wertung: (6/7) Monden

(afmusic / Alive / Danse Macabre)


Mit einer gehörigen Portion 80`er Jahre Pop veröffentlichen The Search dieser Tage ihr neues Album "For Connection Contact And Community". Die Musik von The Search bewegt sich mit spielerischer Leichtigkeit zwischen Indiepop und Rock und gibt dem melancholisch verträumten Gesang von Razmig Tekeyan viel Raum. Schmermütige nachdenkliche Songs wie "Silent Days", "An Ounce Of Corage" und "Age Of The Hermit" lassen den Hörer Emotionen und Gefühle miterleben ohne kitschig zu wirken. Ein Pop Album das genau den Nerv der Zeit trifft und in seinem innersten ehrlich und leicht dunkel angehaucht ist. "From The Glass Jar" ist der herausragende Song dieses Albums, ein Song der rockig und straight zugleich ist und gute Radioqualitäten aufweist. "For Connection Contact And Commuity" ist ein Album ideal für den kommenden Herbst, lange Autofahrten oder einen gemütlichen Abend zu zweit beim Kerzenschein. The Search werden mit dieser Veröffentlichung sicherlich einen großen Erfolg haben! Anspieltips: "From The Glass Jar". Fazit: Genialer Dunkel-Pop!


Blue Velvet Rotation



Wertung: (7/7) Monden

(Breakdown / Indietective)


Die Industrial Electro Band Blue Velvet existiert bereits seit 1999 und veröffentlicht dieser Tage mit Rotation eine neue EP. Gegründet wurde die Band seinerzeit von Dogh (vocals, programming, synth und guitar) und Andy Head (guitar and synthesizer). Mit harschen kalten elektrischen Klängen dringen Blue Velvet tief in die Subebenen menschlicher Gehörgänge ein. Modern und frisch klingen die Sounds der Band, die tanzbar und zugleich unüberhörbar leidenschaftlich und voller Herzblut sind. "Rotation" verbindet Industrial, New-School-EBM, Drum And Bass eindrucksvoll zu einer ganz eigenen Form von Industrial, die - man muß es mal ganz einfach sagen - den richtigen Bums hat. Songs wie "Without Soul" oder "Don`t Fuck" sind energetisch dunkle Soundperlen, die erst zweiten respektive dritten Hören ihre ganze Vielfalt offenbaren. Mit dieser Vielschichtig erinnern Blue Velvet an Bands wie etwa Skinny Puppy, Front Line Assembly oder Nine Inch Nails. Und sicher hat die Musik dieser Formation auch etwas selbstzerstörerisches, was sie aber wiederum so besonders reizvoll macht. Anspieltips: "Without Soul". "Destination". Fazit: Yep, cool!


Zartbitter 16 Richtung Zukunft



Wertung: (6/7) Monden

(Intrapop)


Bei Zartbitter 16 handelt es sich um ein neues Electropop Projekt von Jens Plöger. Nach der Trennung von Dynamic Masters im Jahr 2009 gründete der ehemalige Sänger und Bandleader zusammen mit Silke Kujath dieses neue Duo. Futuristisch anmutende Electropop Lieder mit einer guten Prise 80`er und frühen 90`er Sound finden sich auf dieser ausgesprochen interessanten CD. Lieder wie "Astronautentraum", "Die Maschinerie" oder "Land der Medien" sind verspielt melodische Hymnen, die eingängig und dennoch voller Inhalt sind. Der Titel des Albums "Richtung Zukunft" ist sicher sehr gut gewählt, handelt doch das ganze Album von zukunftsorientieren Themen. Der moderne Mensch und seiner Beziehung zur Technik wird hier kritisch hinterfragt. So heißt es etwa in dem Lied "Die Maschinerie" in einer Textpassage "streu Sand ins Getriebe der Maschinerie" und bietet viel Raum zum Nachdenken über sich und wo man selber in der heutigen technisierten Welt steht. Zartbitter 16 schaffen hier ein Album, das intelligent und elektronisch ist und damit an frühe Electro-Pioniere wie etwa Der Liederkranz anknüpft. Anspieltips: "Die Maschinerie", "Land der Medien". Fazit: Sehr zu empfehlen.


Lolita Komplex Le Cabaret des Marionnettes



Wertung: (7/7) Monden

(Echozone / Sony Music)


Lolita Komplex gibt es erst seit 3 Jahren und trotzdem hat diese Band schon eine große Fangemeinde. Im Jahr 2008 wurde die Band gegründet von Eve Evangel (früher Sanguis et Cinis). Schnell waren weitere Mitstreiter wie Dushi, Emil, Kabel und Nana gefunden. Vor allem Nana stand für die neue Band symbolhaft, denn als junge Halbasiatin entsprach sie dem Lolita Image, das für Band mit namensgebend war. In ihren Songs fusionieren Lolita Komplex westliche und fernöstliche Elemente miteinander und erschaffen einen dunklen Sound, der Metal, Gothic, Rock und Punkelemente enthält. Auf ihrem neuen Album "Le Cabaret des Marionnettes" gibt sich die Band sehr international und singt gleich in vier verschiedenen Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch und Japanisch. In ihren Lieder wie "Your Misery", "Dollhouse" oder "Dance With Me" zeigen Lolita Komplex gewiss dekante Attitüden, die ihrem optisch extravaganten Auftreten entsprechen. Trennt man die Show von der Musik und bewertet nur diese, muss man sagen, dass Lolita Komplex sicher nicht die Musik neu erfunden haben, aber gekonnt bisheriges neu interpretieren. Und das, was sie machen hört sich hammergeil an! So gesehen scheint Lolita Komplex eine der großen Hoffnungen für die schwarze Szene zu sein. Man darf gespannt sein, was diese Band noch alles tun wird. Anspieltips: "Dollhouse", "Dance With Me". Fazit: LolitaGoth Rock vom Feinsten!


Vendemmian One In A Million



Wertung: (7/7) Monden

(Echozone)


Vendemmian sind heute schon fast eine Legende in der Gothicszene. Seit fast 20 Jahren existiert die ursprünglich in England beheimatete Band, die 9 Jahre lang pausierten bevor sie 2008 ihr Comeback feierten. "One In A Million" ist der Titel ihres brandneuen Albums. Und wieder sind es die wunderschönen zeitlosen Melodien, mit denen Vendemmian immer noch ihren Songs Leben einhauchen. Ein klassisches Gothicrock Album, das Wave und Punkelemente gekonnt miteinander mixt. 10 Lieder finden sich auf diesem Album, das von der er bis zur letzten Sekunde fesselt. Vendemmian sind der beste Beweis dafür, dass die Gothicrock-Szene derzeit wiederauflebt und wie Vendemmian ein Comeback feiert. Sänger Mark Douglas gibt auf diesem Album alles, vom gefühlvollen Interpreten bis hin zum mitreissenden Protagonisten. Und auch sein Mitstreiter Vendemmian Dave läßt geschickt die Gitarre erklingen. Trotz des Alters der Band, klingt der Sound von "One On A Million" keineswegs retroorientiert, sondern relativ modern. Hier hat eine Band ein Album geschrieben für sich aber auch für ihre Fans. Lieder wie "Hollow Inside", "Shine On" oder "I`m Falling" sprechen dem ein oder anderen Homo Gothicus sicher voll und ganz aus der schwarzen Seele. Fazit: Genial!



Leichenwetter Zeitmaschine



Wertung: (7/7) Monden

(Echozone)


Leichenwetter blicken mittlerweile zurück auf eine lange und ergiebige Bandgeschichte, die bis heute vier Alben hervorbrachte. Zeit also für die Düsterrocker das Vergangene einmal aufzuarbeiten. Was liegt da näher als dies in Form einer Best-Of Compilation zu tun? Auf "Zeitmaschine" finden sich nun die bisher besten Songs dieser großartigen Rockband und zwar der Alben "Klage" und "Letzte Worte", die sich hier dem lyrischen Werk der deutschen Denker und Dichter der letzten Jahrhunderte bedienen. Mit Texten von Gottfried August Bürger, Heinrich Heine, Georg Heym, Else Lasker-Schüler oder Hermann Hesse bietet Zeitmaschine einen wunderbaren literarischen Rückblick. Ein ums andere Mal ist man doch verwundert, dass die Texte so gut zu der Musik von Leichenwetter passen, als ob sie selber von ihnen stammen würden - da darf dann natürlich auch nicht Leichenwetters größter Hit "Schwanenlied" fehlen - ein Song der immer noch auf jeder guten Mittelalterrockparty gerne gespielt wird. Es sind die melancholisch dunklen Klänge, die von Tod, Leben und Liebe handeln, die Leichenwetter so reizvoll machen. Ohne diese Band würde sicher etwas in der schwarzen Musiklandschaft der letzten Jahren gefehlt haben. Anspieltips: Schwanenlied, Altes Lied, Klage. Fazit: Nur das Beste!


Syria American Gothic



Wertung: (7/7) Monden

(Black October Records)


Das brandneue Syria Album ist wieder ein geistig und musikalisch sehr belebendes Werk. "American Gothic" ist der Titel des Albums und schon alleine dieser Titel verspricht interessantes. Syria sind mittlerweile zum Duo geworden bestehend aus Christian Dörge und Zasu Menil und gerade diese reduzierte Kombination scheint der Kreativität neuen Auftrieb gegeben zu haben. Vieles ist konzeptionell gleich geblieben. Immer noch scheinen Syria auf der Suche zu sein, bewegen sich traumhaft in einer surrealen Welt, die geprägt ist von visionären Science Fiction Gedankenspielen und existenziell menschlichen Bedürfnissen. Ein ums andere Mal mehr erinnert die Musik von Syria dabei an einen imaginären Soundtrack für einen noch nicht gedrehten Film. Man könnte dieses Album auch bezeichnen als Endzeit Cyberpunk Gothic mit sehr viel dunklem und charismatischem Popambiente. Songs wie "Exxile In Dystopia" oder "Replicant Nights" leben von dieser Atmosphäre, in die der Hörer schon nach kurzer gespannt eintaucht. Der Sound des Albums ist diesmal relativ minimalistisch und spröde, er wirkt noch kälter als frühere Veröffentlichungen der Band. Doch gerade das ist hier das reizvolle und zugleich wohtuend anders. Lieder wie "We`re Photons", oder "Replicant Nights" zeigen Syria in einer noch abstrakteren Sichtweise, einer Art selbtgewählten Isolation. Dieses Schicksal mutet beim Hören des Albums schon fast transzendendär an. Mit dieser Erweiterung des syrianischen Kosmos wie er auch bei "Exxile in Dystopia" zum Ausdruck kommt, verdient Syria zurecht das Prädikat Alien Pop. Nie waren Syria kälter und elektronischer wie auf diesem wirklich gelungenen Album! Fazit: Ein musikalischer Quantensprung!


Ikon Flowers For The Gathering



Wertung: (6/7) Monden

(Echozone / Sony Music)


Manche Alben sind einfach zeitlos. Ein solches Album ist auch das von Ikon. Flowers For The Gathering war das zweite Album von Ikon nach ihrem Debüt-Album "Destroying The World To Save It" und erschien im Jahr 1996. Jetzt 15 Jahre später zeigt sich erneut die Qualität dieses tollen Albums. Bester Gothicrock mit wunderschönen Melodien voller Tiefe und Inhalt - Ikon sind einfach unverwechselbar in ihrem Sound. Lieder wie "Persuasion", "Life Without End" oder "Into You Madness" klingen auch heute noch modern und lassen so manche neue Gothicband ziemlich alt aussehen. Ikon bieten einfach geradlinigen Gothicrock wie er sein soll! Das Album wurde aus Anlass der Neuveröffentlichung komplett remastered und erscheint gleich in mehreren Versionen. Eine 2 CD Version und eine streng limitierte 3 CD Version + DVD. Und da wird es dann so richtig interessant, denn die zweite CD enthält viele bisher unveröffentlichte ("The Gathering") oder nur schwer erhältliche Aufnahmen ("Sleepless (Grey Mix)") die so noch nie vorher zu hören gewesen sind. Alles in allem ist "Flowers Fot The Gathering" eine gelungene Wiederveröffentlichung, die gleichzeitig dokumentiert, wie sehr Ikon den heutigen Sound des Gothicrocks mitbestimmt haben. Anspieltips: "Life Without End", "Persuasion". Fazit: Immer noch unverzichtbar!


Soko Friedhof droM



Wertung: (5/7) Monden

(Von Grafenwald)


Quo vadis Soko Friedhof? Diese Frage konnte man sich bereits beim letzten Album der Band stellen, war "Mord" doch deutlich anders als bisherige Alben der Sonderkommission. "droM" ist der zweite Teil der Mord-Trilogie und führt diese Entwicklung nun weiter und bietet ungewöhnlich Neues aus der Horrormetzgerei. Mit viel Ironie und Sarkasmus besingen David A. Line und seine Mitstreiter klassische Themen der schwarzen Szene, schlagen mit ihrem musikalischen Hackebeil auf alles ein, was nicht bei drei auf den Bäumen ist und persiflieren sich unbewußt am Ende doch selbst am meisten. Ein Song wie "Satan oder Rock?" ist da ein gutes Beispiel, handelt er doch von der nervigen alles zermürbenden Frage eines Interviewers, ob die Band eher Satan oder Rock macht. Lieder wie "Scheisse wie du", "Hurenband" oder "Download" gehen tief unter die Gürtellinie und provozieren bewußt durch ihre Anspruchslosigkeit. Waren frühere Alben der Band enorm unterhaltsam, und extrem düster ist "droM" eher langweilig und ein durchwachsenes Werk der Kultband, das an den Stellen doch unfreillig komisch wird, wenn David A. Line sich an seinem eigenen als Musikstil neu kreierten deutschsprachigen Goth-Rap versucht . Wir hoffen auf bessere Zeiten! Der dritte Teil der Mord-Trilogie soll bereits im Herbst folgen. Anspieltips: "Darkness", "Satan oder Rock". Fazit: Für Fans!


Dust Of Everyday Dust Of Everyday



Wertung: (5/7) Monden

(Echozone / Sony Music)


Dust Of Everyday sind neu und unverbraucht und bringen derzeit frischen in das mittlerweile etwas angestaubte Darkrock-Genre. Die fünf Mitglieder der Band haben unterschiedliche musikalische Wurzeln und diese finden sich auch im Sound der Band wieder. Ein bißchen Alternative hier, ein wenig Rock da, hier und da eine Prise Metal und natürlich auch etwas Wave darf nicht fehlen beim rockigen Soundmix der Band. Lieder wie "Tomorrow" oder "Afraid To Breathe" gehen in die eher härtere Richtung. Mit dem Song "Walking Away" hingegen gibt es auch mal eine ruhigere Ballade. Dabei sind es vornehmlich die düstere Themen die Dust Of Everyday besingen. Nachdenklich und in sich selbst versunken reflektiert die Band die Welt in der sie lebt, singt über Momente oder Erlebnisse, Ängste oder traurige Momente. Ein Album das berührt und sicher seinen Höhepunkt in dem Lied "Stranded" hat - ein Song bei dem man sich so richtig fallen lassen kann und der alles ausdrückt und exemplarisch für das ganze Album ist. Hier hat sich eine Band gefunden, die soliden guten Rock der dunkleren Sorte macht. Anspieltip: Stranded. Fazit: Sehr schön.


The Spiritual Bat Cruel Machine



Wertung: (6/7) Monden

(Danse Macabre)


Mit 13 neuen Liedern und dem Album "Cruel Machine" kehren The Spitual Bat dieser Tage zurück ins Rampenlicht. Die italienische Gothic Band - ursprünglich aus The Spiritual Bats hervorgegangen - bietet auf diesem Album wieder einen unverwechselbaren Sound aus Deathrock, Batcave und Gothic. Das Duo aus Dario Passamonti (Music) und Rosetta Garri (Lyrics) schafft hier einige ganz wunderbare zeitlose Gothichymnen - allen voran der Titelsong "Cruel Machine" und "Tormented Body". Nach ihrem letzten Album "Through The Shadows" hat die Band mit "Cruel Machine" ein Album geschaffen, das von Anfang bis Ende überzeugt und voll und ganz die schwarzen Seiten in jedem von uns zum Klingen bringt. Soundtechnisch schaffte es die Band zudem ihren ohnehin eigenständigen Sound noch unverwechselbarer zu machen. In Liedern wie "Once Upon A Time" oder "Crucifixion" ist das gut zu hören. Alles in allem ist das zweite Album der Band wirklich ein überzeugendes und solides Werk geworden! Anspieltips: "Cruel Machine", "Thunderstorm". Fazit: Einfach nur schön!


Gates Of Dawn Lucid Dreaming



Wertung: (6/7) Monden

(Sonorium)


Gates Of Dawn sind wieder da und veröffentlichen ihr bereits drittes Album, das den schönen Titel "Lucid Dreaming" hat. Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 verbinden Gates Of Dawn klassischen Gitarrenwave mit modernen Soundelementen. Immer noch rockt diese Band enorm gut, aber Lucid Dreaming ist durchaus elektronischer als frühere Alben der Band. Lieder wie Chrystalline oder Radiate klingen modern, sehr eigenständig und durchwachsen von einer tiefdüsteren Atmosphäre. Die Band hat sich im Vergleich zu den ersten beiden Alben weiterentwickelt, so wird der Schlagzeug-Bereich nicht mehr von einem Drumcomputer getragen, sondern hier ist echtes Trommeln angesagt - Carten Warkus spielte die CD eigenhändig ein und sowohl die Gitarrenparts von Sebastian Kraus wie auch die Violine von Tina Thomasberger sind stärker im Vordergrund. Dadurch ergibt sich ein druckvollerer frischer Sound, der Gates Of Dawn sehr erwachsen klingen läßt. Wie der Titel bereits andeutet handelt dieses Album vom Luzid-Traum, einem Wachzustand in dem geträumt wird. "Lucid Dreaming" ist eine traumhafte Reise, ein verstörender und faszinierender Bilderrausch voller Gewalt, Ekstase und Angst. Die 15 Songs decken diese Thematik mit Liedern wie "Wake Up Dreamchild", "Hunting Me" oder "Nobody Returns" sehr gut ab und lassen "Lucid Dreaming" zu einem anspruchsvollen Album werden. Fazit: Geheimtip!


White Rose Transmission Spinning Webs At Night



Wertung: (6/7) Monden

(Echozone)


Bei "Spinning Webs At Night" handelt es sich um das neue Live-Album von White Rose Transmission. White Rose Transmission ist eine natürlich gewachsene Kollaboration befreundeter Musiker um den Sänger Carlo van Putten. Mittlerweile gibt es die Band nun schon 15 Jahre und im Laufe dieser Zeit waren viele Musiker an dem Projekt involviert. Das aktuelle Line-Up des Projektes besteht aus Carlo van Putten (Vocals), Rob Keijzer (Acoustic Guitar) und Frank Weyzig (Keys, Guitar & Programming). "Spinning Webs At Night" enthält Aufnahmen, die während eines Konzertes in der Gallerie Message in Mönchengladbach aufgenommen wurden und man kann dieses Album in gewisser Weise auch als eine Art Best-Of der Band ansehen, denn es sind nur Songs des letzten Albums "Spiders In The Mind Web" vorhanden, sondern auch seltene Stücke wie etwa "Valley Of Blue Flowers", "Bone Breaking Days", "Silent Air" oder "Walking In The Opposite Direction". Live gewinnt diese Band enorm durch ihren klaren und druckvollen Akusiksound. Dies wird vor allem bei den Liedern des letzten Albums deutlich. Sie klingen doch irgendwie anders und überraschen ein ums andere Mal. Wunderschöne und intensive Songs und Melodien sind auf diesem Live-Album zu finden. Anspieltips: WIldest Horse, Cold In Spring. Fazit: Anspruchsvolle Unterhaltung!


Andreas Gross Autumn Inventors



Wertung: (6/7) Monden

(Echozone)


Andreas Gross ist in diesen Tagen wohl einer der produktivsten Songschreiber. Mit "Autumn Inventors" veröffentlicht der Musiker jetzt sein neues Album, und bereichtert sein eigenes musikalisches Universum erneut. Es sind immer noch die ruhigen und besinnliche Klänge, die Andreas Gross mit viel Gefühl auf diesem Album zum Ausdruck bringt. Mit Unterstützung der Sängerinnen Tabitha Anders und Swenja Schneider erschafft Gross mit einem mittlerweile erweiteren Line-Up seiner Band grosse Momente voller Melancholie. Ein solcher Song etwa ist "Ashaver" geschrieben von Andreas Gross und Thomas Stumpf, der hier auch als Gitarrist mit dabei ist. Viele Lieder auf dem Album klingen romantisch und verträumt, aber nicht klischeehaft sondern einfach authentisch in sich selbst. Geheimnisvolle Melodien, die aus einer anderen Welt zu stammen scheinen, die zum träumen anregen. Ein wahres Kleinod der Stille. Zusätzlich zu den 10 regulären Songs des Albums gibt es zudem auf dem Album noch vier Liveaufnahmen, darunter das brilliante "Hail To The Employee" in einer sehr gelungenen Version. Fazit: Mehr davon!


Christine Plays Viola Innocent Awareness



Wertung: (6/7) Monden

(afmusic)


Christine Plays Viola sind in ihrer Heimat Italien bereits gefeierte Newcomer. 2008 wurde die Band von drei musikalisch interessierten Jungs in Pratola Peligna gegründet. Relativ schnell gelang es der Band mit diversen Demos und selbstproduzierten EPs auf sich und ihren Goth Rock, Darkwave und Post Punk Sound aufmerksam zu machen. Die Songs von Christine Plays Viola sind geprägt von Melancholie und einem elegischem Sound, der sehr düster ist. Lieder wie "Swallowed Cold Insanity", "Witch Of Silence" oder "Permutations" leben von ihren dunklen Momenten und ihrem aufrüttelnden Sound. Vergleichbar emotional denkt man da an Bands wie The Cure oder Joy Division. Bei Christine Plays Viola entwickelt sich ein Song im Laufe seiner Dauer, steigert sich oftmals erst zum Schluß des Songs. "Albatross" ist ein solches Lied, das voller nachhaltiger Gedanken zu sein scheint und sehr gut die melancholische Aura der Band einfängt. Das Post Punk / Goth Rock Genre feiert derzeit ein großes Comeback und Christine Plays Viola sind sicher ein Teil davon. Diese Band so scheint es, hat noch viel mehr dunkle Geschichten zu erzählen. Wir sind sehr gespannt, was man von dieser Band noch alles erwarten kann. Anspieltips: "Witch Of Silence", "Albatross". Fazit: Tolle Newcomer!


Saints Of Ruin Glampyre



Wertung: (7/7) Monden

(Echozone / Sony Music)


Die Goth Band Saints Of Ruin kommt aus den USA und präsentieren auf ihrem zweiten Longplayer "Glampyre" typischen Amercian Gothrock Sound. Die Band ist ein Quartett und besteht aus den Musikern Ruby Ruin, Tommy Dark, Kat Downs und Michael Broadus. Der Titel des Albums "Glampyre" ist sicher als Wortspiel zu sehen - nach meiner Einschätzung die Abkürzung von "Glamourous Vampyre". Und eben dieser Glam ist in musikalischer Hinsicht auch vertreten - ein ums andere Mal lassen Saints Of Ruin den guten Glamrock der 70`er Jahre aufleben, so. z.B. bei dem Lied "Love Dies". Wer treibende Gitarren und rhymtische Schlagzeugklänge mag, wird sicher an Saints Of Ruin seine Freude haben. Saints Of Ruin sind auf ihre Art besonders düster und zugleich schwermütig und manchmal auch wenig depressiv wie bei dem Lied "Slow Poison". Da passt dann auch ein Song wie die Coverversion vom The Cult Klassiker "Rain" wunderbar ins musikalische Konzept. Qualitativ hochwertiger Gothrock ist auf diesem fast schon genialen Album zu hören und zeigt, dass gerade in den USA dieser Sound wieder stark im Kommen ist. Saints Of Ruin dürften - falls sie es nicht schon längst geschafft haben - damit endgültig den künstlerischen Erfolg haben, der ihnen zusteht. Anspieltips: "Slow Poison", "Rain". Fazit: Hammergeil!


!distain on!off



Wertung: (5/7) Monden

(Echozone / Sony Music)


Nachdem !distain sich im vergangenen Jahr eindrucksvoll zurückgemeldet haben mit ihrem Doppelalbum "Anthology 1992-2010" folgt nun das brandneue Album des Duos "On/Off". "On/Off" ist das bereits sechste Album von !distain und man muß sagen: es hat sich nicht viel verändert. !distain machen genau das, was man von Ihnen kennt: beste Synthi-Tanzmucke. Ihre elektronischen Musikkompositionen sind leicht eingängig und lassen immer den Fuß ein wenig mitwippen. Insgesamt finden sich 12 Songs auf dem Album, darunter ein recht gängiger Clubremix von "Mein Weg", dem wohl nachdenklichsten Lied dieses Albums, bei dem Elektrostaub mitgewirkt haben. Das Duo aus Manfred Thomaser und Alexander Braun beschäftigt sich auf ihrem Album "On/Off" mit den alltäglichen Gegensätzen im menschlichen Zusammenleben mit denen jeder von uns sich immer konfrontiert sieht. Egal ob Liebe oder Hass, Glück oder Trauer, Kopf oder Zahl - alle diese Gegensätze bestimmen uns und unser Sein. Alles in allem ist es !distain gelungen mit "On/Off" ein solides durchdachtes Electro/Synthi-Pop Album zu produzieren, das sicher seine Fans finden wird. Anspieltips: "100%", "Mein Weg". Fazit: Reinhören.


Laissez Faire No Land For Escape



Wertung: (5/7) Monden

(A Dark Souls Day)


Laissez Faire veröffentlichen mit ihrem Debüt "No Land For Escape" dieser Tage ein Album, das den Charme der 80er Jahre mit einem Sound aus Indierock und Postrock wiederaufleben läßt. Die Band wurde 2003 in Thessaloniki (Griechenland) gegründet und hat in kurzer Zeit zu einem festen Line-Up mit Nikos (Gittarre), Panos (Drums), Giannis (Gitarre), Kostas (Bass), Eleni (Vocals) und Alex (Vocals) gefunden. Ihr Debüt erscheint jetzt 2011 und bietet melodienreichen Rock, der viel Gefühl hat und sehr tiefgängig ist. Lieder wie "Electrify" oder "Make Me Glow" sind wunderbare zeitlose Rocksongs, in denen die Band Geschichten aus dem Alltäglichen besingt. Besonders clubtauglich ist der Song "Angels" den Nick Douvaras zusammen mit Laissez Faire geremixt hat, fängt erst langsam an, kommt dann aber gewaltig gut! Laissez Faire sind eine Band, die in ihrem eigenen Land im Underground-Bereich bereits relativ bekannt sind. Wer auf indie/post/punk/rock steht, dem könnte Laissez durchaus gefallen! Fazit: Interessante Newcomer!


Ikon In The Shadows Of The Angel



Wertung: (7/7) Monden

(Echozone / Sony Music)


Die Nachricht ging rund wie ein Lauffeuer, Ikon veröffentlichen ihr Debüt-Album erneut! "In The Shadows Of The Angel" war jahrelang nicht mehr erhältlich und Ikon selber gaben kaum Lebenszeichen von sich. So war es denn mehr als verwunderlich, dass die Band sich dazu entschloss jetzt nicht nur ihr Debüt sondern auch ihr zweites Album "Flowers For The Gathering" wiederzuveröffentlichen. "In The Shadows Of The Angel" erschien erstmals 1995 und war damals eines der wichtigsten Szene Alben des Jahres. Melodischer Gothicrock mit viel Gefühl und voller Emotion! Lieder wie "Condemnation", "Lord Of Darkness" oder "Fall Apart" sind melancholische Hymnen, die tief damals tief berührten und auch heute nichts von ihrem düsteren Charme verloren haben. Neben dem komplett digital gemasterten Originalalbum gibt es eine weitere CD auf der sich bisher rare und unveröffentlichte Ikon Songs finden, so etwa "Under The Watchful Eye", "Never Ending" oder das wirklich sehr schöne "The Unmarked Grave". Mit "In The Shadows Of Angel" schaffen Ikon einerseits für alte Fans eine wirklich gelungenes Remaster, andererseits wird aber diese Veröffentlichung sicher auch für neue Fans der Gothic Kultband im Schatten der Engel sorgen. Fazit: Ein frühes Meisterwerk!


Six Times Zero Stuffed Animals Never Think Of Suicide



Wertung: (7/7) Monden

(Echozone / Sony Music)


Vorreiter modernen elektronischen Avantgardepops sind dieser Tage die Band Six Times Zero, die mit ihrem Debüt Album "Stuffed Animals Never Think Of Suicide" ein wirklich gelungenes Werk geschaffen haben. Düster erklingen die melancholischen Melodien der Band und das Duo Kowa und Thomskin weiß genau wie sie die teils minimalistische Instrumentierung in ihren Songs einsetzen können um den maximalen Effekt zu erreichen. Das Ergebnis ist ein überragend atmosphärisch komplexes Werk, zeitlos und ohne Stilgrenzen. Fernab von Hektik entdecken Six Times Zero die Langsamkeit als Ausdruckskraft in ihren Liedern, mischen verzerrte & akustische Gitarren mit elektronischen Klängen zu einem Soundmix der sich verführerisch in die Gehörgänge einschleicht. Lieder wie "The Shepherd", "Ghost Light" oder "Dark-Stained Sun" zeichnen sich aus durch ihren unkonventionellen Sound, der manchmal auch an Filmmusik erinnert. In jedem Fall gehören Six Times Zero mit ihrer Album Veröffentlichung zu einer neuen Gruppe von Bands, die elektronischen Avantgardepop machen. Mich erinnert der Stil von Six Times Zero ein wenig an die reformierten NoMore und ihr aktuelles Album. Fans besagter Band sollten vielleicht einmal ihre Ohren für Six Times Zero öffnen, es könnte sich lohnen. Anspieltips: "Dark- Staines Sun", "Ghost Light". Fazit: Neue schöne Musik!


Der Klinke Square Moon



Wertung: (7/7) Monden

(Echozone)


Die belgische Band "Der Klinke" veröffentlichen dieser Tage ihr Album "Square Moon". Die Band ist musikalisch angesiedelt im klassischen New-Wave/Cold-Electro Bereich und hat ein elektronisches Album produziert, das dunkle und atmosphärisch düstere Club-Tracks enthält, von denen eine hypnotisierende Wirkung ausgeht. Lieder wie "Square Moon" oder "3 AM" haben diese besondere Wirkung. Der Klinke experimentieren gerne und viel mit Sounds, und verwenden in ihren Songs auch die guten alten analogen Industrialsounds mal wieder. Das ist sehr erfrischend und hört sich zugleich wirklich eigenständig an. Der beste Electro kommt halt immer noch aus Belgien, und wenn man sich die zahlreichen Bands ansieht, die dieses Land in den vergangenen Jahr hervorbrachte muss man sagen, dass Der Klinke diesen in nichts nachsteht. "Der Klinke" haben mit diesem wirklich eindrucksvoll gut gemachten Album die Chance relativ schnell einen Kultstatus zu bekommen. Unterstützung bekommen Der Klinke auf diesem Album bei dem Song "Where It All Ends". Kein geringerer als der charismatische Sänger von The Arch CUVG unterstützt hier die Band. Eine Band, von der man hoffen kann, dass sie noch viel kreative Ideen haben und umsetzten wird. Anspieltips: "Square Moon", "Clear Mind". Fazit: Geil!



Eden Weint Im Grab Geysterstunde I



Wertung: (7/7) Monden

(Wintersolitude / Danse Macabre)


Die Welt rätselhafter Mysterien ist es die Eden Weint Im Grab seit langem beschäftigt. Auf ihrem mittlerweile vierten Album "Geysterstunde I - Ein poetisches Spektakel zu Mitternacht" gelingt es der Band tief hinab in die düsteren Gefilden menschlicher Ängste zu blicken. Eden Weint Im Grab erschafft hier ein Kaleidoskop aus verschiedensten skurrilen Elementen und würzen damit gekonnt ihren düsteren Dark Metal. Am besten kann man das wohl so beschreiben: Man befindet sich an einem unheimlich gar dunklen Ort, der ein Jahrmarkt sein könnte - der jedoch nicht etwa der Belustigung sondern der zur Schaustellung des undefinierbaren Grauens dient - ein wahres Gruselkabinett! Je länger man dieses Album hört, umso tiefer wird man in diese unwirkliche Welt hineingezogen. Erfreulicherweise ist Geysterstunde I von den Texten her ein durch und durch deutschsprachiges Album, das relativ anspruchsvoll und unterhaltsam auf seine Art sein kann. Lieder wie "Moritat des Leierkastenmanns", "Ein Requiem in Sepia" oder "Nautilus" zeichnen sich zudem aus durch wunderbar schön depressiv düstere Melodien. Für manche Freunde düsterer Klänge dürfte Geysterstunde I sicher eine Offenbarung sein. Definitiv ist aber dies das beste, was man bisher von Eden Weint Im Grab hören konnte. Die Band um Alexander Paul Blake schafft hier ein kleines feines Meisterwerk des Morbiden. Anspieltips: "Ein Requiem In Sepia", "Armee der Wiedergänger". Fazit: Album des Monats.


Syria Spinning Nitrate



Wertung: (6/7) Monden

(Black October Records)


Spinning Nitrate ist die neue EP von Syria, die paralell zu dem neuen Album "American Gothic" erscheint. Spinning Nitrate ist eine konzeptionell solide gehaltene Veröffentlichung in bester Syria Tradition. Ein morbider Charme kennzeichnet die EP, die in Liedern wie "Moriarty", "Fish Tank" oder "(Aspects Of) Neuromancer" in ihren Höhepunkt findet. Anders als das aktuelle Album "American Gothic" ist "Spinning Nitrate" vielmehr eine logische Ergänzung Syrias, die nun als Duo agieren. Sowohl Christian Dörge als auch Zasu Menil ergänzen sich dabei sehr gut und geben den doch recht kalten und spröden Songs durch ihre warmen Stimmen - die elektronisch dem Sound angepasst wurden - einen wohltuenden Gegensatz. Definitiv ist Syria heute keine Gothicrock Band mehr, sondern bewegt sich in weit elektronischeren Gefilden. Hier sind Industrial & Electroklänge zu hören, die relativ minimalistisch, kalt und unverbraucht klingen. Gerade der Titelsong "Spinning Nitrate" ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Die musikalische Veränderung Syrias ist - betrachtet man das Ergebnis - durchaus begrüßendwert, bietet das neue musikalische Konzept doch weitaus mehr kreativen Raum. Anspieltips: "Spinning NItrate", "Fish Tank". Fazit: Abstrakt & einzigartig!


Waiting In Vain Awake Again (EP)



Wertung: (5/7) Monden

(afmusic)


Waiting In Vain haben sich dem Rockmatic Pop mit viel Hingabe verschrieben. Voller Leidenschaft und Hingabe veröffentlicht die Band dieser Tage ihre neue EP Awake Again, die neben dem Titelsong gleich 5 verschiedene Versionen desselben Songs beinhaltet. Die Remixe des Titelsongs stammen u.a. von The Dark Unspoken, Opusculum, Static Violence und Trensity. Awake Again ist eine EP, die ganz klar für die schwarze Tanzfläche produziert ist. Mit ihrem Sound der Electro und Rock miteinander geschickt kombiniert, zeigt die Band gutes Gespür für eingängige Melodien. Der Titeltrack Awake Again ist eine Hommage an das Leben, an gegenseitige Akzeptanz und Zuversicht. Besonders clubtauglich ist der The Dark Unspoken Remix des Titelsongs, hier zeigen The Dark Unspoken mal so richtig eine andere Seite von sich und remixen gekonnt. Mit den Songs "You" und "Everything Awaits" finden sich auch noch zwei weitere Lieder auf der EP. "You" ist dabei ein klassischer Electrosong, atmosphärisch melodisch und einfach nur schön. Man darf gespannt sein, was Waiting In Vain als nächstes machen. Dieser Appetizer macht auf jeden Fall 100% Lust und Laune auf mehr! Anspieltips: "Awake Again (The Dark Unspoken RMX)". Fazit: Etwas besonderes!


Kalt Dein Gott



Wertung: (5/7) Monden

(Echozone)


Der Musiker Mike York war früher bei Kult-Goth-Rock-Band Garden Of Delight als Gitarrist. Mit dem Projekt Kalt und dem Album "Dein Gott" veröffentlicht York nun ungewohnte neue Klänge. Zu hören gibt es melodischen Gitarrenrock, der ein ums andere Mal von einer düsteren Atmosphäre geprägt ist. Lieder wie "Ancient Dreams", "The Darkness" oder "No Way Back" zeigen nur wenig Paralellen zu GOD, vielmehr geht das ganze in einer härtere Richtung, die ein ums andere Mal mehr Metal als Rock ist. Den harten druckvollen Songs des Albums stehen mehrere soundtrackartige Stücke entgegen. Hier zeigt Kalt eine gewisse Experimentierfreude und läßt den Hörer quasi an einer Art Filmerlebnis auf musikalischer Ebene teilhaben. Mike York singt hier viel über sich selbst und sein Leben und läßt den Hörer an seiner Gedankenwelt teilhaben. "Dein Gott" ist ein sehr persönliches Album des Künstlers und wirkt hier und da ein wenig wie eine Art Bestandsaufnahme von sich selbst. Intensiv läßt York den Hörer an seinen Emotionen teilhaben und stimmt mit Liedern wie "Wie die Welt zusammenbricht" oder "Fahr zur Hölle Gott" doch sehr nachdenklich. Achtung: Dieses Album ist auf 999 Exemplare limitiertert und erscheint in einem DVD-Cover mit 16-seitigem Booklet, allen Texten, einer signierten Autogrammkarte, einem Aufkleber und der Bonus EP "Blood". Fazit: Interessant und ungewöhnlich!



Hesykhia Todesfee



Wertung: (7/7) Monden

(Batleth Records)


Das deutschsprachige Electroprojekt Hesykhia veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt Todesfee. Hesykhia ist das Werk des Künstlers Graf Igor von Lewon - ausgedacht und konzipiert von diesem orientieren sich Hesykhia an den frühen deutschsprachigen Electroacts der 90`er Jahre. Erinnerungen an Bands wie etwa Dorsetshire oder Calva Y Nada werden unweigerlich wach, wenn man den hypnotischen Electrosound des Albums hört. "Todesfee" ist ein sehr gelungenes Debüt und bietet insgesamt 12 Dark-Elektro Songs. Dunkle nachdenkliche und intelligente Texte finden sich auf diesem Album, das sich in Liedern wie "Dornenkranz" speziell mit zwischenmenschlichen Problemen auseinandersetzt. Dazu passt denn auch sehr gut der dunkle Gesang von Graf Igor, der wirklich sehr tief klingt als ob er direkt dem Grab entsprungen ist. Todesfee ist gute und zugleich kurzweilige Unterhaltung - beste Clubmusik für einen gelungenen schwarzen Tanzabend. Speziell die Songs "Das Wort" und "Der König" haben das Potential Clubhits zu werden, da hier der hypnotisch monotone Sound von Hesykhia besonders druckvoll ist. Man muß es also kurzum einfach so sagen: Die Szene hat nun einen weiteren "Grafen"! Man darf gespannt sein, was man von diesem noch alles hören wird. Anspieltips: "Das Wort", "Dornenkranz". Fazit: Bestes dark entertainment!



Blame Convergent Fields



Wertung: (7/7) Monden

(Ionium Records)


Blame kommen aus Serbien und das dort Elektro auch sehr beliebt ist, zeigt uns die Band mit ihrem Album "Convergent Fields" auf eindrucksvolle Art und Weise. Mastermind Boris Posavec knüpft mit "Convergent Fields" nahtlos an das Debüt Album "Water" an und bietet einen gelungenen Blick in die melodische elektronische Musikwelt der Band. Die schnellen traumhaften elektronischen Melodiesequenzen ("Logical") harmonieren gekonnt zu den düsteren Industrialklängen. Am herausragendsten hier ist jedoch der Gesang von Boris Posavec, der einfühlsam und düster zugleich an Bands wie Covenant oder VNV Nation erinnert. Fans dieser Bands sollten also auch Blame sich mal näher anhören. Vielleicht ist es ja etwas für Euch. Mit dem das ganz Album überragenden Song "Begotten" liefern Blame dann auch den wohl kommenden Szeneclubhit des Sommers. Ein Song der seit langem mal wieder die Nackenhaare so richtig schön kribbeln läßt. Blame erzeugen auf "Convergent Fields" eine musikalische postapokalyptische Welt, in der Technologie die Spitze der Evolution zu sein scheint. Die Rolle des Menschen ist es, die hier letztlich die Band hinterfragt. Gibt es überhaupt noch eine Zukunft in einer solchen Welt für die Menschheit? Es ist spannend, was uns Blame hierzu zu sagen haben! Anspieltips: "Loader", "Begotten" und "Logical". Fazit: Wow!



Fakir We`ll see when we get there



Wertung: (6/7) Monden

(Phenix Records / Disques Office)


Fakir kommt aus Bern und veröffentlicht mit "We`ll see when we get there" ein Album, das mit seiner Mischung aus melodischem Wave und Alternativ-Rock gleich von der ersten Sekunde an zu überzeugen weiß. Das Album wurde innnerhalb 2 Jahren in einem Berner Wohnzimmer aufgenommen und von niemand anderem als Tony Harris (Sisters Of Mercy, Verve) gemischt und in den bedeutenden Air Studios in London von Matt Colton (Depeche Mode, Creatures) gemastert. 10 melodische Wavesongs gibt es auf dem Album zu hören, Lieder in einer Machart, wie man sie lange nicht mehr hören konnte. Romantisch und verträumter Wave alter Schule! Gleich der erste Song des Album "To Where" lasst aufhorchen. Fakir suchen gekonnt die stilleren Klänge und spielen mit diesen auf ihre Art und Weise. Songs wie "Dream", "Time Will Tell" oder "The First Word" leben von ihrer inneren Ruhe und Melancholie. Ein Album, dass fast schon eher für ruhige gemütliche Winterabende am Kamin geeignet zu sein scheint. In jedem Fall sind Fakir eine große Überraschung gewesen. Fazit: Klasse Newcomer!



AlterRed Mind-Forged Manacles



Wertung: (6/7) Monden

(Ionium Records)


AlterRed wurden im Frühjahr 2008 gegründet und zählen in ihrer Heimat Großbritannien mittlerweile zu den absoluten Insidertips. Die Band besteht in ihrer aktuellen Besetzung aus Sänger AlterRed (Vox), Vix Vain (Synths), Jack Hell (Bass) und Mark Red (Piano / Synths). Mit ihrem Sound, der sich zwischen Industrial, Hard Rock und Spook-Kid bewegt konnte die Band schnell einen großen Fankreis erobern. Ihre auffälligen theatralischen Liveshows brachte der Band den Ruf als originelle und energetische Liveband ein. Vieles von dieser Energie, die live bei AlterRed zu hören ist, findet sich auch auf ihrem Debütalbum "Mind-Forged Manacles" wieder. Lieder wie "The Patient" oder das geniale "Fleshbind" sind geprägt von einer permanenten Spannung, die sich so auch aber vor allem bei den besagten Songs durch das ganze Album zieht. "Mind-Forged Manacles" ist dunkel, atmoshärisch und elektronisch und trifft so - man muß schon sagen - den Geschmack der breiten Szenemasse, daher dürfte auch in Deutschland AlterRed bald sehr bekannt sein. Wie wäre es wenn Nine Inch Nails und DeVision zusammen musizieren würden? So etwa könnte es sich wohl anhören. AlterRed bringt hier gehörig neuen Wind in die UK Alternative / Elektro und Industrial Szene und mit "Broken Glass" liefert die Band gleich ihren ersten offizielle Clubhit ab! Ein Lied, das richtig rockt! Anspieltips: "Broken Glass", "Emily". Fazit: Newcomer mit großem Potiential!



Nothing To Fear Prepared Lies



Wertung: (6/7) Monden

(NTF)


Eine Perle des Electro Pop erscheint dieser Tage mit dem Album "Prepared Lies" von Nothing To Fear. Die Band kommt aus Luckenwalde und sind ein Beweis dafür, dass es auch dort Bands gibt, die gute Synthie-Pop Musik produzieren. Klar orientieren Nothing To Fear an dem Synthie-Pop der frühen 80`er Jahre, geben dem Genre aber gehörig frischen Wind durch neue Sounds und klingen technoider. Prepared Lies ist ein Konzeptalbum, das mit seinen Titeln ein ums andere Mal auch an den klassischen EBM jener Zeit erinnert. Mit dem Song "In The Lines" gibt es auf dem Album einen lupenreinen Clubhit. Ein Hammersong, der sicher bald in den Clubs rauf und runter laufen wird! Andere Songs dieses Kalibers sind auch "Naiv Puppets" und "Image Of Aggreesion". Doch Synthie-Pop wäre nicht derselbe, wenn auch eine Ballade auf dem Album zu hören wäre. Und so sind die sanften Songs "Insensible Sinner" und "Prevent" eine wohltuende Abwechlung zum eher harten Synthiesound des restlichen Albums. Alles in allem ist Nothing To Fear wohltuend anders und hebt sich eindeutig ab von dem übrigen Synthiebrei, den man hier und da zu hören bekommt. Anspieltips: "In The Lines", "Naiv Puppets". Fazit: Wow!



Parzival Urheimat



Wertung: (5/7) Monden

(VME)


Die EBM-Industrial-Goth Formation Parzival blickt bereits auf fast 20 Jahre eigene Geschichte zurück. Gegründet wurde die Band 1992 in Kopenhagen von Dimitrij Bablevskij unter dem damaligen Namen Stiff Miners. 1998 änderte die Band ihren Namen zu Parzival und seitdem wurden sie immer bekannter. Parzival sind bekannt für ihren theatralisch bombastischen Elektrosound, der sehr rhytmisch orientiert ist. In ihren Songs beschäftigen sich Parzival mit vielerlei Themen, die beeinflusst sind von Okkultismus, Religion, Mystizismus und Spiritualität. Urheimat ist das sechste Album unter dem Namen Parzival und ist in gewisser Art und Weise ein Konzeptalbum. Es beschäftigt sich mit der "Arctic Home Theory", die wissenschaftlich Gegenstand mehrerer Untersuchungen Ende des 19.Jahrhunderts war. Das Album fängt relativ bombastisch an mit den Liedern "Urheimat", "Nach Nord" und steigert sich dann mit dem wohl besten Song "Peitsche und Zuckerbrot", der zugleich sicher auch ein Clubhit werden wird! Danach flacht das Album jedoch plötzlich ab und es folgen einige eher langweilige Songs. Urheimat kann man durchaus mit gemischten Gefühlen sehen, wer jedoch dem Charme martialischem Industrial Rocks verfallen ist, den wird dieses neue Album von Parzival sicher ansprechen. Anspieltips: "Peitsche und Zuckerbrot". Fazit: Let`s rock!



Cabo de Gata & Sven Rebentisch Die letzten 7 Tage der Depression



Wertung: (6/7) Monden

(afmusic)


Bei "Die letzten 7 Tage der Depression" handelt es sich um eine vertonte Kurzgeschichte von Cabo de Gata & Sven Rebentisch. Sven Rebentisch ist derzeit wohl einer der progressivsten und aktivsten Musiker im deutschsprachigen Undergroundbereich. Nachdem er mit Rebentisch zuletzt das Werk "Unter der Stadt" veröffentlichte folgt nun eine Kollaboration mit dem Soundtüftler Cabo de Gata. Das Ergebnis ist ein alptraumhaftes Hörspiel voller surrealer Momente. "Die letzten 7 Tage der Depression" orientiert sich an einer Kurzgeschichte von Andreas Winkler und basiert in loser Anlehnung an die biblische Schöpfungsgeschichte. Deutschsprachige vertonte Lyrik mit experimentell anmutenden Sounds gibt es zu hören - Industrial, Klangkollagen und Dark Ambient mischen sich mit den Spoken Words des Protagonisten Rebentisch. Moment das kommt einem doch bekannt vor? Ja, so ähnlich begann es seinerzeit mit Bands wie Goethes Erben oder Das Ich. Das ist nun auch schon 20 Jahre her und wurde seinerzeit zur Neuen Deutschen Todeskunst stilisiert - in der Retrospektike ist es jedoch heutzutage eine ganz eigene Ausdrucksform, die Rebentisch hier gewählt hat und so nicht viel mit damaligem zu tun hat. Als Ich-Erzähler gibt Rebentisch hier seinen Gedanken freien Lauf und schafft eine ganz eigene Wirklichkeit. "Die letzten 7 Tage der Depression" ist ein spannendes Experiment, das aufgeschlossenen Geistern sicher zeitweiliges Vergnügen bereiten wird. Anspieltips: "Donnerstag" und "Sonntag". Fazit: Gelungen!



Touch The Spider Dead@Last



Wertung: (6/7) Monden

(Where Are You From?)


Eine Band, die bereits oftmals bei uns besprochen wurde hat dieser Tage endlich ihr neues Album veröffentlicht! Die Rede ist von Touch The Spider, der Band die dem Batcave / Gothic Doom mit ihrem eindrucksvollen Sound neue Impulse verliehen haben. Das neue Album "Dead@Last" bereichert nun die musikalische Geschichte der Band um ein weiteres Kapitel. 13 unheilvolle Tracks finden sich auf diesem düsteren Meisterwerk! Die meisten Songs auf "Dead@Last" sind sehr langsam und doomig und bieten viel Raum für die düster verstörenden Gitarrenklänge der Band. Die Band zeigt von sich ein dunkles depressives Bild der Ausweglosigkeit - keine Hoffnung, kein Glück nur dunkel und schwarz kommt einem dieser Sound vor - so schwarz als ob man in ein tiefschwarzes Loch fallen würde. Speziell der Song "Shattered To The Ground" passt da vom Titel her sehr treffend! Alles in allem ist "Dead@Last" das bisher beste Album von Unholy Ghost und Cosmic Energy - in gewisser Weise eine Synthese der letzten drei Alben. Hier hat die Band alles richtig gemacht und es bleibt zu hoffen, dass die wachsende Fangemeinde dies auch so sieht! Lasst Euch von der Spinne ergreifen! Anspieltips: "In Misery", "Dead@last". Fazit: Genial!



LyLee Sternentanz



Wertung: (5/7) Monden

(Batleth Records)


LyLee ist eine junge Künstlerin, die mit ihrem Debüt-Song bereits für Aufsehen sorgt. Sternentanz heißt der Song und mit der Veröffentlichung dieses Liedes ist für die 1981 in Dortmund geborene Sängerin ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen. Der Song schaffte es in kürzester Zeit auf Platz 1 im Sales Ranking von Poponaut! LyLee singt über eigene Erfahrungen und Träume. Muskalisch bewegt sich LyLee im Umfeld des leichten Synthie-Electro- Pops. Fans von Bands wie etwa L`ame Imortelle sollten bei LyLee mal genauer hinhören. Vielleicht findet der ein oder andere ja Gefallen an dieser Art süßlichen Electrosounds. In jedem Fall ist das was LyLee macht sehr authentisch, ihre Texte sind allesamt sehr persönlich und folgen der Überzeugung "Sei du selbst". Auf der Maxi-Single "Sternentanz" finden sich neben der Radio Version noch die Extended Version und die Chillout Version von dem Lied. Ein weitere Song auf der Single ist das Lied "Kein Weg zu weit", der mir persönlich noch besser gefallen hat, als der Song "Sternentanz". Demnächst wird es mehr von LyLee geben, weitere Produktionen sind in Vorbereitung. Wir sind gespannt. Fazit: Newcomer-Alarm!



Lotus Feed A Different Place



Wertung: (7/7) Monden

(Afmusic)


Fast 15 Jahre dauerte es bevor das erste Album der Waverockband Lotus Feed nun endlich erscheint. Ein Album bei dessen Hören man unweigerlich in eine Zeit zurückversetzt wird, in der handgemachte Musik noch üblich war. Mit viel Wave und noch mehr Rock erschaffen Lotus Feed auf diesem Longplayer gitarrenlastige schwermütige Songs, die das Herz eines jeden Alt- und Jungwavers berühren werden. Bereits der erste Songs "Trouble" bietet einen druckvollen nachhaltigen Rocksound, der so auch locker in den 80`ern hätte veröffentlicht werden können. Ob düster depressiv verspielt ("She Runs") oder schräg wavig ("Drawn Too") - Lotus Feed erschaffen auf ihrem Debüt eine enorme Bandbreite dessen, was im Rockbereich heute noch möglich ist. Gerade der Song "Drawn Too" hat zudem wahre Ausnahmequalitäten und wirkt zeitlos genial - der heimliche Hit des Albums! Mit "A Different Place" zeigen Lotus Feed eindrucksvoll, dass sich Warten lohnen kann. Ein musikalisch wie optisch wunderbares Stück Musikgeschichte. Anspieltips: "Drawn Too", "Get Me Out". Fazit: Rock on!



EGOamp Welcome to the Cabinet



Wertung: (7/7) Monden

(Ionium / afmusic)


"Etwas aufregendes wird geschehen" - so sieht es bei EGOamp dieser Tage definitiv aus, denn mit ihrem neuen Longplayer "Welcome to the Cabinet" ist die Band derzeit in aller Munde. Selten war eine Electroveröffentlichung so herbeigesehnt worden wie dieser Longplayer. Thematisch ist "Welcome To The Cabinet" beeinfusst von der Zeit der frühen 20`er Jahre des letzten Jahrhunderts und vor allem des Stummfilms, der in jenen Tagen seine ersten große Erfolge feierte. Allen voran ist hier sicher "Das Kabinett des Dr. Caligari" zu nennen, ein Film, der den klassischen Horrorfilm etablierte. Der Song "The Cabinet" war für EGOamp bereits im letzten Jahr in diversen schwarzen Szenediscos ein Clubhit. Obwohl eine Coverversion der britischen Band "Das Kabinette", weiß diese Neuinterpretation des New Wave Klassikers vollauf zu überzeugen. Stark auch der Song "The Carnival", der wohl zu dem neuen Clubhit der Band werden könnte. EGOamp bieten besten Electrosound und klingen auf "Welcome To The Cabinet" sehr frisch und modern. Verschiedene Stile und Stilformen finden in den Sound der Band und schaffen so eine interessante Mischung. Für ein Debüt ist "Welcome To The Cabinet" wirklich herausragend und dürfte bald schon viele neue Fans gewinnen. Absolut clubtauglich und ein wahrer Hammer! Anspieltips: "The Carnival", "The Cabinet", "We Are Freaks". Fazit: Genial!



David A. Line Songbook Vol.1:Seensucht



Wertung: (6/7) Monden

(Von Grafenwald Rec.)


Gänzlich andere musikalische Wege schlägt dieser Tage David A. Line ein. Der Mastermind von Untoten und Soko Friedhof zeigt auf seinem ersten Soloalbum "Songbook Vol.1:Seensucht" von einer ungewohnten Seite und folgt als Singer & Songwriter den Spuren deutschsprachiger Chansonsänger. Die inhaltschweren Texte handeln von einer rauhen dreckigen Umwelt in der der Protagonist sich wiederfindet. Sehnsucht, Liebe, sich ständig auf der Reise befinden und dennoch kein Ziel erreichend - all dies ist Teil der Gedanken von David A. Line. Der Künstler hat hier ein Album geschaffen, dass in keinsterweise mit seinen bisherigen Veröffentlichungen zu messen ist, es ist einfach eine ganz andere Musikrichtung, eine andere Seite des David A. Line, und zudem eine höchst interessante - zeigt es doch auf sehr persönliche Art und Weise die verletzliche Seite eines Künstlers mit viel Lebenserfahrung. Lieder wie "Der müde Tod", "Weisses Rauschen" und "Tanz mit dem Teufel" sind klare ehrliche Lieder eines "unter vielen, der den Traum verloren hat" ("Bist wie ein Vogel"). So kann man denn "Songbook Vol.1: Seensucht" in gewisser Art und Weise als ein Blick hinter die Kulissen sehen, einen traurigen, melancholischen und sehr nachdenklichen Blick in die Seele eines Musikers. Fazit: Prädikat besonders wertvoll!



Lydia Lunch 13.13



Wertung: (7/7) Monden

(Harmonia Mundi / Maquismusic)


Lange Zeit hörte man von Lydia Lunch nichts mehr. Mit "13.13" erscheint nun ein Relikt der Künstlerin, längst vergessene Aufnahmen aus dem Jahre 1981. Das Label Le Son Du Maquis / Maquismusic hat sich zusammen mit dem Vertrieb Harmonia Mundi der Wiederveröffentlichung dieser mittlerweile extrem raren Platte der Künstlerin aus dem Jahre 1982 angenommen. Ursprünglich bei Line/OutLine RECORDS als LP erschienen war "13.13" lange Zeit nur bei diversen Auktionshäusern nur zu Höchstpreisen erhältlich . Die digital remasterte Version von "13.13" bietet gegenüber dem Original einen fantastisch brillianten Klang. Klassiker wie "Stares To Nowhere", "Snakepit" oder "Dance Of The Dead Children" werden so wieder lebendig und klingen düsterer und atmosphärischer denn je. Sicher wird Lydia Lunch mit diesem Rerelease viele neue Fans ansprechen, die zu der Zeit, als dieses Album erschien noch nicht geboren waren. "13.13" ist so gesehen eine wunderbare Reise zurück in vergangene Zeiten und die Ursprünge dessen, was später einmal als Gothic & Deathrock bezeichnet wurde. Anspieltips: "Dance Of The Dead Children". Fazit: Prädikat besonders wertvoll!



Fear Incorporated Sawney`s Cave



Wertung: (6/7) Monden

(Plastic Frog Records)


"Sawney`s Cave" ist der Titel des neuen Albums von Fear Incorporated. Die neue Theatre Macabre Avant Garde Band bewegt sich auf ihrem Debüt musikalisch zwischen Death Rock, Gothic und Batcave. Cam Campbell und Terry Macleay, ehemalige Mitglieder der legendären Death Rock Gothic Band "Sex Gang Children" wirkten an diesem Album mit. Und dieser musikalische Einfluß ist auf dem ganzen Album zu hören. Die 10 Songs des Albums bieten eine düstere Stimmung. Mal theatralisch vorgetragen, mal gesungen sind die Texte der Band allesamt sehr düster und handeln von "Sawney Bean" dem legendären Kannibalen, dessen Familie im 16.Jahrhundert in der Nähe von Edinburgh Reisende verspeiste. Ein Thema, das sicherlich viele Facetten hat. Songs wie "Cannibal King", "Land Of The Dead" oder "Two Black Hearts" zeichnen sich aus durch ihren besonderen Retro-Sound, der oft an die frühen 80´er Jahre des Gothic erinnert. Also holt Eure alten Kutten wieder heraus, liebe Leute, schwingt den Paneesamt und laßt Euch am besten zu viel Nebel von der Atmosphäre von Fear Incorporated beeindrucken. Sicherlich ein Album, das zwar gewöhnungbedürftig aber dennoch extrem anders ist, als vieles, was dieser Tage erscheint. Anspieltips: "Land Of The Dead", "Hunting Party". Fazit: Für Freunde des Makaberen!



Next Generation Anniversaries And Splendid Tragedies



Wertung: (5/7) Monden

(Thexoomo.net)


The Next Generation gab es bereits schon vor vielen vielen Jahren einmal. Die EBM Electro Band wurde 1986 von Tom S. gegründet, nachdem er die Fun-Techno-Band "Zivilschutz" verlassen hatte. Als musikalischer Kopf der Band war Tom zuständig für das arrangieren und komponieren der Songs. Kurze Zeit später war mit Andy R., Gerry L. und Karl B. weitere Mitstreiter gefunden und die erste Maxi Exposure wurde 1988 veröffentlicht. Nach diversen Veröffentlichungen, die heute noch Kultstatus besitzen zog sich Tom S. aus familiären Gründen aus dem Musikgeschäft zurück. Nun im Jahr 2011 sind Next Generation wiedervereint. Zusammen mit seinen ehemaligen Bandkollegen Andy und Gerry wurde das Album "Anniversaries And Splendid Tragedies" aufgenommen, ein Album, das zurecht tief in die Ursprünge des Electrosounds zurückgeht und diese neu ergründet. Next Generation gelingt es musikalisch einen Bogen zu schlagen zwischen dem Gestern und dem Jetzt und Hier. Lieder wie "Bloody Pierced", "The Wait Is Over" und "Fearless" klingen heutzutage einfach unverwechselbar und ganz anders als die sonst bisweilen übliche Electrokost. Ein besonderes Erlebnis für jeden Electrofan. Anspieltips: "Compassionate Torture", "Fearless". Fazit: Retro vom feinsten!



The Shock Project Charly



Wertung: (5/7) Monden

(Afmusic)


The Shock Projekt sind ganz neu im Gothic / Wave Bereich. Die Band entstand aus Mitgliedern der nicht mehr existenten Gothicrockband Curious. Auf ihrer ersten Single "Charly" finden sich drei Lieder der neuen Band, die sich im Spannungsfeld von Gothicrock, Wave und Indie bewegt. Mal melodisch düster (Charly), emotional verträumt (Selfishness) oder einfach nur schön melodisch (Your Virtues) lassen The Shock Projekt keinen Zweifel daran, dass sie über eine große Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten verfügen. In ihren metaphorisch ausgekleideten Texten zeigen The Shock Project sarkastisch und provokant ein ums andere Mal auch verschleierte Gesellschaftskritik. Mit sphärischen Keyboardklängen, flirrenden Gitarrensoli und indieangehauchter Bassgitarre finden sich hier auch unverkennbar musikalische Anleihen an die 80`er. Es ist schön, dass es Bands heute noch gelingt diesen Sound wiederzuentdecken. Anspieltips: Charly. Fazit: Interessante Newcomer.



Shino Transition



Wertung: (5/7) Monden

(Afmusic)


Mit Transition veröffentlicht Shino dieser Tage eine Werkschau, die mit 21 Liedern sehr umfangreich gelungen ist. Shino`s "Acoustic Gothic" besteht aus einer Mischung als wenn Lestat aus "Chroniken der Vampire" und Johnny Cash aufeinandertreffen würden - handgemachte Gitarren-Akustikmusik trifft auf klassische Klänge und entführt den Hörer in eine melancholisch düstere Welt, die - man kann es sagen - durch viele Höhen und Tiefen führt und letztlich sich doch dem Licht der Erkenntnis zuwendet. Transition ist eine Sammlung von alten und neuen Songs der Band, dabei hat man viel Wert auf der Auswahl der Songs gelegt. Viel ist von den bisherigen Veröffentlichungen der Band zu hören, Lieder wie "XXX", "Vampires Love" oder "Winter Flowers" sind Klassiker der Band, die auf dieser Zusammenstellung unbedingt vertreten sein mussten. Aber auch neue Lieder wie etwa "Melancholia", "Fall Days" und die Neuaufnahme von "Schlaflied" und "My Mistress" wissen zu überzeugen. Man darf sehr gespannt sein, wie es mit Shino demnächst weitergeht. Fazit: Für Fans und solche, die es werden wollen!



Minimal Kommando Collection



Wertung: (6/7) Monden

(Youtunez)


Minimal Kommando ist ein Musikprojekt aus Köln, das sich der Musik der frühen 80`er Jahre verschrieben hat. Der Sound von Minimal Kommando ist zweifelsohne elektronisch geprägt, enthält jede Menge Experimentierfreude und Avantgardismus. Mit "Collection" veröffentlichen Minimal Kommando jetzt erstmals eine kleine Werkschau mit Songs aus den ersten beiden Alben "Mute And Scream" und "Television". Monotone Beats und sich ständig wiederholende Rhytmen und Sprachsamples reduzieren den Klang auf das wesentliche und lassen hier und da ein dystopisches Gefühl aufkommen. Beeinflusst von Bands wie The Units, Tuxedomoon, Futurisk oder The Art Of Noise schaffen Minimal Kommando das Kunststück mit einfachen Mitteln den schrägen Sound der 80`er neu aufleben zu lassen. Dabei hat man das Gefühl, dass sie selber damals schon dabei waren, so authentisch kommt es beim Hörer an. Anspieltips: "Enter Aquarius", "And There Were You", "Monochrome", "Analog Digital". Fazit: Eine positive Überraschung.



Atomic Flower Mercenary



Wertung: (5/7) Monden

(Af Music)


Die Band Atomic Flower existiert bereits seit dem Jahr 2001. Das Projekt um Sänger und Gitarrist Marco Predicatori ist derzeit mit den Aufnahmen zu dem neuen Album "Destiny`s Call" beschäftigt. Als ersten Appetizer zu dem Album gibt es nun die 3 Track Single "Mercenary", die einen guten Vorgeschmack auf das kommende Album bietet. Thematisch bewegen sich die Songs zwischen moralischer Verwerflichkeit und dem Wertezerfall der Gesellschaft. Die atmosphärisch düsteren Rocksongs überzeugen durch ihre Melodien und eingängigen Rhytmen. Zwischen Metal, Doom und Psychedlic lassen Atomic Flower es hier so richtig krachen. Dabei ist die charismatische Stimme von Frontmann und Sänger Marco Predicatori wirklich sehr stimmig im Gesamtbild. Man darf gespannt sein, wie sich das Album anhören wird. Anspieltips: "Destiny`s Call", "King Or Slave". Fazit: Antesten!



No:Carrier Between The Chairs



Wertung: (6/7) Monden

(Electric Heresy)


Nach einer längeren Pause melden sich No:Carrier zurück und wieder ist es die ausgewogene Mischung zwischen Pop, Electro und Wave, die No:Carrier ihren unverwechselbaren Sound beschert. Vieles, was auf ihrem neuen Album "Between The Chairs" zu hören ist, klingt irgendwie vertraut - warme Sounds voller Melancholie und Emotionen finden sich hier. Christian Wirsig und Cynthia Wechselberger haben sich zurecht einige Jahre Zeit gelassen mit dieser Veröffentlichung, die wieder voller schöner Melodien und anspruchsvollen Texten ist. Mit Lieder wie "Casting The First Stone" und "Cask Of Wonders" gelingt es der Band recht ordentliche cluborientierte Musik zu produzieren. No:Carrier scheinen bei dem neuen Album offen wie nie für neue musikalische Einflüsse - so finden sich experimentelle frische Sounds in allen Liedern. Gerade Lieder wie das philosophische "Jerusalem Upon Your Palm" oder das tief melancholische "The Way You Laughed" geben zudem einen intensiven Einblick in die ruhigeren Seiten der Band. "Between The Chairs" ist eine Art Bestandsaufnahme - ein Querschnitt aus dem musikalischen Schaffen der letzten acht Jahre, die auch einige Onlineveröffentlichungen berücksichtigt. Ein Album, das überzeugt und sicher noch mehrfach im CD-Player laufen wird. Anspieltips: Casting The First Stone, Cask Of Wonders. Fazit: Gelungenes Comeback.



Shirayas Dream Venus Calls



Wertung: (6/7) Monden

(Shirayas Dream)


Die Berliner Band ShirayasDream veröffentlicht dieser Tage mit Venus Calls ihr neues Album. Nach einem Ausflug der Band in die Gefilde der Medienlandschaft und ihrer Teilnahme an der RTL-Sendung "Das Supertalent" sind ShirayasDream nun zurückgekehrt zu ihren Wurzeln und liefern mit "Venus Calls" nach "Magic Carpet" und "Floating In Space" ihr sicher bisher bestes und ausgereiftestes Album ab. Und wieder sind es die Klänge, die nicht von dieser Welt zu stammen scheinen, die dieses Album dominieren und die die Band selber als Alien Pop bezeichnet - eine MIschung aus Oper, Darkwave, Elektro und Weltmusik. 14 Lieder finden sich auf diesem Album - 14 mal erlebt der Hörer eine fremdartige Klangwelt die - so scheint es - tief aus den Weiten des Weltalls stammt. Songs wie "Run If You Can", "On The Other Star" oder "Funeral" leben von ihrer endlichen Unendlichkeit, die einen weiten musikalisch snsprechenden Raum erschafft. Zweifelsohne sind die Klangkompositionen von Shirayas Dream gekonnt anders und leben von dem Gesang der klassisch ausgebildeten Mezzosopranistin. "Venus Calls" ist ein modernes Pop Album, das zeigt, das Popmusik sich in vielerlei Richtungen entwickeln kann. Anspieltips: "Venus Calls", "On The Other Star". Fazit: Auf zu neuen Welten!



Anubiz Momentum



Wertung: (6/7) Monden

(Point Music / Nicrothal Records)


Die Band Anubiz besteht ja nun auch schon eine ganze Weile und immer ist es Anubiz gelungen mit ihren Veröffentlichungen neue Fans dazu zu gewinnen. Dies wird auch mit "Momentum" sicher der Fall sein, denn ohne Umschweife ist dieses ihr bislang wohl wichtigtes und beeindruckstes Werk. Die Band um die Sänger Katrin Block und Jörg Erkelenz versteht es gekonnt düsteren Rock mit deutschsprachigen Texten zu produzieren und erschafft Lieder denen eine ganz besondere Tiefe und Stimmigkeit innewohnen. Ein solches Lied ist das eher ruhige "Es darf nicht brennen" ganz gewiß - voller zärtlicher Melancholie gibt hier Katrin Block wunderbar ihren Gesang zum Besten, aber auch schnelle harte Rocksongs die ein ums andere Mal in den Metalbereich driften sind auf "Momentum" zu finden. "Der Feuermann" ist da ein solches Lied, es rockt schon gewaltig in diesem Song und dies dürfte wohl auch für Anubiz ein heimlicher Clubhit werden. Alles in allem ist man mit "Momentum" bestens unterhalten, wenn man auf Gothic und Dark Rock steht. "Momentum" ist definitiv das bisher beste Album der Band und man kann sagen, dass hier die Band schon in gewisser Art und Weise über sich selbst hinausgewachsen ist. Anspieltips: "Fernsucht", "Der Feuermann". Fazit: Let`s rock!



No More 7 Years - A Compilation 1979 / 1986



Wertung: (7/7) Monden

(Echozone / Intergroove)


Die Geschichte von No More ist eine typische Bandgeschichte, wie sie so oft vorkommt. Man kommt als Band zusammen, geht einen langen gemeinsamen Weg und erschafft in dieser Zeit Lieder, die Spuren hinterlassen. No More haben dies sicher getan und nicht zuletzt ihr Klassiker "Suicide Commando" ist heute immer noch ein Kultsong, der auf keiner guten Gothic/Batcave/80`er Party fehlt. Nach dem die Band 1986 nach sieben Jahren getrennte Wege ging, fand man 25 Jahre später wieder zusammen zu einem erstaunlichen Comeback und arbeitet heute wieder an neuen Songs. 2006 erschien mit "Remake/Remodel" ein Album mit überarbeiteten Versionen ihrer größten Hits inklusive einer umfangreichen Remixsammlung von ihrem Hit "Suicide Commano". Doch nichts geht über das Original und die ursprünglichen Lieder und so finden sich auf dieser Best-Of "7 Years - A Compilation 1979-1986" die wirklich interessantesten Songs von No More aus den Jahren 1979 bis 1986. Es handelt sich um Songs, die fast schon als verschollen galten, von Alben die nur schwer oder so gar nicht mehr erhältlich sind - Originalaufnahmen von Too Late Records, Wishbone Records oder den legendären Roof Music. "Dim The Lights", "I Still Bear The Scars", "Golden Games" "Do You Dream Of Angels in Big Cities", "Waiting For The Man" - allesamt Klassiker. Fazit: Prädikat besonders wertvoll!



Explizit Einsam Reflexion Unendlich



Wertung: (6/7) Monden

www.expliziteinsam.de


Mit der CD Reflexion:unendlich melden sich Explizit Einsam dieser Tage eindrucksvoll zurück. Das Gothic Darkwave Projekt veröffentlicht mit Reflexion:unendlich ein Album, dass musikalisch anknüpft an den Sound früherer Alben wie etwa "Kelch der Trauer" oder "Das Elixier". Erneut fusioniert die Band hier Elektronik, Darkwave und mittelalterliche Klänge zu einem ganz eigenen düsteren und synthetischen Sound. Immer noch zentraler Mittelpunkt der Musik von Explizit Einsam ist der Sprechgesang von Andreas J. Ohle. Mit dem Song "Wunsch" gelingt Explizit Einsam ein richtig clubtauglicher Song, der durch seine eingängige Melodie besticht. Raum für ruhigere nachdenklichere Klänge bieten Lieder wie "Unschein" oder "Wandel im Geiste". Auf Reflexion:unendlich finden sich aber auch wieder viele wunderschön klingende Instrumentalsongs wie etwa "Von dem Licht" oder das beeindruckende "Carpe Noctem". Mit dem experimentellen Song Erosion endet dieses neue Werk - ein offenes Ende trotz des finsteren Titel - man darf gespannt sein auf weitere Musik von Explizit Einsam. Anspieltips: "Unschein", "Wunsch", "Von dem Licht". Fazit: Einfach nur schön!