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Das Synthie-Pop noch lange nicht tot ist, zeigt dieser Tage eindrucksvoll Nik Page mit seinem Projekt Blind Passenger. Bei diesem Namen wird sicher der ein oder andere aufhorchen. Bereits die Singleauskopplung "Don`t drag me down" zusammen mit Joke Jay zeigte unmißverständlich, dass Nik Page hier zurück zu seinen musikalischen Wurzeln reist - mehr als 15 Jahre nach dem Kult-Album "The Glamour Of Darkness" ist "Next Flight To Planet Earth" ein modernes Sci-Fi-Synth-Pop-Album. Page zollt den musikalischen und technischen Entwicklungen der letzten Jahre durchaus Respekt und versteht es gekonnt Future Pop und Dark Electro Einflüsse in seinen neuen Sound miteinzubauen, der letztlich wie ein Update früherer Blind Passengers Aufnahmen klingt. Was früher gut war ist heute immer noch gut und viele Electro-Pop-Fans wird dieses Album sicher Freude bereiten. Lieder wie Sincity, Heart Of A Sun oder Chemical Rocket Engines sind geprägt von unterhaltsamer Selbstironie. Blind Passenger schaffen hier ein modernes 80`er Jahre Wave-Feeling im futuristischen Ambiente. Es gibt andere Beispiele von Bands, die es mehr oder weniger erfolgreich geschafft haben an ihre früheren Werke anzuknüpfen. "Next Flight To Planet Earth" ist da ein gelungenes Comeback und sollte gleichzeitig andere Bands dieser Zeit ermutigen auch zurückzukehren. Der Szene wird es gut tun. Anspieltips: Electropop, Don`t drag me down, Sincity. Fazit: Cool, cooler, Nik Page. |
Whispers In The Shadow beweisen auch auf ihrem neuen Album "The Eternal Arcane" wieder ihre musikalischen Qualitäten als Songschreiber für düstere leicht verträumte Rockballaden. "The Eternal Arcane" ist ein Album, das punktgenau mitten ins schwarze Herz trifft und dort für viel Emotionen und Gedanken sorgt. Mit Liedern wie "Haloes at dawn", "The Lost Souls" und "Amenta descending" setzten Whispers In The Shadow musikalische Höhepunkte auf diesem Album und lassen "The Eternal Arcane" zum neuen Referenzwerk in Sachen Gothicrock werden. Die verführerischen und zugleich düsteren Melodien der Band sind die Basis für Geschichten und Phantasmen aus dunkler Zeit. Man kann sagen, dass dieses Album das bisher beste der Band ist und ein Meilenstein in der Geschichte von Whispers In The Shadow. Whispers In The Shadows haben sich selbst übertroffen! Anspieltips: "If Uriel Falls", "Clouds Without Water". Fazit: Genial! |
Bereits mit der Vorabsingle "Moving Light" überraschte uns dieser Künstler. Das erste Soloalbum von Stian Shiver erscheint dieser Tage. Der Sänger und Songschreiber der Band Portash knüpft hier nahtlos an bisherige musikalische Erfolge an und liefert mit Hibernation ein exzellentes Electro-Pop Album, das wunderschöne melancholische Lieder von Sehnsucht und Wärme enthält. Wer sphärisch hymnischen Electro-Pop mag, dem wird dieses Soloalbum sehr gefallen. Dabei bietet Stian Shiver auf seinem ersten Album eine große Bandbreite von epischen Liedern wie "Dreamwalker" bis hin zu minimalistischen Songs a la "The Day I Lost Myself". Alles in allem überzeugt Hibernation als eine glasklare Electro-Pop Produktion. Die limitierte Fassung des Album enthält zudem eine Bonus-CD mit zahlreichen Remixen. Ein gelungenes Debüt! Anspieltips: "Dreamwalker", "Moving Light". Fazit: So muß Electro-Pop klingen. |
Mittlerweile gibt es das Label Echozone ja nun auch schon etwas länger und da ist es sicher an der Zeit einen Überblick über das Labelangebot zu geben! Das tun Echozone dieser Tage mit der genialen Compilation "Correlation". 160 Minuten Musik finden sich auf dieser Doppel-CD mit vielen bekannten Bands aus dem Echozone Kosmos. Allen voran sind da zu nennen bekannte Gesichter wie Whispers In The Shadow, Golden Apes, Mob Research, White Rose Transmission, Wayne Hussey, Minusheart, Zeritas, No Comment. Aber auch viele Newcomer finden sich auf diesem Sampler, der einen klasse Querschnitt durch die aktuelle Gothic, Darkwave, Electro und Industrialszene bietet. So sind z.B. auch Lost Area, Bionic, Avoid-A-Void, Division Kent, Eigensinn, Dead Guitars mit exklusiven Songs vertreten. Das ist auch das wirklich besondere an diesem Sampler, jedes Lied ist entweder bisher unveröffentlicht oder wird erst demnächst veröffentlicht. Eine rundum gelungene Compilation mit wohltuend anderen Bands, als bei den sonst üblichen Magazinveröffentlichungen. Anspieltips: "Whispers In The Shadows - The Lost Souls", "Golden Apes - Liberation", "Zeritas - Dritte Person Singular". Fazit: Pflicht für alle, die mal etwas Neues wollen! |
"Global Fobia" ist der Titel des neuen Albums von Kaos Krew, die mit gewichtigen Argumenten voller epischer Rockklänge uns hier verzücken. Metal as Metal best! Es rockt und rockt und rockt - genauso wie man es sich von einem guten Rockalbum wünscht. Elf Songs finden sich auf diesem Album, das druckvoll pulsierend das Blut in den Adern kochen läßt. Songs wie "Tinnitus" oder "Which Bitch" lassen keinen Zweifel darüber, dass Rockmusik noch lange nicht tot ist und Ulf Skoog Mastermind der Band, Songschreiber und Sänger zugleich offenbart uns hier sein dunkles Innerstes. Sicher wird es nicht lange dauern, bis dieses ausgewöhnliche Metalquartett, das durch Göran Fellman , Thomas Öst und Zacharias Ahlvik sich erst richtig zu dem entwickeln konnte, was es heute ist, die Bühnen auch in Deutschland bald rocken wird. Anspieltips: Tinnitus. Fazit: Supa! |
Das neue Album von Clonecircle ist wieder ein heftiger metallischer Angriff auf die Gehörgänge. Das nordische Quartett besteht aus Martin Hellgren (Vocals / Bass / Keys), Morten Sandberg (Guitars / Keys / Programming), Kim Kvist (Drums) und Thomas Y (Guitars). Zusammen ist die Band schon seit längerem in ihrem Heimatland der Geheimtip für düsteren Rock. "Behind The Wire" rockt hart und härter mit Liedern wie "Undying", "Follow Me" und "Obey". Die elf Songs des Album sind - so muß man es einfach sagen - konzentrierte dunkle Energie, die nur richtig laut sich gut anhört! Also, Boxen aufdrehen und abrocken! In ihren Texten gehen Cloncecircle auf all die Themen ein, die unserer finsteren Herzen bewegen. Vampire, Zombies, Antichristen und allerlei sonstiges Volk findet thematisch hier seinen Platz in munteren Geschichten, die voller Düsternis und Verhängnis zugleich sind. Anspieltips: "Undying", "Behind The Wire". Fazit: Wow! |
Das sind sie wieder, die Band von der man immer wieder aufs Neue überrascht wird. eNVie folgen auch auf ihrem neuesten Album keinem bekannten Trend und überraschen durch eine Mischung von vielen verschiedenen Musikstilen. Pop, Dark Pop und Electro Klänge verschmelzen hier zu etwas Neuartigem. "Another Possibleness" ist ein instrumentales Album, dass sicher gewöhnungsbedürftig aber trotzdem spannend ist, da immer wieder verschiedenen Musikstile und Sounds in die Lieder miteingebracht werden - gleichsam einer musikalischen Reise. 16 Liedern finden sich auf diesem Album, dass sicher eines ist - außergewöhnlich. Anspieltips: Another View, Temptation. Fazit: Mal anhören - vielleicht gefällt`s! |
In der elektronischen Musik gab es in den letzten zwanzig Jahren viele verschiedene Strömungen - eine davon war der sogenannte Waxtrax Sound, den Tense mit ihrem Debüt-Album Memory wiederbeleben. Frustiert über die Entwicklung der elektronischen Musik in den letzten Jahren entschied sich Musiker Robert im Winter 2006 selbst aktiv zu werden und begann mit diversen elektronischen Instrumenten, Synthesizern, Keyboards und zweckentfremdeten Computern zu experimentieren. Harte Beats, tiefdröhnende Basslines und maschinelle Rhytmen sind die die musikalische Basis von Tense, die jedoch erst wirklich gewinnt durch den verstörenden Gesang, der irgendwie typisch 80`er Jahre lastig klingt wie eine Mischung aus Front 242 & Klinik meets DAF. Klasse Electronic Body Music läßt das Herz hier höher schlagen. Mit Liedern wie "Work Hard Short Life", "Sin Realite" oder "Perpetual Swim" ist Tense absolut Retro und zugleich doch wunderbar nostalgisch. Unglaublich, dass Tense mit diesem Sound aus Houston, Texas (USA) stammen, würde man doch eher glauben, dass dies ein europäisches Projekt ist. Wenn man jedoch genau hinhört kann man fast schon die Hitze der Maschinen spüren. Erfreulicherweise treten Tense mittlerweile auch live auf und Musiker Robert wird bei der Live Performance von MKF Kunst (E-Drums) und Jake Five von Denton TX an den Synthsizern unterstützt. Fazit: Eine der interessantesten Veröffentlichungen der letzten Wochen! |
Toxic N Blue sind wieder da und veröffentlichen dieser Tage die Doppelsingle "Fly Tonight / Borderline". Wieder schaffen es Toxic N Blue mit ihren wunderschönen Melodien zu überzeugen. Electro-Pop wie er besser nicht klingen kann! Mit dem Song "Borderline" widmet sich die Band dem brandaktuellen Thema "Schönheitschirugie vs. natürliches Altern" und stellt den zunehmenden Schönheitswahnsinn an den Pranger. Der Titel "Fly Tonight" hingegen beleuchtet das Thema der zwischenmenschlichen Beziehung von Zuneigung und Hingabe unter devoten und dominanten Aspekten. Beides Songs stammen aus der kommenden CD von Toxic N Blue, die bald erscheint. Besonders interessant sind hier erneut die Remixe, denn keine geringerer als Joke-Jay steuert hier eine Edit-Version von Borderline bei, die richtig clubtauglich ist und auch der Wamb Remedy Remix weiß zu gefallen. Lieder, die die Clubs der Republik zum Kochen bringen werden! Wir sind gespannt, was von Toxic N Blue noch zu erwarten sein wird. Fazit: Anhören lohnt! |
"Denying The Tower Our Words Are Falling From ..." ist das mittlerweile sechste Album der Golden Apes. Seit über 10 Jahren ist die Band fester Bestandteil der alternativen Wave und Gothic Szene. Der charismatische Frontmann Peer Lebrecht zeigt auch bei dem neuen Album der Band wieder seine Qualitäten als Sänger und erschafft mit der Band zusammen zwölf musikalische Waverockperlen, die zeitlos scheinen. Songs wie "Windlands", "And Thus He Spoke" oder das wirklich mitreissende "Rays Of Light" erinnern an die beste Zeit des Waverock in den 80`er Jahren und man erkennt hier und Einflüsse von Bands wie etwa The Chameleons, Joy Division oder The Psychedelic Furs. "Denying The Towers Our Words Are Falling From ..." ist nicht nur einfach ein Album, sondern in gewisser Weise auch ein Statement. Hört man sich die Lieder des Albums genau an, dann erkennt man viel von dem, was die Band bewegt und worüber sie sich Gedanken machen. Es sind Geschichten, die Golden Apes erzählen, Geschichten, die spannend sind und nicht immer glücklich enden, wie auch das Leben selbst. Und gerade dies macht diese sechste Veröffentlichung der Band bei aller Retrofreude so interessant. Anspieltips: "Windlands", "And Thus He Spoke". Fazit: Genial! |
Nach ihrem zweiten Longplayer "Man Machine" aus dem Jahr 2008 erscheint dieser Tage das dritte Album von Lost Area auf dem von dem Electro-Trio erneut futuristisch anmutende Pop-Hymnen zu hören sind. Die spacigen Sounds passen perfekt zu dem abwechslungsreichen Gesang von Frontmann und Gitarrist Markus Bär, verstärkt durch Andi Grundlers rauhe Stimme und einem prägnanten Gitarrenspiel. Lost Area anno 2010, dass ist der Versuch perfekten Electro-Pop zu produzieren und man muß einfach sagen, dass Lost Area dies sehr gut gelungen ist. Wie würden Placebo klingen, wenn Sie Electro-Pop machen würden? So oder so ähnlich könnte man das neue Album "Memoria" beschreiben, bei dem der Perfektionismus auffällt mit dem jede Note, jeder Sound sorgfältig ausgewählt zu sein scheint. Offenkundig haben sich Lost Area sehr viel Zeit bei der Produktion und dem Songwriting von Memoria gelassen und liefern ein Album ab, dass einfach genial klingt. "Memoria" ist Future-Pop pur und kann als neuer Standard für das Genre gesehen werden. Gleich mehrere Clubhits finden sich auf diesem Album! So sind es vor allem die Lieder "Mirror" und "Lies", die schon bald in den Szene-Tanztempeln erklingen werden. Mit "Memoria" heben sich Lost Area deutlich vom Synthie-Einheitsbrei ab und liefern einen zeitlosen Klassiker. Anspieltips: "Mirror", "Lies", "Guardian Angel". Fazit: Geheimtip! |
Düster melancholisch und in sich gekehrt klingt die Welt von Andreas Gross. Die neue EP "Stone Thrower" bietet 7 Songs inkl. Remixe von den Songs "Stone Thrower" und "False Prophets". Nach dem Album "Hail to the Employee" erschafft Andreas Gross mit dieser EP erneut fern aller Trends sein eigenes musikalisches Universum. Gefühlvolle Waveklänge, die berühren und verzaubern sind zu hören wie z.B. bei den Liedern At The Edge oder dem wirklich beeindruckenden 1847, das von einer depressiven und fast schon morbiden Soundstruktur lebt. Andreas Gross lebt Musik und seine Musik enthält immer eine Geschichte begleitet von einem gewissen Weltschmerz, der fern jeder Klischees in sich selbst ruht. Mit "Stone Thrower" knüpft Andreas Gross nahtlos an "Hail To The Employee" an und läßt uns erneut träumen! Fazit: Antesten lohnt! |
Remember Twilight rocken auf ihrem neuen Album "Musik über Niedergang & Verderben" was das Zeug hält und laden ein zum munteren Mitsingen und Tanzen. Metal meets Kammermusik! Das im Großraum Stuttgart beheimatete Oktett bietet ein umfangreiches Klangspektrum mit Geigen, Oboen, Cello und einem brachialen Sound aus Metal und Hardcore. Schwarze Romantik pur erklingt hier aus den Boxen bei Liedern wie " Künstler der Dekadenz", "Die Feder" oder "Ich suche Gott". Die deutschen Texte der Band sind allesamt eine Momentaufnahme der Sinnsuche in einer zerrissenen Welt. Da ist viel zu hören von Untergang, Endzeit, Suche nach Glück und Liebe, Tod und Schmerz und alldem, was menschliche Sehnsüchte sind. Mit "Mackie Messer" findet sich zudem eine sehr interessante Neuinterpretation des Klassikers auf dieser CD. Fans von Bands wie etwa Subway To Sally werden Remember Twilight sicher ansprechend finden, und sicher hat Remember Twilight das Zeug dazu aus dem "Zwielicht" ihrer eigenen Schattenexistenz herauszutreten. Fazit: Anhören! |
Ist es möglich, dass gute alternative Rockbands auch mal nicht aus England kommen? Ja, denn The Moog kommen aus Ungarn, um genau zu sein aus Budapest. Nach ihrem Debüt-Album "Sold For Tomorrow", das für viel Aufsehen in Europa und noch mehr in den USA sorgte, folgt nun mit "Razzmatazz Orfeum" ein Album, dass nahtlos an "Sold For Tomorrow" anknüpft. Wieder sind es die rockigen manchmal psychedelischen Melodien, die den träumerischen Sound von The Moog prägen. Dabei kombiniert der Titel des Albums das englische Wort für Rummel mit der ungarischen Bezeichnung für einen Künstlertreff aus der Zeit der Habsburgerdynastie. Lieder wie "This Is Horror", "Panic" oder "You Raised A Vampire" leben von ihrem düsteren Charme und geben The Moog ein generationenübergreifendes Image, etwas mit dem sich alle die Rockmusik mögen auf die ein oder andere Art und Weise identifizieren können. So gesehen sind The Moog sicher ein modernes Poprockphänomen und man darf gespannt sein, was man von dieser jungen sympatischen Truppe noch erwarten kann. Anspieltips: "This Is Horror", "You Raised A Vampire". Fazit: Vampire aufgepasst, hier kommen The Moog! |
Juhu, wie lange musste man darauf warten, dass der geniale Pulstar Song einmal gecovert werden würde? Von vielen bereits vergessen war dieser Song doch Anfang der 80`er Jahre einer der ersten richtigen Electro-Pop Hits. Nun haben es also No Comment geschafft dieses wunderbare Lied zu covern und dass gar nicht mal schlecht! In der Tat hört sich die neue Version von Pulstar wirklich grandios gut an. Zu finden ist dieser Song auf der neuen EP Like A Record von No Comment, die zudem eine Coverversion von You Spin Me Round (Like A Record) beinhaltet und einige Remixe älterer No Comment Titel. "Like A Record" ist eine Art Brücke zwischen den frühen 80`er Jahren und heute und zugleich der musikalischen Entwicklung von No Comment. Von dieser kann man sich überzeugen, denn auch eine frühe 1998`er Version von You Spin Me Round (Like A Record) findet sich auf dieser EP. No Comment haben hier eine gelungene kleine EP veröffentlicht, die die Wartezeit zum sicher bald kommenden nächsten Album der Band verkürzt. Moderner kann Electro-Pop wohl kaum klingen. Anspieltips: Pulstar 2010 Single. Fazit: Cool! |
Mit einer gehörigen Portion 80`er Jahre Sound kommt uns die französische Band Double Elvis mit ihrer EP Vampyre Songs. Sänger und Gitarrist Jean-Christophe Boccou ist zugleich Songschreiber der Band. Die EP ist der Vorabbote des kommenden Albums "Twins On Canvas". Auf der EP "Vampyre Songs" finden sich insgesamt 5 Titel, neben dem Titelsong und einem Remix desselbigen gefällt vor allem der Track "A Sea Of Ashes", eine düster rockige Ballade, die Ohrwurmcharakter hat. Double Elvis erfinden sicher nicht das Genre neu, aber ihre Mischung aus Dark Pop und Rock gefällt irgendwie doch recht gut. Also solltet Ihr mal ein Ohr dieser neuen EP widmen. Anspieltips: Vampyre Songs, A Sea Of Ashes. Fazit: Reinhören! |
Relativ früh erscheint von The Atomic Nurses bereits ein Best-Of Album. Die Doppel-CD "Lost In The Supermarket 2006-2010" ist eine Zusammenfassung des bisherigen Schaffens der Electro-Pop Band The Atomic Nurses. Ätherisch atmoshärische Klänge und gängige Electro-Pop Sounds kombinieren The Atomic Nurses gekonnt zu zeitlosen Songs, die futuristische Themen aufgreifen. Lieder wie "The Gun On Ice Planet Zero", "Orgasmotron" oder "Your Electronic Dress" zeichnen sich aus durch kalte atmosphärische Electronic - und dazu passend ist der Gesang von Stina und Zasu ebenso kalt und emotiononslos - fast schon maschinell. Dies ist faszinierend und zugleich sehr spannend. Electro-Clash Pop mit einem besonderen weiblichem Charme und zugleich eine Bereicherung der minimalelektronischen Bewegung mit Bands wie etwa Ladytron oder Client. Auf dem Doppel-Album findet sich wirklich das Beste der Band! Eine gelungene Compilation! Anspieltips: Orgasmotron, The Gun On Ice Planet Zero. Fazit: Popmusik der neuen Moderne! |
Eine Band die sich Weltraum nennt ist schon ein komischer Name, oder? Nun, die Musik von Weltraum ist die Idee des spontanen musikalischen Schaffens, ein Prinzip, das jahrhundertealt ist und in vielen Kulturen vorkommt. Ein Weltraum-Konzert ist immer ein Zusammenspiel zwischen den Zuhören und der Band selbst, jeder beeinflußt sich gegenseitig, alles beinflußt sich gegenseitig und Weltraum versucht diese Echos musikalisch zu erfassen. Die sehr komplexen Lieder der Band dauern z.T. mehr als 10 Minuten und sind eine musikalische Reise, in der sich vieles verändert, Instrumente, Art und Tempo der Songs - ein wenig erinnert das Ganze an eine Art Jazz - sehr frei und ungezwungen. Jedes Jahr veröffentlicht die Band 4 CD Alben, die sie bei diversen Live-Events oder in Eigenregie aufgenommen haben. Es sind kreativ chaotische unvorhersehbare musikalische Dokumente, bei denen man nicht weiß, was einen erwartet. Dabei werden Erinnerungen wach an die frühen 70`er Jahre und Bands wie etwa Amon Düül oder die frühen Pink Floyd, die ebenfalls keine Grenzen kannten. Trotzdem wird das Anhören von "Feuer" nach einer gewissen Zeit langweilig. Vielleicht mag ja Weltraum live packender sein. Fazit: Gewöhnungsbedürftig. |
Lust auf besten Düster-Rock? Dann seid Ihr bei Exit To Eden genau richtig. Das musikalische Quartett bestehend aus David, Inschi, Radomir und Werner existiert nun schon eine ganze Weile. Die österreichische Band veröffentlicht mit "From The Other Side" ein wirklich schönes Album, dass zwischen Batcave, Gothic, und Dark Rock auf geschickte Art und Weise von zu Song zu Song hin und her pendelt und nie langweilig wird. 8 Songs finden sich auf "From The Other Side", 8 wirklich hochklassige Lieder mit gutem Arrangement und soundtechnisch sauber aufgenommen. Gleich zu Beginn des Albums erwartet uns mit dem Titel "Sarah" ein Ohrwurm, den man einfach spontan mitsingen möchte. Etwas schrammeliger und definitiv Batcave-lastiger geht es dann bei dem Song "Broken D" zu und auch die anderen Lieder wie "Holy Book Of Love", "Acting Like A Child", "She Is", "Tears of Torture", "Pretty Jack" wissen zu überzeugen und mit dem letzten Song "Remember" gibt es zum Schluß eine sich langsam aufbauende und immer weiter steigernde Ballade, die wirklich berührt. Exit To Eden gelingt genau eben das, den Hörer zu berühren und ihn anzusprechen. Und gerade deshalb von man von dieser Band sicherlich noch viel hören. Anspieltips: "Broken D", "Sarah". Fazit: Super! |
Das es noch gute neue deutschsprachige Darkrockbands gibt, zeigen uns dieser Tage Basilisk, die mit ihrem Album "Rote Tränen" die Newcomer in diesem Musikbereich sind. Die Band besteht aus den vier Musikern Rudy (Gitarre, Gesang), Tommy (Keyboard, Gesang), Frank (Bass, Gesang) und Ry (Drums). Mit viel beherztem Rock, ein bißchen Metal hier, ein wenig Mittelalter da erschaffen Basilsik Lieder, die wunderschön klingen. Fans von Bands wie etwa Subway To Sally oder In Extremo werden an Basilsik ihre wahre Freude haben. Vor allem der Titelsong "Rote Tränen" des gleichnamigen Albums hat das Zeug dazu ein richtiger Clubhit zu werden! Ein Lied, das das Potential dazu hat jede Tanzfläche einer guten Metalrockparty zum kochen zu bringen! Insgesamt 13 Lieder finden sich auf dem Album "Rote Tränen" und die Band versteht es geschickt durch den Wechsel von deutschsprachigen harten Rocksongs (Schicksal) und englischen Balladen (Night Of Souls) für Abwechslung zu sorgen. Besonders dadurch das Rudy, Tommy und Frank singen ist eine gewisse Vielschichtigkeit gegeben. Sicher wird man von Basilsik noch viel hören! Wir sind auf jeden Fall jetzt schon Fans dieser tollen neuen Band! Fazit: Newcomer des Monats! |
Ja, endlich neues Electro-Futter von To Avoid! Lange musste man warten auf den neuen Silberling und das Warten hat sich gelohnt. "Passion And Pain" ist EBM-Electro in bester Tradition! Soundtechnisch bewegen sich To Avoid hier vornehmlich in den 90`er Jahren und erschaffen einen ganz eigenständigen Retrosound, der das selbstzerstörerische und düstere Lebensgefühl dieser Zeit wunderbar in die Jetztzeit transportiert. Lieder wie "Passion And Pain" und "Lying Eyes" wären wohl schon zur damaligen Zeit große Clubhits gewesen - und auch heutezutage dürfte dies durchaus möglich sein. To Avoid bringen durch ihren düsteren Retrocharme wieder etwas zum Vorschein, das der Electro-Szene abhanden gekommen zu sein schien. Und schnell wird man frühere Heroen dieser Zeit erinnert, wie X Mark The Pedwalk oder Skinny Puppy. Am interessantesten wird dieses Album im zweiten Teil, denn hier finden sich einige geniale Remixe u.a. von Necro Facility, Cephalgy, Second Disease, Skin Scatzor und Amnistia. Also schwingen wir die alten Knochen und das Tanzbein zu den Klängen von To Avoid, auf das die Tanzflächen beben wird! Anspieltips: "Passion And Pain (Cephalgy Rmx)", "Instrument Of Death (Re-Work 2009)". Fazit: Genial! |
Und wieder gibt es etwas Neues von Syria! "Sixties Alien Love Story" ist der Titel des neuen Albums der legendären Band, die nun schon fast seit mehr als 20 Jahren musikalisch aktiv ist und dabei immer wieder zu überraschen wusste. Ursprünglich eher im Gothic Bereich angesiedelt wandelte sich Syria im Laufe der Jahre hin zu einem alternativ elektronischen Projekt, das sich - so scheint es - auf der Suche nach der Popmusic des 21.Jahrhunderts befindet. Nicht mehr und nicht weniger klingt "Sixties Alien Love Story" - ein mit vielen modernen elektronischen Sounds und mit noch mehr Effekten angereichtes Bankett multipopkultureller Renaissance. Die Stimmung dieses Albums ist eher kalt und bedrohlich, keinesfalls warm, wie dies auf früheren Syria-Alben der Fall war. Die minimalistische Synthezizer-Klänge werden geschickt eingesetzt zu dem verzerrt gläsern wirkenden Gesang von Christian Dörge, Stina Suntland und Zasu. Trotz des eher verwirrenden Album Titels - gibt es hier keine Sixities-Music, sondern es wird wieder eine Liebes-Geschichte erzählt, eine Alien Love Story mit Höhen und Tiefen. Dabei bedient man sich als Titel-Vorlage gerne an diversen TV-Serien aus dieser Zeit, so etwa bei "Emma Peel`s Escape In Time", "I Want To Be A Bond Girl", "The Time Tunnel". Mit "Sixties Alien Love Story" gehen Syria erneut einen musikalischen Schritt weiter in ihrer spannenden Entwicklung. Fazit: Typisch Syria! |
Mit Immaculada veröffentlichen ION dieser Tage ihr neues Album "Immaculada", das erneut dem Dark Ambient Bereich neue Impulse verleiht. Nach ihrem Debut "Madre Protegenos" folgt mit "Immaculada" ein herausragendes Album, das mittelalterliche und multikulturelle Klänge auf wunderbare Art und Weise miteinander verknüpft. Dabei ist stets eine gewisse Dunkelheit in den Songs von ION spürbar. Zu recht, denn hinter ION verbirgt kein geringerer als Duncan Patterson (ex-Anathema, ex-Antimatter), dem es mit ION gelingt mit klassischen Instrumente wie Piano und Konzertgitarre eine düstere atmosphärische Stimmung zu erzeugen. Manche fühlen vielleicht an wenig an Bands wie Dead Can Dance erinnert und hier dürfte ION sicher einige Fans finden! Auf dem Album finden sich acht Songs, die sehr stimmungsvoll und qualitativ hochwertig sind. Anspieltips: "Immaculada", "Temptation", "Adoration". Fazit: Mehr davon! |
Deutschrockmusik, die einfach gut klingt, ist das, was Winterland auf ihrem Album "Alles geht" machen. Die elf Songs des Albums überzeugen vor allem durch Sänger Thorsten Fries, der wunderbar singt und der Musik von Winterland eine besondere Note verleiht. Für die Musik ist Markus Pfeffer zuständig, der als Multitalent hier Gitarre, Bass, Keyboards, Piano, Komposition und Chorgesang übernimmt. Ergänzt durch die Gastmusiker Stefan Glass (Keyboards) und Brian F. Daniels (Schlagzeug) hat sich hier ein interessante Ansammlung von Musikern vereint, die innrhalb von zwei Jahren dieses Album aufgenommen haben. Klarer ehrlicher Rock und Pop ohne Pathos und mit viel Gefühl - dieses Konzept geht auf und wird Winterland szeneübergreifend Aufmerksamkeit verschaffen. Besonders schön klingen die Lieder "Legion der Verdammten", "Thron der Desillusion" und "Der Winter ist lang". Neben den elf regulären Songs des Albums finden sich auf der CD zudem noch fünf sehr interessante Bonustracks. Fazit: Antesten lohnt! |
Gute Alben brauchen ihre Zeit. Im Fall von "Within A Lifetime" - der neuen CD von Midas Factory - vergingen gut drei Jahre bevor der neue Silberling der Kölner Waveband das Licht der Welt erblickte. Auf der CD finden sich 13 Waverockperlen, die den klassischen Wavesound der 80`er Jahre im besten Sinne des Wortes wieder aufleben lassen. Wir erinnern uns an Bands aus dieser Zeit wie etwa Killing Joke, Joy Division oder The Cure - und oft hat man bei den Liedern von Midas Factory das Gefühl, dass ein Hauch dieser genialen Bands bei den Aufnahmen zu der CD mit im Raum schwebte. Da ist etwa der Gesang von Sänger Martin Groß. Dieser deckt eine unglaubliche Bandbreite ab, mal gefühlvoll, mal wütend aggressiv drückt Groß den Liedern von Midas Factory seinen ganz eigenen unverwechselbar persönlichen Stempel auf. Die stärksten Momente hat "Within A Lifetime" aber sicherlich dann, wenn Midas Factory gekonnt ihre hypnotisch genialen Melodien erklingen lassen bei Liedern wie etwa "A Rainbow To Follow The Dark", "The Drowning Hall" und "Feelings Of An Alltime Beauty". Lasst uns also träumen mit Midas Factory! Im Vergleich zu dem Vorgängeralbum "This Time Flowers Grow" ist "Within a Lifetime" temporeicher und melodischer geraten. Bester Wave der alten Schule! Fazit: Album des Monats! |
Nach ihrem letztjährigen Debüt-Album "Disease" mit dem Minusheart sich in der Electro-Szene überaus erfolgreich einführte folgt nun mit "Healed" ein fettes Remix-Album. Thematisch ist "Healed" in zwei Abschnitte - "Hospitalisation" und "Disinfection" - unterteilt und jeder Abschnitt für sich zeigt höchst interessante Varianten der Originalsongs - die ganze Bandbreite elektronischer Spielarten von EBM über Electro bis zu Industrial wird hier ausgenutzt. So wird der ursprüngliche Kern der Kompositionen im wahrsten Sinne des Wortes von Innen nach Außen gekehrt, dabei wird bei einigen Songs Wert auf Clubtauglichkeit gelegt, bei anderen der experimentelle Charakter der Stücke betont. Alles in allem ein wirklich interessantes Album, dass Clubgänger wie auch Heimindustrialsofafan begeistern wird. Anspieltips: Beat Of The Innocence (Kingdom Mix), Lifespan (Breathtaker Club Version), Feel No Pain (Painkiller Remix). Fazit: Let`s dance! |
"Spider In The Mind Web" ist bereits das vierte Album von "White Rose Transmission". Bei der Band handelt es sich um eine seit Jahern natürlich gewachsene Kollaboration um befreundete Musiker des Dead Guitars Sängers Carlo van Putten. In den letzten 14 Jahren wechselte die Besetzung von "White Rose Transmission" oft und immer wieder führte dies zu anderen Soundfacetten. Gastmusiker wie Marty Willson Piper (The Church) oder Mark Burgess (The Chameleons) waren ebenso beteiligt wie der leider viel zu früh verstorbene Mitbegründer der Band Adrian Borland (The Sound). Bei dem neuen Album ist nun Frank Weyzig (Live-Gitarrist und Keyboarder der ursprünglichen Clan Of Xymox und Sänger von Born For Bliss) mit dabei und gibt dem Soundkosmos von "White Rose Transmission" neue Impulse. Die zwölf Songs des vierten Albums überzeugen vor allem durch ihre Authenzität. Handgemachte akustisch komponierte Songs und Melodien finden sich hier, die wunderschön und zugleich sehr intensiv sind. Fernab von jeden Klischees singen "White Rose Transmission" in ihren Songs über Geschichten und Erlebnisse, die geheimnisvoll und spannend zugleich sind. Anspieltips: Foreign Land, Cold In Spring, Ashes Or The Sparks. Fazit: Das beste Album bisher! |
Großartige Bands haben großartige Debüts. Hier ist wieder mal ein solches, denn hinter Nemhain verbergen sich gewiss keine unbekannten Musiker. Vielmehr ist Nemhain die neue Band von Adrian Erlandsson (Drummer von Paradise Lost, ehemals Cradle Of Filth sowie Begründer von At The Gates!) sowie Sängerin "Morrigan Hel" Amber Erlandsson, die ebenfalls bekannt ist als Fetisch Model und als Stage Performerin von Motörhead und Cradle Of Filth. Den Namen ihrer fünfköpfigen Band haben Nemhain der irischen Mythologie entliehen, hier steht Nemhain als eine der drei Persönlichkeiten von The Morrigan, der wichtigsten und dunkelsten Göttin der irischen Mythologie. Nach ihrer ersten EP "Blood Runs Free" im Jahr 2006 mit der Nemhain für viel Aufsehen bei der Presse sorgte, folgten ausgiebige Liveauftritte der Band. Nun ist es also an der Zeit für das erste Debüt Album der Band, das eine geballte Ladung an Dark Metal Rock enthält. Frontfrau Amber singt hier einer Göttin gleich sich fast die Seele aus dem Leib zu harten und kompromißlosen Rockklängen. 12 Lieder finden sich auf diesem Album, 12 mal ehrlicher und geradliniger düsterer Rock`n`Roll mit einer Portion Punk, Metal und Blues. Die Singleauskopplung "Second Skin" ist zugleich der empfehlenswerte Anspieltip dieses Albums. Hier hat The Haunted Sänger Peter Dolving mitgesungen. Ein Song mit Ohrwumcharkter und einem gehörigem Maß an Clubpotential! Fazit: Starkes Debüt. |
Als Mitglieder der Band Orgy haben Ryan Shuck und Amir Derakh bereits zahlreiche Erfolge gehabt - mit Julien-K beschreiten die beiden Musiker nun neue musikalische Wege. Zusammen mit Brandon Belsky (Keyboard) und Elias Andra (Drums) wurde konzeptionell ein anderer völlig neuer Sound entwickelt, der elektronischer und rhytmischer ist. Auf der Debüt CD "Death To Analog" finden sich 14 Tracks, die zum Tanzen einladen! Allen voran die Stücke "Someday Soon" und "Technical Difficulites", ein Lied das bereits von Regisseur Michael Bay höchstpersönlich auf den Transformers Soundtrack genommen wurde. Julien-K klingen sehr modern und bringen frischen Wind in das angestaubte Electro-Synthie-Pop Genre. Dabei hat die Band von Anfang alles richtig gemacht und mit Tim Palmer als Co-Produzent und Mixer der Platte jemand verpflichtet, der bereits mit U2, The Cure und HIM zusammengearbeitet hat. Man wird von Julien-K sicher in Zukunft noch so einiges hören - sie sind definitiv potentiell hitverdächtig! Anspieltips: Someday Sonn, Spiral und Stranded. Fazit: Newcomer des Monats! |
"Meine Welt" ist der Titel des Debütalbums von Resomus. Dahinter verbirgt sich Bandgründer, Gitarrist und Sänger Danny Reeves, der das Album im Alleingang eingespielt hat. Resomus - das ist deutschsprachiger Gitarren-Rock der besonderen Art. Mit viel Liebe zur Musik erschafft Reeves hier Melodien, die die konzeptionelle Grundlage für seine ungekünstelten vorgetragenen Texte darstellt. Mal provokant, mal direkt und unverblühmt legt Reeves mit Resomus den Finger auf Wunden, stellt unbequeme Fragen und nennt ebenso unbequeme Antworten. Lieder wie "Baustellenmassaker", "Selbstmord auf Raten" oder "Der Alphamann" sind gespickt mit Ironie und Zynismus und stimmen nachdenklich. Der Sound von Resomus klingt roh und nicht glattpoliert, nicht angepasst sondern eben ganz eigen. Ein wenig wird man dabei an Bands wie etwa Samsas Traum erinnert. Resomus klingen in jedem Fall interessant und spannend zugleich. Wer also sich überraschen lassen will, sollte dieser jungen aufstrebenden Band einmal zuhören. Nach Veröffentlichung des Debüts hat Resomus mittlerweile auch Zuwachs bekommen mit den Musikern Joshua (Gitarre), Alex (Bass) und Daniel (Schlagzeug). Man darf gespannt sein, was sich hier noch weiter ergibt. Anspieltips: Meine Welt, Sein. Fazit: Interessant. |
Saints Of Ruin kommen aus den USA und sind eine Goth/Batcave Band der alten Schule! Die Band hat in den letzten Monaten in ihrer Heimat mit vielen Festival-Auftritten und Konzerten die Herzen der Fans im Sturm erobert und gelten als DIE Newcomer überhaupt. Ihr Debüt-Album "Nightmare" enthält 11 Songs Marke bester Batcave / Gothic Rock. Schnell wird man bei Hören des Albums an andere Legenden dieses Musikgenre erinnert wie Siouxie & The Banshees oder die genialen Skeletal Family. Doch klingen Saints Of Ruin in keinsterweise Retro sondern bringen frischen Wind in das "mottenzerfressene" und "angestaubte" Genre. So werden Lieder wie "Ashes" oder das geniale "Dying Time" schon bald den Charakter von Hymnen an die Nacht haben. Mit ihrer charismatische Stimme verleiht Sängerin Ruby Ruin Sainst Of Ruin die nötige Eleganz, die diese Art von Musik einfach haben muß. Das Album "Nightmare" wirkt sehr eingängig und an manchen Stellen fast zu überproduziert und perfektionistisch. Man merkt, dass sich Saints Of Ruin viel Zeit mit der Produktion gelassen haben, und vielleicht liegt hier auch der Unterschied zu den Urvätern des Genre, aber letztlich stimmt hier wie auch bei den Altvorderen das Gefühl und das ist was zählt. Anspieltips: Ashes, Dying Time. Fazit: Gute Newcomer. |
Nach mehr als 12 Jahren veröffentlichen Born For Bliss dieser Tage ihr neues Album "Between Living & Dreaming". Die Band wurde damals von Frank Weyzig gegründet, der in den 80`er Jahren als Live-Gitarrist und Keyboarder von Clan Of Xymox den Sound der Kultband mitgeprägt hat. Und dieser Einfluß ist auch heute noch in den 15 Songs des neuen Albums der Band zu spüren. "Between Living & Dreaming" ist eine Ansammlung von vielen schönen Melodien, die mal traurig und nachdenklich, mal erhebend und positiv bejahend klingen. Es ist ein Auf und Ab der Gefühle und Emotionen, die in Liedern wie "Empty Room", "Winter Tears" oder etwa "Perfect Sin" zum Ausdruck kommen. Fans von klassischem Gitarrenwave werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Hier ist eben noch alles handgemacht und eine solche Qualität setzt sich durch. Auf dem Album befinden sich neben den 11 Album Tracks auch bisher unveröffentlichte Songs, u.a. auch "Dragon", den Frank in den 80ern ursprünglich für Clan Of Xymox komponiert hatte. Und mit "Ylene" ist ein Lied in seiner Demoversion mit auf dem Album, dass eigentlich für Love Like Blood geschrieben wurde und auch damals von der Band interpretiert wurde. Hier ist also die geniale Urfassung des Songs zu hören, der weitaus roher klingt. Alles in allem ist es eigentlich kaum zu verstehen, wieso so eine geniale Band wie Born For Bliss so lange von der Musikszene abwesend waren. Anspieltips: "Empty Room", "Winter Tears" und "Dragon" Fazit: Welcome Back! |
"At The End Of All Things" ist der Titel des ersten Albums von Distance - einem neuen Electro-Wave Projekt von Rene von der Band Zeritas und Avalist, der in den 90`er Jahren einige Alben mit der Band Misantrophe produzierte. Distance hat mit den eben genannten Bands nicht viel gemein, sondern geht in eine andere musikalische Richtung. Distance lassen in den 12 Songs des Albums hypnotische Melodien erklingen, die weich und wohltuend im Gehör sind und das Prädikat bester Electrowave-Pop verdienen. Fernab von stampfenden Beats und klischeebeladener Lyrik entstand mit "At The End Of All Things" ein zeitgemäßes modernes Album, das sicher eine gewisse musikalische Verwandschaft zu Bands wie Depeche Mode oder De/Vision aufweist, diese jedoch nicht kopiert (was ja auch gar nicht möglich wäre), sondern vielmehr eigene Akzente in diesem Musikgenre setzt. Besonders sind Distance dann, wenn Rene und Avalist zusammen singen, eine fast schon kongeniale Vocal-Fusion. Songs wie "Back In Place" oder "Riddle In The Grid" erreichen eine emotionale Tiefe, die einfach nur dann möglich scheint, wenn man eben nicht nur auf Clubtauglichkeit von Liedern schaut, sondern dem Song auch die Chance gibt ein Eigenleben entwickeln zu können. Dies ist Distance sicherlich gelungen und gerade der melancholisch düstere Grundton in ihren Liedern könnte ihr Markenzeichen werden. Anspieltips: "Transformed", "Silent Days". Fazit: Bester Electrowave-Pop. |
Lust auf düstere Rock-Musik mit einem ungewöhnlichen Konzept zwischen Doom Blues, Gothic und Dark Rock? Dann seid Ihr bei Reactive Black genau richtig! Die Band läßt nach ihrem Debüt "Upcoming Evil" es erneut so richtig krachen. Auch diesmal ist es wieder Sassy Skeleton`s beeindruckende Stimme, die tief in die Gehörgänge des Zuhörers eindringt. Reactive Black klingen auf diesem zutiefst düsteren Album mehr denn je nach Gothic-Rock und überzeugen gerade durch ihren Melodie- und Ideenreichtum. Songschreiber Rotten weiß einfach, was gute Musik ausmacht. Sein doomiger Gitarrensound, der rhytmisch und markant ist, ist zu einem Markenzeichen von Reactive Black geworden. Auf dem neuen Album "A New Dawn" finden sich insgesamt 11 Songs, sowie als MP3-Teaser das Vorgängeralbum und ein Videoclip zu dem Song "Doom", dem wohl besten Stück der Platte. Am stärksten klingen Reactive Black dann, wenn sie ihre melancholisch verträumte Facette zeigen. Etwas was sicher noch ausbaufähig ist. Alle Songs klingen recht eingängig und wie aus einem Guß, ein Album das in seinem Gesamtkonzept überzeugt. Anspieltips: Doom, Proud, Only In My Dreams. Fazit: Reinhören. |
Der Wiener Musiker Stephan S. veröffentlicht im Frühjahr sein erstes Soloalbum, nachdem er zuvor in zahlreichen Projekten bereits aktiv war u.a. als Remixer für Eva K. Anderson. "Lost In Desire" verbindet verbindet klassischen Gitarren-Wave mit filigranem Pop-Sound. Auf dem Album finden sich 11 vielseitige Songs voller Melancholie und Tristesse, die eine persönliche und emotional Tiefe ausdrücken, die man so nicht oft findet. Da sind zum einen wunderschöne Wave-Pop Perlen wie etwa "Walking On Air" oder geradezu episch monumentale Hymnen a la "Vampire" oder "I Am You". Lost In Desire zeigt dabei ein großes Spektrum musikalischer Klangerlebnisse und reisst den Hörer mit in eine fremdartige Gedankenwelt. Dies ist interessant und spannend zugleich. Für ein Debüt ist "Lost In Desire" wirklich gut gelungen und vor allem sehr authentisch, denn jeder Song, jede Note ist hier ein Spiegelbild des Künstlers. Gedankenverloren lauschen wir den Klängen von "Lost In Desire" und beginnen zu träumen ... Anspieltips: "Vampire", "Picturesque And Beautiful". Fazit: Hat was! |
Sieben Jahre nach ihrer Gründung veröffentlichen Zeritas dieser Tage ihr Debüt-Album Metamorphose. Gute Weine brauchen lange bis sie ihre volle Geschmacksnote erreicht haben und so ist es auch bei Zeritas der Fall. Nach der Teilnahme an einem Bandwettbewerb des Sonic Seducers Magazin wurde der junge Audio Engineer Gerrit Haasler auf die Band aufmerksam und was folgte war der Beginn einer guten Zusammenarbeit, die nun in diesem Album Metamorphose ihren bisherigen Höhepunkt hat. Dabei ist das Album quasi voll aus dem Leben gegriffen. Zeritas erzählt hier viel aus dem Leben, mal emotional, mal betrübt, mal nachdenklich und immer stimmungvoll klingen die Botschaften des Trios, das gekonnt Gothic, Elektronik, Romantic und Dark Wave miteinander verknüpft. Dabei sind ihre deutschen Texten sind sehr inhaltsvoll, einfühlsam und intelligent. Das, was Zeritas machen, gab es in anderer Art Weise in den 90`er Jahren auch schon bereits. Und es ist schön zu sehen, dass Zeritas diese Art von Musik wieder neu aufleben lassen. Hier und da kommt daher ein gewisses Retrofeeling auf - ist aber nicht schlimm und passt wunderbar zu dem Gesamtkonzept dieses Albums. Ihre ganz eigene Neuinterpretation hat in jedem Fall einen hohen Wiedererkennungswert. Anspieltips: Land In Sicht, Ich soll Dir sagen, Welten. Fazit: Reinhören! |
Da sind sie wieder! White Pulp veröffentlichen nach ihrem vielgelobten Debüt dieser Tage das zweite Album "Lost Inc.", dabei hat der Titel sicherlich nichts mit besagter gleichnamiger Fernsehserie zu tun. Lost Inc. ist eher als Sammelbegriff zu verstehen, für alle Verlorenen oder die etwas verloren haben. Die Band klingt auf ihrem zweiten Longplayer weit eigenständiger und rauher. White Pulp zünden hier die ein oder andere Industrial-Rock-Rakete und lassen zweifelsohne erkennen, dass ihr Soundmix immer noch rockt! Die Einflüsse von White Pulp sind unverkennbar! Sänger Sonny gab jahrelang zuvor mit seiner Marilyn Manson Tribute Band "Posthuman" Konzerte in aller Welt. Und so beherrschen White Pulp den amerikanisch kanadischen Industrial-Rock-Sound mittlerweile perfekt. Das neue Album "Lost Inc." klingt weit eigentständiger als das Debüt "Ashamed Of Yourself" - eine deutliche musikalische Entwicklung, die sicher auch notwendig war. Und diese Eigenständig bringt eine gewisse Härte mit sich, die gerade im Industrial Bereich unverzichtbar ist. Hier wimmelt es nur so von krachenden Gitarren und Noise-Elementen und Sänger Sonny ist da ein wohltuenden Gegenpol mit seiner charismatischen Stimme. Neben den vielen wunderbar melodischen Eigenkompostionen findet sich auch eine fantastische Neuinterpretation des "Tears For Fears" Klassikers "Mad World". Selten hat man dieses Lied in einer Coverversion rockiger und härter gehört. Dieser Silberling ist also ein gutes Stück Musik und weiss zu begeistern! Anspieltips: "Mad World", "Lost Inc.", "Just Like Me". Fazit: Wow! |
Bionic sind wieder da! Das Elektro-Projekt war in den 90`er Jahren auf zahlreichen Compilations vertreten, war live unterwegs mit namhaften Bands wie etwa Krupps, A Grumph und Devision. Nach der Veröffentlichung ihres Debüt-Albums "Rest In Peace R.I.P." im Jahr 1995, das von Sevren-Ni-Arb (X Mark The Pedwalk) seinerzeit produziert und gemischt wurde, hörte man lange Zeit nichts mehr von den bionischen Elektronikern. Jetzt sind sie also wieder da und veröffentlichen gut 15 Jahren nach ihrem Debüt ihr zweites Album "Close To Nature". "Close To Nature" ist ein Album, das sicher der aktuellen elektronischen Entwicklung Tribut zollt und trotzdem es schafft im Kern absolut purer EBM zu sein. Das wir uns recht verstehen: Kein Weiber-Electro und auch kein trendiger Future-Pop ist "Close To Nature" sondern einfach EBM. Bionic-Mastermind Dariusch Dalili zelebriert hier 12 mal EBM vom feinsten. Songs wie Anything, Somewhere oder It Doesn`t Matter sind wahre EBM Hymnen und könnten schon bald die Clubs der Republik erobern. Ein adrenalingesteuertes Album wie dieses muß jedoch ab und an auch Ruhephasen haben und so gehört dann ein Song wie "Cold Eyes" dann doch eher in die Abteilung atmosphärische Soundscapes. Die wiedergewonne Freude an elektronischen Klängen ist Bionic deutlich anzumerken. Close To Nature ist insgesamt ein sehr energetisches Album geworden. Anspieltips: "Anything", "Somewhere". Fazit: Hut ab! Bionic können es noch immer! |
Nach ihrem tollen Debüt-Album "Above & Beyond" präsentieren Denight mit "Human Reflections" dieser Tage einen Nachfolger, der düster und rockig klingt wie aus der Gruft. Die Gothic-Rocker lassen dabei keinen Zweifel daran, dass episch monumentale Songs ihr Steckenpferd sind und überraschen durch harte rockige Metalklänge. Die sechsköpfige Band um Komponist Tim, Gründungmitglied und Ex-Gitarrist von Diary Of Dreams, und Sänger/Texter Stephan erschaffen auch bei "Human Reflections" erneut tiefergreifende Melodien, die zeitlos und unnahbar scheinen. Dabei ist es vor allem die dunkel-gefühlvolle Stimme von Sänger Stephan, die Emotionen erlebt und erleben läßt und zu einem wahren Erlebnis wird. Treibende Beats und rhytmischer Gitarren sind das musikalische Fundament dieser Gothic-Rock Formation und haucht ihr erst so richtig Leben ein! Wer Bands wie The Sisters Of Mercy, Dreadful Shadows oder die genialen Love Like Blood mag, wird hier sich wie zuhause fühlen. Stilsicher bewegen sich Denight eben in jenem musikalischen Umfeld des Gothic-Rock der 90`er Jahre und lassen dabei die oder andere musikalische Perle erklingen. Anspieltips: The Flame, Unreal, Questions. Fazit: Prädikat wertvoll! |
Wasteland ist der Titel des neuen Albums von Sleeping Memories. Die Dark Rocker veröffentlichten bereits im Jahr 2008 eine EP und waren im Internet mit einigen Songs vertreten (u.a. dem Song "This could be the end", der Soundtrack zum Roman Elysium 2 von Julienne Christofferson). Nun endlich folgt also das erste Fulltime Album der Band um Sänger Mark Downcome. Zu hören gibt es auf dem Album 10 Songs voller Melancholie. Melodischer Gitarrenrock mit einem Hauch von Düsternis. Lieder wie "Wasteland" oder "Iron Sky" haben einen gewissen Wiedererkennungswert und Ohrwurmcharakter. Sleeping Memories lassen uns teilhaben an den Erzählungen ihrer "schlafenden Erinnerungen" und geben uns einen Einblick in andere Welten. Verzichtet hat die Band bei der Produktion des Albums auf eine überladene und technisierte Herangehensweise und bietet so Rock in seiner ursprünglichen Art. Schlagzeug, Bass und Gitarre klingen hier noch nach echten Instrumenten. Wasteland ist ein kurzweiliges Album, das interessant klingt. Als Debüt durchaus empfehlenswert. Anspieltips: This could be the end, Wasteland. Fazit: Reinhören. |
Offering ist der Titel des bereits neunten Albums von Rajna, ein Album, mit welchem die Band erneut die Grenzen zwischen Zeit und Raum durchstreift. Offering lebt mehr als frühere Veröffentlichungen von Rajna von seiner beeindruckenden unwirklichen Atmosphäre - die Klänge des Albums sprechen tief im Innern verborgene Gefühle und Emotionen an, laden den Geist ein auf eine mentale Reise. Lieder wie "The Arrival", "Ephesus" oder "Never Land" sind wunderschöne Klanggemälde voll innerer Ruhe und Nachdenklichkeit. Dabei ist die Musik von Rajna im besten Sinne Weltmusik, vereint sie doch ethnische, mittelalterliche und moderne Klänge zu etwas ganz eigenem und unvorstellbaren. Es ist schwer dies in Worte zu fassen, daher sollte man sich Offering wirklich selber anhören um sich ein Bild von dieser Musik zu machen. Für ruhige meditative Stunden ist Offering bestens geeignet. Fazit: Mehr davon! |
Tales Of Woe - das ist der Titel des neuen Albums von Touch The Spider. Die dritte CD der Band enthält 12 sinistere Erzählungen zweier bessener Musiker. Unholy Ghost (Vocals, Bass, Guitars) und Cosmic Energy (Drums, Perc, Keys, Artwork) bewegen sich mit diesem Album erneut in einem musikalischen Umfeld, das Gothic, Wave und Metal auf geschickte Art und Weise kombiniert und nicht davor zurückschreckt Anleihen an den Rocksound der 70`er Jahre des letzten Jahrhunderts aufleben zu lassen. Da gibt es etwa Lieder auf dem Album, die relativ hart klingen (Bloodsheed, Sniper), oder aber auch Songs, die sehr nachdenklich stimmen (A last goodbye, My Weeping Willow). Erneut wurde das Album von der Band komplett in Eigenproduktion im eigenen Studio aufgenommen und liebevoll mit Booklet ausgestattet. Im Ergebnis ist Tales Of Woe ein überzeugendes und abwechslungsreiches Album einer Band, die sich und ihren eigenen Stil mittlerweile endgültig gefunden hat. Anspieltips: Tales Of Woe, Bloodshed, Burn Me. Fazit: Weiter so. |
Borgia Disco ist Musikprojekt des genialen Masterminds Christian Dörge (Syria). Nach einigen Veröffentlichungen folgt nun das neue Werk des Ausnahmekünstlers. Das neue Album "20th Century Ghost" ist eine Weiterentwicklung dessen, was mit dem Debüt-Album "Utopia" seinerzeit begann. Christian Dörge zeichnet mit seinen musikalischen Mitteln hier ein elektronisch düsteres Bild des "20th Century Ghost" - ein Versuch den Geist einer Epoche musikalisch zu erfassen, die heute für uns schon abgeschlossen scheint, uns aber immer noch beeinflusst. Mit seiner Mischung aus Pop, Elektronik und Wave erschafft Borgia Disco ganz eigene traumhafte musikalische Welten, die in Liedern wie Pink Water, Doctor X oder 20th century ghost ihren musikalischen Höhepunkt finden. "I`m crossing In The dark - Like A dream - I`m the Sound Of A Clock - I`m with depressing girls" Dieses Zitat aus dem Titelsong des Albums zeigt am besten die Stimmung des ganzen Albums, die zwischen süßlichem Weltschmerz und existenzieller Kälte hin und her pendelt - eben wie eine Uhr im Nirgendwo einer längst vergangenen Zeit. Mit "20th century ghost" gelingt es Christian Dörge musikalisch an seine großen Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen. Eine der interessantesten Selbstreflexionen der letzten Jahre. Fazit: Prädikat besonders wertvoll! |
Und wieder hämmert es mal so richtig aus den Boxen. Und die "gemeinen Übeltäter" sind diesmal Elegant Form, die mit "Progression" ein wirklich hinreissend gelunges Electroalbum veröffentlichen. Mastermind Jan Pollok und Selina Hirsch gelingt es in den 17 Songs des Albums immer wieder zwischen Synthie-Pop, Electro und EBM einen ganz eigenen Sound zu schaffen, der düster und hypnotisch tief in die Gehörmuscheln dringt. Gleich zu Anfang mit dem sechsminütigen technoiden Opener SAW Blast zeigen uns Elegant Form, was uns auf diesem Album erwartet. Harte Elektronik, düster und kompromißlos tanzbar. Gerade der Song SAW Blast hat absolute clubtaugliche Qualitäten und dürfte schon bald in den schwarzen Szenetanztempeln einheizen. Doch auch die anderen Songs auf dieser CD sollten nicht unerwähnt bleiben. Weitere Hitanwärter sind da sicherlich "Dead End", "Traumazerrer Deutschland" und "Dein Herz". Konzeptionell haben Eleganz Form hier eine gute Mischung aus eigenen Songs und diversen Remixen zusammengestellt und bieten auch ihrer eigenen Experimentierfreude Raum. Mit Progression liegen Elegant Form derzeit voll im Trend einer musikalisch sich neu formierenden Electroszene. Techno meets Industrial! Fazit: Ein rundum gelungenes Album. |
Gothika lassen es auf ihrem neuen Album Zeitgeist so richtig knallen und bieten eine perfekte Mischung aus hartem Electro und Industrial. Die Band besteht aus Andro (Gesang, Lyrics) und #449 (Keyboard, Programming). Beide ergänzen sich auf Zeitgeist ideal und erschaffen hier ein Album, welches düstere Electro-Pop-Perlen enthält, die vor allem durch den ganz eigenen und manchmal unwirklich scheinenden Gesang von Andro auffallen. Nach dem ersten noch instrumentalen Song Ouverture auf dem Album starten Gothika richtig durch und liefern mit Liedern wie Gusand (feat. Selia), Abattoir oder dem genial finsteren Precious Earth Songs ab, die das Prädikat DJ-tauglich verdienen. Gothika wagen den Spagat zwischen einerseits clubtauglichem Dancefloor und andererseits traditionell electroorientierter Synthie-Musik. Das ist erfrischend und überraschend anders als man es sonst so hört. Ein sehr interessantes Album. In der Bonussektion finden sich einige Remixe von Suicidal Romance, Neon Synthesis und anderen. Anspieltips: Echolalia, Abattoir. Fazit: Electro wie er sein sollte! Ungeschönt und tanzbar! |
Erben der Schöpfung sind zurück und ihr neues Album "Narben der Zeit" ist ein wahrer Hörgenuss. Lange mussten wir auf Neues von dieser Ausnahmeband warten - doch nun ist die Zeit reif für ein weiteres Kapitel aus dem "Erben der Schöpfung" Universum. Dabei formierte Bandgründer Oliver Falk die Band praktisch völlig neu nach ihrem damaligen Debüts "Twilight" im Jahr 2001. Geblieben ist die musikalische Richtung der Erben der Schöpfung, die zweifelsohne in den Gothic Electro Bereich geht, jedoch hier da rockiger klingt als zu früheren Zeiten. 10 Songs bietet das neue Album "Narben der Zeit" - 10 Songs voller interessanter musikalischer Momente - deutlich merkt man, dass die Band ihren musikalischen Horizont erweitert hat und tief in Regionen vorstößt, die finster, grausam und manchmal auch angsteinflößend sind - unbequem aber nicht ohne gewissen Charme überzeugt "Narben der Zeit" und wird dem Titel des Albums gerecht. Lieder wie "Der tote See" und "Krähenauge" zählen mit zu den dunkelsten Momenten auf diesem genialen Werk. Fans sei die Deluxe Edition Box inkl. Bonus DVD und weiterem Material sehr empfohlen! Anspieltips: Jane Churm, Homeless, Der tote See. Fazit: Genial. |
Poetischer Electro Gothic ist das musikalische Gebiet in dem Unrein zu Hause sind, und hier scheint die Band sich auch mächtig wohl zu fühlen und liefert mit ihrem Debütalbum "Aufbruch" ein sehr schönes Werk ab, das die musikalischen Wurzeln der beiden Bandmitglieder Andy und Eva immer wieder zwischen Metal und elektronischem Bereich zum Vorschein kommen läßt. Der Albumtitel ist dabei symptomatisch für das ganze Album, das geprägt ist von einer Art Aufbruchsstimmung - dem Beginn einer musikalischen Reise und vielfältigen Erlebnisse, die Unrein hier mit ihren Hörern teilen werden. Dabei versteht es die Band gekonnt Emotionen und Stimmungen musikalisch umzusetzten und menschliche Daseinszustände und ihre Folgen daraus zu schildern. Ein Album, das voll Hoffnung, Trauer, Schmerz und Zerbrechlichkeit ist und dem geneigten Hörer viele schöne Stunden der Nachdenklichkeit gewährt. Anspieltips: Dies ist ein Krieg, Sea Of Silence, Odin. Fazit: Für Genre-Fans ein Highlight! |
Derzeit veröffentlichen Syria ihren Backcatalogue und lassen ihre früheren Veröffentlichungen in neuem Galnz erstrahlen - die neueste und wohl auch gelungenste Wiederveröffentlichung der Syrianer um Mastermind Christian Dörge ist zweifelsohne Metroland - The Complete Picture - ein sich geschlossenes Werk, das die Vielseitig von Syria zeigt und zugleich den Übergang zwischen den früheren Werken der Band und der späten Schaffensperiode eindrucksvoll skizziert. Es finden sich auf Metroland - The Complete Picture vielerlei musikalische Einflüsse - von Alternativ über Gothic bis hin zu Pop lassen Syria hier ihre ganz eigene fasziniernde düstere minimalistische Soundwelt entstehen, die thematisch das Metroland zum Thema hat. Ursprünglich als zwei Alben in unfreiwillig gestutzer Weise veröffentlicht ist Metroland - The Complete Picture als Doppel-CD nun mühsam anhand alter DAT Aufnahmen restauriert worden. Das Ergebnis ist ein sehr eigenständiges Album, das heute nicht mehr dem Zeitgeist entspricht - jedoch genau die Atmosphäre und innere Zerrissenheit jener Zeit des Endes des 20. Jahrhunderts wunderbar wiederspiegelt. Zahlreiche höchst gelungene Coverversionen finden sich auf diesem Album u.a. Frozen, First we take Manhattan, Taxi Dancing oder etwa Thank you, die sich das Soundgefüge der übrigen Songs sehr gut einpassen. Dazu gibt es ein umfangreiches stimmungsvolles Booklet, das weitere Einblicke in Metroland gewährt. Syria gelingt mit Metroland eine großartige Hommage an sich selbst! Anspieltips: Frozen, First We Take Manhattan. Fazit: Genial! |
Compos Mentis sind zurück und präsentieren mit "Our Kingdom Of Decay" ein Album, dass sicher das Prädikat eindrucksvoll verdient. Soundtechnisch perfekt lassen Compos Mentis düstere Klangwelten entstehen, die das Genre Dark Metal in neuem Glanz erstrahlen lassen. Das wir und richtig verstehen: Hier gibt es richtig was auf die Ohren: fette Gitarrensoli, harte Beats, die geschwindigkeitsmäßig sicher olympiareif sind und ein Jesper Heinsvig als Sänger der es schafft mit seinem Gesang fast Tote zu erwecken. Ja so und nur so muß Metal klingen und Compos Mentis liefern hier ein wirklich grandioses Album ab, welches mit hymischen und epischen Rocksongs wie "Ghost Song", "Arusia", "The 44th King" oder dem wunderschönen "In The Garden Of Dead" zu überzeugen weiß. Nie waren Compos Mentis besser! Ein Album, das Pflicht ist für alle Fans von düsteren Metalklängen. Fazit: Ab in den Plattenladen. |
Attrition veröffentlichen derzeit alle ihre alten Alben neu und dies bereitet der Fangemeinde dieser Ausnahmeband große Freude. Nicht nur, dass die Soundqualität der Wiederveröffentlichungen um ein vielfaches besser klingen, finden sich doch auf jeder CD auch diverse bisher unveröffentlichte Aufnahmen in der Bonussektion. So auch bei dem neuesten Release von Attrition - dem Album Dante`s Kitchen, das seinerzeit der Band große Aufmerksamkeit bescherte. Lieder wie "The Head Of Gabriel", "Two Gods" oder das congeniale "Dreamcatcher" sind heute noch zeitlose experimentelle Electrohymen und zurecht zählt Dante`s Kitchen zu den erfolgreichsten Szenealben des letzten Jahrzehnts. Gleich drei Remixe von "The Head Of Gabriel" finden sich in der Bonussektion sowie eine Alternativversion von dem Titelsong Dante`s Kitchen. Liebevoll wurde auch das Booklet zu Dante`s Kitchen neu gestaltet und ist optisch sehr sehenswert. Nie waren Attrtion besser! Anspieltips: "Dreamcatcher", "The Head Of Gabriel". Fazit: Unbedingt haben! |
eNVie sind eine neue hoffnungsvolle Newcomerband, die an den Dark Wave der alten Schule anknüpft. Musikalisch bewegt sich die Band zwischen Orgeln, Chören, Klavieren und Glocken bis hin zu schrillen Gitarren und schwerem Schlagzeug. eNVie erschaffen in den 17 Songs ihres Debüt-Albums "Between The Rows" eine fremdartige und zugleich geheimnisvolle Klangwelt. Lieder wie "Final Bells", "Rosary" oder "Visitation" sind Dark Wave Songs der alten Schule und man freut sich , dass es noch Bands gibt die diese Art von Musik wieder aufleben lassen. Mit 17 Songs ist "Between The Rows" schon fast etwas zu umfangreich für ein Debüt-Album ausgefallen. Einige Längen sind vorhanden und ich ertappte mich doch dabei bei dem ein oder anderen Lied weiterzuzappen! Doch da nur der Gesamteindruck zählen sollte: Dieser ist sehr positiv. Hier hat es eine Band geschafft ein in sich musikalisch überzeugendes Album zu schaffen, dass durch seine wunderschönen Melodien und düsteren Klänge auffällt. Anspieltips: "Rosary", "Far From Here". Fazit: Geheimtip! |
Sektor 304 sind Experten für wirklich finstere Klänge und auch auf ihrem neuen Album Soul Cleansing ist dies wieder eindrucksvoll hörbar. Das Album ist bestimmt von einer dunklen Atmosphäre, die erdrückend wirkt und einem den Atem raubt. Lieder wie "Body Hammer" und "Gravity Factor" sind zeitlos elektronisch experimentelle Klangepen, die tief in einem wirklich sehr komische und irrationale Gefühle erzeugen können. Ein Lied wie "The Beast" geht einem durch Mark und Bein! Also eine Warnung an alle zartbesaiteten Gemüter - wer es dennoch wagt das tiefschwarze Reich von Sektor 304 zu betreten, dem werden dunkle Erkenntnisse offenbart. Sektor 304 spielen mit der Kunst wirklich emotionale dunkle Momente zu erzeugen und bedienen eine Klaviatur, die sämtliche Angstzustände vereint. Anspieltips: Body Hammer, Gravity Factor und Voodoo Machine. Fazit: Antesten lohnt! |
Wer 100% Elektronik haben will, der sollte sich mal das Album "Elektrischer Stuhlgang" von ScoT R.P. näher anhören. Die Band existiert nun bereits seit 1995 und blickt zurück auf eine umfangreiche Discographie, die vier Alben und die EP Elements (2008) beinhaltet. Erfreulicherweise sind ScoT R.P. im Jahr 2010 wieder zu ihren Wurzeln zurückgekehrt und bieten mit Elektrischer Stuhlgang ein Album, dass an die frühen Werke wie Brainsex (1998) erinnert und dem Musikstik Electro Bizarre alle Ehre macht. Harter Electronoise gepaart mit einer Prise bizarrem Humor - dies und vieles mehr läßt sich in der Musik von ScoT R.P. wieder finden. Lieder wie Hesekiel 25.17, Came To Kill You oder Seelisch Divergent sind nah am Puls der Electroszene und ideales Clubfutter für jeden anspruchsvollen Dark-DJ. Erfreulich, dass es noch Bands im Electro-Bereich gibt, die ihre Eigenständigkeit nicht zugunsten des Kommerz opfern und sich selbst treu bleiben. Um es mit den Worten von ScoT R.P. selber zu sagen: "ScoT R.P. ist bizarr, ScoT R.P. ist Kunst, und vor allem ... Entertainment!" Überzeugt Euch selber von "Elektrischer Stuhlgang". Anspieltips: "Seelisch divergent", "Schweinefrass", "Came To Kill You". Fazit: Reinhören ist Pflicht! |
Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2009 - Zeit auch für Syria die letzten Jahre Revue passieren zu lassen. Nachdem bereits im vergangenen die erste Best-Of von Syria bis zum Jahr 2005 veröffentlicht wurde folgt nun die zweite Best-Of mit Aufnahmen der Band aus den Jahren 2005 bis 2009 "The Return Of The Cybernauts". War die Band in ihren Anfangstagen eher im Gothicrock Umfeld anzusiedeln folgte in den späteren Jahren ein Wandel von Syria zu einer eigenständigeren Musikform, die Elektronik und Pop mit düsteren Inhalten und Melodien anreicherte und viele tiefgreifende Sinnfragen stellte. Sicherlich stellt gerade für Syria die Zeit von 2005 bis 2009 eine der produktivsten Phasen der Bandgeschichte dar, denn immerhin brachte die Neubesetzung der Band mit den Mitgliedern Stina Suntland und Zasu frischen Wind und eine weibliche Attitüde mit, die Syria und Mastermind Christian Dörge zu neuer Kreativität und Inspiration verhalf und den musikalischen Kosmos von Syria in neue Sphären hob. "The Return Of The Cybernauts" ist ein gelungener Querschnitt über das aktuelle Spätwerk von Syria und ideal für alle, die gerne mehr von diesem Ausnahmeprojekt hören wollen. So finden sich auf dieser Compilation u.a. die besten Songs aus Alben wie "The Kafka Syndrome", "The Return Of Saturn", "The Darkworld Detectives" und der grandiosen "K-Machines". Eine Compilation, die wirklich empfehlenswert ist! Anspieltips: "Glycerine", "The Mathematics Of Smoke", "The Scarlett Empress", "The Grotesque". Fazit: Pflichtprogramm! |
Eine sehr interessante Veröffentlichung im Electro-Bereich erreichte uns dieser Tage aus Frankreich. Die Band Stupre präsentiert mit Priceless ein Debüt-Album, das es in sich hat! Der Sound von Stupre geht in die Richtung Electro & Industrial - viel erinnert hier an die goldenen 80`er Jahre dieses Musikgenre - Freunde von Bands wie etwa Skinny Puppy oder Frontline Assembly werden sicherlich hocherfreut sein. Rhytmisch pulsierend tönen die "alten Klänge" auf neuem technischen Niveau aus den Boxen und lassen keinen Zweifel daran, dass gut gemachter düsterer Industrial Electro einfach nur genial sein kann. Lieder wie "In My Backroom" oder "Forlorner" sind von maschineller Seelenlosigkeit und zugleich finsterer Intelligenz geprägt, die einem das Blut in den Adern gefrieren läßt. Bei zwei Songs arbeiteten Stupre mit keinen geringeren wie Neon Cage Experiment und VX69 zusammen. Eine Zusammenarbeit, die zusätzliche Abwechslung auf diesem Album schafft. Besonders stark sind Stupre in den minimalistischeren Songs dieses Albums. Der Song Forlorn ist ein Beispiel für die hypnotische Wirkung, die monotone Beats und düsterer Flüstergesang haben können. Alles in allem ein sehr überzeugendes Debüt mit dem sich Stupre mühelos zwischen Bands wie Velvet Acid Christ oder eben besagte Skinny Puppy einreihen lassen dürfen. Anspieltips: "In My Backroom", "Forlorner". Fazit: Hammer! |
Ein wunderbares vorweihnachtliches Geschenk bietet Wayne Hussey dieser Tage seinen Fans. Mit "Bare" erscheint das erste Soloalbum des Frontmanns der legendären Düsterrockband The Mission. Dabei ist "Bare" konzeptionell ein sehr ruhiges Album geworden, dass Wayne Husseys Gesang noch mehr in den Vordergrund rücken läßt. Auf "Bare" finden sich geniale Neuinterpretationen alter The Mission Klassiker wie etwa "A NIght Like This" oder "Garden Of Delight", aber auch Coverversionen berühmter anderer Rock-Klassiker so etwa "With Or Without You" von U2 oder "Ashes To Ashes" von David Bowie. Gerade diese Coverversionen sind das Sahnehäubchen auf dieser Veröffentlichung und lassen "Bare" zu einer eindrucksvollen musikalischen Erfahrung werden. Gänzlich ohne viele Instrumente und nur mit Gitarre und Gesang hält "Bare" genau das, was der Titel verspricht und ist Wayne Hussey pur. Der ruhigen Stimmung dieses Albums angemessen, ist "Bare" ideal für die vorweihnachtliche Zeit und romantische Stunden zu zweit vor dem Kamin. Für Fans von Wayne Hussey ist "Bare" unverzichtbar! Anspieltips: "With Or Without You", "Garden Of Delight". Fazit: Album des Monats! |
Vor langer Zeit erzählten Die Untoten zum ersten Mal über das Grabsteinland. Grabsteinland war für die Band eines der wichtigsten Alben ihrer Karriere und wurde später zur Trilogie. Nach dem Konzeptalbum "Die Blutgräfin", welches das Leben die Lebensgeschichte von Elisabeth Bathory zum Inhalt hatte, folgt nun mit Grabsteinland IV eine Fortsetzung der Trilogie - und was für eine! "Grabsteinland IV - Die schwarze Feder" erzählt die Geschichte um das Grabssteinland aus der Sicht des Raben "niemals niemals". Intensiv erlebt der Hörer Momente des Glücks, der Freude und der Trauer auf andere Art und Weise erneut, lernt Zaubern (mit der schwarzen Feder) und heult mit den Wölfen. Wunderschöne tieftraurige Melodien voller schwarzer Melancholie lassen Grabsteinland IV zu einem besonderen Album werden. Die Premiere des neuen Albums erfolgte bereits auf dem diesjährigen Mera Luna. Dort war das Publikum zurecht begeistert von den neuen Songs der Band. So tauchen wir denn erneut ein in die düstere Welt des Grabsteinlandes und lassen uns treiben von dem Sturm, der da kommt, wie der Rabe mit seinen schwarzen Federn. Fazit: Prädikat besonders wertvoll! |
Die deutschsprachige Industrial Metal Band Die! existiert bereits seit 1995 und hat seitdem konsequent an ihrem Sound gearbeitet. Nach mehreren Alben und diversen Tourneen u.a. mit Megaherz sind Die! wieder da und veröffentlichen mit Still ihr bisher bestes Album. Hart und kraftvoll und voller ungezügelter Energie ist dieses Album! Zusammen mit Neumitglied Matze Elzholz sind Die! musikalisch und textlich einen großen Schritt nach vorn gegangen und erschaffen düster schaurige Songs, die den alltäglichen Irrsinn unserer Gesellschaft ("Jeder mit Jedem") und die Widersprüchlichkeit der menschlichen Existenz ("Lüg mich an") beleuchten. Still klingt weit eingängiger als früherer Veröffentlichungen der Band und gewinnt gerade durch die anspruchsvollen intelligenten Texte an Ausdruckskraft. Die! lassen es hier gewaltig rocken! Mit brachialer Intensität hämmern sich die Gitarrenriffs tief in die hintersten Hirnwinkel! Musik, die gleichzeitig den Körper und den Kopf bedient! Erdig ehrlich und kompromißlos! Anspieltips: "Daumenlutscher", "Dam Dam", "Alles in einen Topf". Fazit: Genial! |
Zeigte sich das Electrogenre in letzter Zeit eher etwas ausgelaugt und inspirationslos ändert sich dies dieser Tage mit Minusheart gewaltig! Minusheart sind wieder da und veröffentlichen mit Disease eines der interessantesten Electroalben der letzten Monate! Gleich das erste Lied des Albums ist ein wirklicher Smashhit! Icehouse ist ein Song, der voller Intensität und kalter Elektronik steckt! Ideales Clubfutter für den DJ jeder Darkdisco also! Hier trifft Underground Electro auf Minimal und Techno. Neben dem Überhit "Icehouse" finden sich auf dem Album weitere sehr gute Clubtacks wie etwa "Feel No Pain" und "Carnival Of Hearts". Disease ist ein eingängiges Album, das durchweg in all seinen 10 Songs überzeugt. Besonders interessant sind auch die Bonustracks, denn Bands wie Accessory, Config.Sys und Monolith haben es sich nicht nehmen lassen, für Minusheart zu remixen. Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann! Disease klingt frisch und unverbraucht - voller interessanter Ideen und Melodien! Eine wirkliche Bereicherung für die Szene! Anspieltips: "Icehouse", "Carnival Of Dreams". Fazit: Unbedingt haben wollen! |
Mit ihrem aktuellen Album "Not Everything Is Made In China" haben Non ein wunderbares atmosphärisch dichtes Rockalbum geschaffen, das zweifelsohne im Bereich Indie- / Alternativrock und Pop neue Maßstäbe setzt. Das Quartett um Sänger und Gitarrist Matjaz Moratus Zdesar, Bostjan Brcar ( Synth), Damjan Cosic (Bass) und Gregor Vrecar (Drums) veröffentlicht auf ihrem Album zehn zeitlos schöne Hymnen voller Düsternis und Melancholie. Fans von Bands wie etwa Placebo werden auch an Non großen Gefallen finden. Mit "It`s no good" covern Non zudem einen Song der großartigen Depeche Mode in einer Art und Weise wie man es bisher noch nicht gehört hat. Die Version von Non klingt in der Tat um ein Vielfaches besser als das Original. Und mit dem Song "Inside Out" gelingt der Band eine episch erhebenes Meisterwerk über die innere Gedanken- und Gefühlswelt. "Not Everything Is Made In China" ist ein rundum gelungenes Album, das von der ersten bis zur letzten Note fesselt und begeistert. Man wird sicher noch viel von Non hören! Anspieltips: Inside Out, Dr. Ill, Walking Down. Fazit: Unbedingt mal anhören! |
Lange ist her, dass Cradle Of Spoil zum ersten Mal für Aufsehen sorgte. In den 90`er Jahren veröffentlichte die Giessener Electro Band mit dem Song "1000 Jahre" einen Ohrwurm, den man nicht so schnell wieder aus seinen Gehörgängen los wurde. 15 Jahre später machen die beiden Bandgründer Achim Treder und Djordje Liscevic immer noch Musik zusammen und mit "... und der Tanz beginnt von vorn" erscheint nun ein brandneues Album der Band, das wegweisend für Cradle Of Spoil ist. Die Band - mittlerweile verstärkt durch Sänger Daniel Roos - bleibt sich selbst treu und überrascht uns mit lupenreinem Synthie-Electro-Pop. Lieder wie "Der weite Weg" oder "Doch Tränen wirst Du niemals sehen" sind zeitlos schöne Electropophymnen. "... und der Tanz beginnt von vorn" ist ein Brückenschlag zu den frühen Cradle Of Spoil Alben und läßt eben genau jene Art von fazinierenden Klangwelten wieder aufleben, die einst diese Band so berühmt gemacht hat. Mit wunderschöne Melodien und nachdenklichen Texten über das Leben und die Liebe schaffen Cradle Of Spoil hier ein melancholisch verträumtes Album. Anspieltips: "Bevor das letzte Licht erlischt" und "Doch Tränen wirst Du niemals sehen". Fazit: Comeback des Jahres! |
Pythoness oder die Schlangenpriesterin erzählt die biblische Geschichte von Samson und Delilah in einem modernen Kontext. Auf der CD von Gelgia Caduff finden sich 12 Songs, die gleichzeitig den 12 Tierkreiszeichen entsprechen. 12 Bilder im Kreislauf der Natur - 12 Kapitel von der Geburt bis zum Zerfall. Pythoness ist keine übliche CD - eher ein Konzeptalbum, das einerseits als monumentale Rockoper andererseits jedoch auch in Buchform erscheint. Als Sängerin der Band Cell Division war Gelgia Caduff schon länger aktiv, bis die Idee zur Rockoper Pythoness - From Genesis To Decay Gestalt annahm. Pythoness ist der Versuch Medien organisch zu verbinden und eine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu erzählen. Gemeinsam mit Produzent Thommy hein tüftelte sie wochenlang an stimmigen Sounds. Am 5 September 2009 erfolgte die begeisternde Uraufführung im Kulturzentrum Altes Schlachthaus in Laufen in der Schweiz. Ein Erlebnis der besonderen Art! Anspieltips: Disconnected, Kissed By Medusa. Fazit: Anspruchsvoll und künsterlisch wertvoll! |
Mit viel Witz und einer gehörigen Portion bitterböser Ironie veröffentlichen Goja Moon Rockah dieser Tage ihr Album mit dem Titel "Disco Dracula". Der Titel des Albums ist Programm - denn Disco Dracula bietet tatsächlich einige gelungene clubtaugliche Songs - allen voran der Titelsong "Disco Dracula" aber auch "Mein Vampir" gefällt durchaus und läßt das morsche Tanzbein mitschwingen. Auch musikalisch gesehen ist das Album von Goja Moon Rockah eine interessante Sache - da hier Sounds und musikalische Einflüsse aus aus den 80`er Jahren, 90`er Jahren und der Jetztzeit kombiniert werden. Hier trifft klassischer Electro auf minimalistische Klänge - wummernde Bässe und Beats grollen dumpf aus den Boxen zu deutschsprachigen Songtexte, die von Vampiren, Monstern, Heavy Metal Computern und Banana Splits (!) handeln. Ein wirklich kafkaeskes Sounderlebnis im modernen "Surroundsound" des 21.Jahrhunderts, das gar nicht so sinnentlernt ist wie es scheinen mag und viel tiefgründiger und intelligenter daher kommt. Mit Remixen von SatanHatesYou und Patentbrigade:Wolff finden sich zudem auch noch zwei sehr interessante Neuinterpretationen auf diesem Album. "Disco Dracula" ist ein Album, von dem man demnächst sicher überall reden wird. Goja Moon Rockah werden bald schon sehr bekannt sein! Anspieltips: Heavy Metal Computer, Disco Dracula. Fazit: Geheimtip! |
Collapsar klingen auf ihrem neuen Album "Beyond The Event Horizon" wieder wunderbar experimentell. Die Band widmet sich in den sechs Songs dieses Albums dem Universum und der unendlichen Weite des Weltalls. Mit ihren düster experimentellen Sounds erschaffen Collapsar ein ganz eigenen Sounduniversum voller intensiver dunkler und heller Töne. Alles klingt ein wenig düster und bedrohlich - gerade Lieder wie "An Introduction To Black Holes" oder "Passing The Gate" laden dazu ein sich dem Gefühl von unendlicher Leere hinzugeben und über tiefgreifende Sinnfragen nachzudenken. Wieso existiert das alles? Diese Antwort kann auch Collapsar nicht beantworten aber auf wunderbare Art und Weise das ganze beschreiben. Ein Tip: Am besten dieses Album in einer sternklaren Nacht auf offenem Feld hören! Ein Erlebnis der besonderen Art! Anspieltip: Passing The Gate, Beyond The Event Horizon. Fazit: Beeindruckend! |
Chrysteen veröffentlicht mit "Nightstarter" dieser Tage ihr neues Album, das dem althergebrachten Synthpop eine neue interessante und vielleicht auch weitaus weiblicherer Facette abgewinnt. Sanfte und zarte manchmal auch treibende Songs voller Melancholie und tiefer Sehnsucht gemischt mit einer gehörigen Portion Ambient Electro! Das ist wohl eine gute Beschreibung für dieses Album, das überrascht mit potentiellen Clubhits wie "Ode an die Liebe" und "Auf Ewig". Über allem steht die wunderschöne Gesangsstimme von Chrysteen. Vor 15 Jahren begann sie ihre Bühnenkarriere als sie mit dem Singen begann und seitdem ist sie auf der Bühne zuhause. Nach dem Studium (M.A. Germanistik, Englische Literatur und Psychologie) arbeitete Chrysteen als freie Journalistin stand für diverse Musical-Shows auf der Bühne und spielte in verschiedenen TV Produktionen mit. Chrysteen singt in ihren Songs viel über Liebe und zwischenmenschliche Dinge, aber ihre dunklen Seiten versucht die Künstlerin ebenso zu erforschen in Liedern wie "Keep Me In The Dark". Alles in allem in recht überzeugendes Album, dass sicher seine Fans finden wird. Anspieltips: Keep Me In The Dark, Ode an die Liebe. Fazit: Empfehlenswert! |
Düster und geheimnisvoll klingt die aktuelle Veröffentlichung "Ursprung" von Allgrena. Das Projekt von Franz Nigl aus Österreich erschafft mit Hilfe von sphärischen Klängen und methapherschweren Texten eine finstere und apokalyptische Atmosphäre, die sich in etwa anhören hören wie wenn Allerseelen auf Endraum trifft. Lieder wie "Öffne Deinen Geist", "Ursprung" oder "Ein Eiskalter Hauch" sind beste Beispiel für die Selbstreflektion des Künstlers, die dieses Album so besonders interessant macht. Ein minimalistisches monotones Soundgewand mit sich wiederholenden rezitativen Fragen über den Sinn des Lebens und zugleich ein weiterer Versuch diese letzte aller Fragen auf ausdrucksstarke künstlerische Art und Weise zu lösen. Mit "Wachsende Ringe" und "Die Letzte Zierate" verwenden Allgrena dann noch Texte von Rilke, die sich perfekt in das musikalische Konzept des Albums einpassen. "Ursprung" ist eine der interessantesten Veröffentlichungen der letzten Monate. Man darf gespannt sein, was man von Allgrena noch hören wird. Anspieltips: "Öffne Deinen Geist", "Wachsende Ringe". Fazit: Geheimtip! |
Eine großartige Band geht ihren letzten Gang. Mit "The Final Chapter" schliessen Dawn Of Oblivion ein musikalisches Kapitel und verabschieden sich eindrucksvoll von all ihren Fans. Dabei ist auch bei ihrem neuen Album die Band sich treu geblieben und präsentiert 13 wunderschöne gefühlvolle Gothicrocksongs. Ein dunkler Melodiemix aus Gothic Metal und Rock, der tief im Inneren berührt. Dabei grenzt es eigentlich an ein Wunder, dass dieses Album veröffentlicht wurde. 2005 lösten sich Dawn Of Oblivion bereits auf, es existierten jedoch zahlreiche unbearbeitete neue Aufnahmen der Band, die aus den Jahren 2001 bis 2005 stammten. Der Song "Father" ebenfalls auf dieser CD veröffentlicht war seinerzeit der Anlaß, dass die Band erneut zusammenkam und dieses letzte Album fertigstellte. Zurecht! "The Final Chapter" ist eines der gelungensten Alben dieser Tage! Songs wie "Neptune Falls", "City in The Winds" oder "Behind Closed Doors" sind wahre Gothicrockhymnen und Dawn Of Oblivion ziehen hier alle musikalischen Register - die lange Arbeit an der Endfassung der einzelnen Songs hat sich mehr als gelohnt. Druckvoll und dynamisch lassen es Dawn Of Oblivion ein letztes Mal rocken! Dennoch bleibt ein wenig Wehmut zurück, wenn mit "The Witchking" die letzten Klänge des Albums verhallen - zudem weil es sich um den wohl traurigsten Song des Albums handelt und man fragt sich wieso mit dieser Band es nun vorbei sein soll? Aber so eindrucksvoll wie Dawn Of Oblivion hat sich nur selten eine Band verabschiedet! Eine Legende lebt! Anspieltips: Neptune Falls, City In Winds, Father, The Witchking. Fazit: Album des Monats! |
Newcomer des Monats sind diesmal eindeutig die Band Battle Scream, die mit ihrer Mischung aus Rock und Industrial voll ins schwarze Herz treffen. Gegründet wurde die Dresdner Band bereits im Jahr 2001 und arbeitete seitdem konstant an ihrem eigenen Sound, der derb-druckvolle Gitarren mit einem experimentellen, vielschichtigen Elektrosound kombiniert. Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen ist der elektronische Einfluss auf Suffering viel größer - was der Musik sehr gut tut und man hat das Gefühl, dass Battle Scream mit diesem Album endgültig zu ihrem eigenen unverwechselbaren Sound gefunden haben. Wie klänge es, wenn Calva Y Nada mit Eternal Afflict und Project Pitchfork zusammenspielen würden? So oder so ähnlich könnte man die Musik von Battle Scream beschreiben. Die 5 Musiker um ihren charismatischen Frontmann Alex verstehen es in eindrucksvoller Weise mit ihrem Album "Suffering" ein energiegeladenes Düster-Inferno zu erschaffen wie man es in dieser Intensität nur selten erlebt. Auf dem Album finden sich insgesamt 17 Titel! Dies ist schon eine ganze Menge und umso überraschender ist es, dass der qualitative Anspruch das ganze Album hindurch bestehen bleibt. Lieder wie Pray, War Machine oder Cold Hearts Stone überzeugen durch ihren klaren eingängigen Rhytmus und kompromißlose Melodie - und zeigen gute Clubqualitäten - schon bald dürfte der Sound von Battle Scream also nicht nur live das schwarze Volk wohlig erwärmen, sondern auch kräftig in den schwarzen Tanztempeln der Republik einheizen. Über die Grenzen ihrer Heimatstadt Dresden hinaus hat sich die Band im Laufe der letzten Jahre eine treue Fangemeinde erspielt und absolvierten eine erfolgreiche Deutschlandtour. Dies läßt keine Zweifel mehr, dass mit Battle Scream eine neue großartige Szeneband endgültig den Durchbruch geschafft hat. Anspieltips: "Pray", "Heuchler", "War Machine". Fazit: Album des Monats! |
Die Band Traumtänzer existiert seit Mai 2008 und wurde von dem Musiker Tom O`Connell ins Leben gerufen. Mit Sänger Marco Blum, Cellist Aldarion und der ehemaligen Le Cri Du Mort Sängerin Alfirin war die Band kurze Zeit später komplett und man begann mit den Aufnahmen zu dem ersten Album "Der weiße Raum". Stigmata ist der Titel ihrer ersten E.P., die der Vorabbote zum kommenden Debüt-Album ist. Auf der EP finden sich insgesamt 6 Lieder, zwei verschiedene Versionen von Stigmata, sowie die Lieder Fremdes Land und Für die Nacht. Außerdem ein Clubmix von dem Song "Die Wahrheit" zusammen mit Leichenwetter. "Ich schau Dich an, mit dem Blick eines Fremden. Noch warte ich, daß der Tag beginnt ..." (aus dem Lied "Die Wahrheit"). Die Textzeile läßt schon in etwa erahnen in welche Richtung es bei Traumtänzer musikalisch geht. Den Hörer erwartet hier tanzbarer atmosphärischer Gothic mit anspruchsvollen deutschen Texten jenseits gängiger Gruftiklischees. Vor allem die Clubmixe dieser EP überzeugen, handelt es sich doch um rockige druckvolle Songs, die das Tanzbein gerne mitschwingen lassen. Traumtänzer gelingt das besondere Kunststück, sperrige deutsche Sprache in rockige Beats zu verpacken. Daneben läßt die Band jedoch auch viel Raum für ruhigere Klänge - bei denen Cellist Aldarion seine Fähigkeiten unter Beweis stellt. Lieder wie "Fremdes Land" oder "Für die Nacht" sind einfach nur schön! Mit "Mein Herz" findet sich zum Schluß des Albums noch ein exklusiver Non-Album Track, der auf dem Debüt nicht zu hören sein wird. Im Herbst wird die Band erstmals live auf deutschen Bühnen zu sehen sein. Watch out! Man wird noch viel von Traumtänzer hören! Anspieltips: Stigmata (Clubmix), Die Wahrheit (Clubmix). Fazit: Hoffnungsvoller Newcomer! |
Mit der CD Reflexion:unendlich melden sich Explizit Einsam dieser Tage eindrucksvoll zurück. Das Gothic Darkwave Projekt veröffentlicht mit Reflexion:unendlich ein Album, dass musikalisch anknüpft an den Sound früherer Alben wie etwa "Kelch der Trauer" oder "Das Elixier". Erneut fusioniert die Band hier Elektronik, Darkwave und mittelalterliche Klänge zu einem ganz eigenen düsteren und synthetischen Sound. Immer noch zentraler Mittelpunkt der Musik von Explizit Einsam ist der Sprechgesang von Andreas J. Ohle. Mit dem Song "Wunsch" gelingt Explizit Einsam ein richtig clubtauglicher Song, der durch seine eingängige Melodie besticht. Raum für ruhigere nachdenklichere Klänge bieten Lieder wie "Unschein" oder "Wandel im Geiste". Auf Reflexion:unendlich finden sich aber auch wieder viele wunderschön klingende Instrumentalsongs wie etwa "Von dem Licht" oder das beeindruckende "Carpe Noctem". Mit dem experimentellen Song Erosion endet dieses neue Werk - ein offenes Ende trotz des finsteren Titel - man darf gespannt sein auf weitere Musik von Explizit Einsam. Anspieltips: "Unschein", "Wunsch", "Von dem Licht". Fazit: Einfach nur schön! |
Rebentisch ist vielen mittlerweile ein Begriff für guten deutschsprachigen Wave. Die Berliner Band um Sänger und Mastermind Sven Rebentisch veröffentlicht dieser Tage ihr neuestes Werk "Herz zerrissen" - ein wunderschönes Album mit Tiefgang und emotionalen Höhepunkten wie schon frühere Werke der Band. Ruhige wavige Balladen, die zum träumen anregen, mitunter nachdenklich stimmen, mitunter aber auch Angst einflössen, obgleich der finsteren Gedanken Rebentischs. "Herz zerrissen" erinnert musikalisch an die 80`er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, an die Zeit, in der der Wave und später der Darkwave seinen Ursprung hatte. Rebentisch pflegen ihren Stil und ihren Sound ganz bewußt und so steht dieses Album voll und ganz in der Tradition früherer Veröffentlichungen der Band (die im übrigen mittlerweile restlos vergriffen sind). Dabei wird erneut viel Wert auf die deutschsprachigen dunklen Texte gelegt, in denen es meist um die klassischen Themen menschlicher Existenz geht. Leben und Tod - und alles was sich damit verbindet. "Herz zerrissen" ist eines der lyrisch anspruchsvollsten Alben dieses Jahres. Die Songtexte werden nicht nur rezitiert, sondern gefühlvoll von Sven Rebentisch gesungen - eine interessante Alternative zu anderen Künstlern und Bands des Genres. Mut zum Experimentieren beweisen Rebentisch schlueßlich zum Schluß der CD. Hier finden sich gleich drei Remixe, die elektronischer klingen als bisherige Rebentisch Songs und auch Clubqualitäten aufweisen - allen voran das Lied "Neongift", welches treibend und druckvoll von Cabo de Gata remixt wurde. "Herz zerrissen" ist ein Kleinod, das seinen Hörer wahrlich in den Bann zieht. Anspieltips: "Angst", "Reissende Gedanken", "Neongift". Fazit: Anhören! |
The Attrition sind derzeit wieder in aller Munde. Und nach der Wiederveröffentlichung ihres bekannten "A tricky business" Albums folgt nun der Re-Release von "The Hand That Feeds". Hier handelt es sich um ein Remix Album der Elektronik-Pioniere an dem zahlreiche Bands und Künstler mitgewirkt haben. Die Liste der Namen der teilnehmenden Künstler ist lang. Mitgemacht haben u.a. Dance Or Die, Stromkern, Morbus Kitahara, In The Nursery, Regenerator, New Mind, Chris`n`Cosey und viele mehr. Dabei sind 14 wirklich gelungene Remixe entstanden, die die Musik von Attrition von einer ganz neuen Seite zeigen. Besonders erfreut war ich, dass der Klassiker Cold Genius in einer neuen - man muß schon fast sagen Trance Version von Polaxe hier geremixt wurde. Klingt völlig anders als das Original. Aber auch die Klassiker I am (Eternity) im Chris`n`Cosey Mix und IAE im In The Nursery Mix haben voll überzeugt. Insgesamt ist "The Hand That Feeds" ein Album, das die Musik von The Attrition das Prädikat "jetzt endlich auch clubtauglich" verleiht. War die Band vor allem in den letzten Jahren sehr experimentell, gibt es mit diesem Album gleich eine ganze Reihe von Liedern, die in der Clubdisco laufen können. The Attrition sind mit "The Hand That Feeds" in der Neuzeit angekommen! Das ursprüngliche Remixalbum stammte aus dem Jahr 2000 und erschien damals bei Trisol. Die neue Version ist komplett gemastered und enthält als Bonustrack den Flip Shriner Remix von "One of these mornings". Anspieltips: "Cold Genius Polaxe Remix", "I am Eternity Chris`n`Cosey Remix". Fazit: Let`s dance. |
Die Band Notes From Underground kommt aus Spanien und ist dort bereits seit längerem musikalisch erfolgreich. Mit ihrem neuen Album "Crossing The Rubicon" schafft die Band aus Madrid nun auch endlich den langerwarteten internationalen Durchbruch. Mit ihrer ganz eigenen Mischung aus Rock, Metal und Elektronik überzeugt die Band, die zweifelsohne ihre Wurzeln im Industrial-Rock a la Nine Inch Nails, Skinny Puppy oder KMFDM hat. Songs wie "Phoenix Uprising". "Game" oder "Heaven In Hell" zeugen von treibendem druckvollen Sounds, die hart und rockig klingen und ein ums andere Mal die Schmerzgrenzen der Gehörgänge erweitern. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es Notes From Underground mit ihren rasanten Gitarrenriffs auf die Spitze treiben und der Sound der Band in den Speed oder Trashmetal Bereich droht zu entgleiten. Dennoch fängt sich erstaunlicherweise immer wieder die Band und schafft in den elf regulären Songs des Albums zu überzeugen. Zu diesen Songs gesellen sich - und jetzt wird es richtig spannend - gleich neun (!) weitere Remixe von bekannten Acts wie etwa Die Krupps, Das Ich, En Ensch (Ex-KMFDM) und William Faith (Faith And The Muse). Diese Remixe werten das Album enorm auf und gewinnen dem eher spröden und bodenständigen Metal von Notes From Underground ganz neue Seiten ab. Man darf gespannt sein, was man hier noch zu erwarten hat. Anspieltips: Greed (Das Ich Remix). Fazit: Einer der interessantesten Newcomer der letzten Monate! |
Im Jahr 2007 gründete Bassist Paul Raven (Killing Joke, Ministry) zusammen mit Mark Gemini Thwaite (The Mission, Peter Murphy) die Band Mob Research. Die musikalische Ausrichtung von Mob Research war schnell klar: Purer dreckiger Industrialrock, ungeschönt und kompromißlos sowohl auf musikalischer als auch auf inhaltlicher Ebene. Dies war nicht zuletzt auch den beiden weiteren Mitgliedern zu verdanken, die sich kurze Zeit nach der Gründung von Mob Research hinzugesellten. Mit Kory Clarke (Warrior Soul) fand man den perfekten Sänger und mit Nick Lucero (ex-Queens Of the Stone Age) den perfekten Drummer. Es entstand ein alternativer Independent-Sound, der in seinen Wurzeln purer Underground war. Die perfekte Mischung, die zugleich eine große Bandbreite an musikalische Einflüssen aufzuweisen hatte. Und so hört man denn auch auf Holy City Zoo eben vieles, was altbekannt klingt und dennoch völlig neuartig scheint. Da ist etwa der Song "Skull And Bones", der ein klassischer Killing Joke Song sein könnte oder der Titelsong "Holy City Zoo" selber, der von einer unbändigen Härte und gesellschaftlichen Anklage zeugt. Leider verstarb Mitbegründer Paul Raven kurz nach den Aufnahmen zu dem Album, wodurch Mob Research mit der Fertigstellung von Holy City Zoo länger brauchten. Gerade deshalb ist dieses Album wohl eines der beeindrucksten Vermächtnisse von Paul Raven. Ergänzt wird das Album durch diverse Bonustracks - allesamt Remixe von bekannten Bands wie etwa Sindaddy, Metalmorphosis, Akanoid oder Elektrofish. In den Remixen zeigen sich erst so richtig die ungewöhnlichen Seiten der Songs und dieser "zweite Teil" des Albums überzeugt ebenso! Anspieltips: "Tribe", "Holy City Zoo", "Skull And Bones". Fazit: Industrialrock vom feinsten! |
Während Arts Of Erebus derzeit an ihrem neuen dritten Fulltime Album arbeiten, verkürzt die Band dieser Tage die Wartezeit bis zu ihrem neuen Werk mit einer brandneuen EP, die es in sich hat. Die französische Gothic-Rock-Formation veröffentlicht mit Dawn Of The Dead eine EP, die den erfolgreichsten Albumtrack des letzten Albums in zwei neuen Versionen präsentiert, die clubgerecht aufpoliert wurden. Mit dem Single-Mix, dem Dead Bodies Dancing Mix und dem Aftermath Mix liegen nun drei neue Versionen des Songs vor, die weitaus elektronischer und tanzbarer als die Album Version klingen - ein Must-Have für jeden DJ! Als Bonus gibt es dann auch noch das Video zu dem Song, das von Comiczeichner und Videokünstler Tikwa ("Die kleine Gruftschlampe") filmisch mit der Band umgesetzt wurde und dem Thema Zombies eine ganz neue Seite verleiht. Die EP umfaßt insgesamt 9 Songs - wobei es sich bei den restlichen Songs ebenfalls um exklusive Tracks handelt, die in dieser Version so bisher nicht zu hören waren. Allen voran sind die beiden Klassiker "Heroes in the dark" und "Watching demons" in brandneuen 2009er Versionen zu hören, außerdem ein Remix von "Brotherhood of sleep" und eine wirklich wunderschöne orchestrale Version von "Zeit und Traum". Arts Of Erebus gelingt es den Gothicrock Sound der 90`er Jahre in das neue Jahrzehnt gekonnt zu transportieren und mit frischen Synthie-Sounds anzureichern. Fazit: Genial! |
"The Spiritual Bat" ist ein Duo, das heute aus Dario Passamonti (Music) und Rosetta Garri (Lyrics) besteht. Ursprünglich als "The Spiritual Bats" im Jahr 1992 zusammen mit Matteo Bracaglia gegründet, konnte die Band schon früh erste Erfolge feiern. Dario Passamonti war zu dieser Zeit Maler und schrieb Songs mit dem inneren Anspruch seine Kunstwerke musikalisch umzusetzen. Nach zwei EPs und einer CD lösten sich "The Spiritual Bats" im Jahr 2004 auf und Dario gründete zusammen mit Rosetta "The Spirtual Bat" - auch wenn nur der Buchstabe "s" in diesem Fall fehlt hat sich die Musik der neuen "The Spiritual Bat" doch deutlich weiterentwickelt. Sollte ursprünglich Through The Shadows ein reines Instrumentalalbum werden, merkte das Duo recht schnell bei den Aufnahmen, dass Rosetta sehr gut singen kann. Durch Rosettas Stimme bekommt die Musik von "The Spiritual Bat" einen ganz eigenen unverwechselbaren Klang. Zu hören gibt es düsteren Rock zwischen Batcave und Gothic, der in Richtung von Bands wie etwa Faith And The Muse geht. Fans dieser Art von Musik sollten daher in jedem Fall sich "The Spiritual Bat" einmal genauer anhören! Lieder wie "Newdance" oder der Titelsong "Through the Shadows" sind wunderbare düstere und zugleich romantische Erklärungen an die finsteren Seiten in uns allen und die Band zelebriert hier förmlich ein dunkles schwarzes Lebensgefühl, das wohl jedem Schwarzkittel aus der Seele spricht. Begleitet doch auch "The Spiritual Bat" auf ihrem Weg "durch die Schatten" - eine musikalische Reise, die sich lohnt. Anspieltips: "Through The Shadows", "Newdance", "Sogno Tribale". Fazit: Geheimtip! |
Anti Trust existieren bereits seit dem Jahr 1986 und blicken zurück auf eine bewegte Geschichte. Anti Trust wurde von Haiko Herden aus Hamburg seinerzeit als Soloprojekt gegründet, nachdem er bereits mit der NDW Minimal Electro Legende Charles Lindbergh n.e.V. und den New Wave Bands News On Friday und Cruel Vengeance seit Anfang der 80`er Jahre musikalisch aktiv war. Nach einer längeren Ruhephase wurde Anti Trust Anfang des 21.Jahrhunderts reaktiviert und veröffentlicht dieser Tage mit dem Album "Das System stinkt" ein neues Album, das neue Aufnahmen enthält, die an den Minimal-Sound der 80`er anknüpfen. Anti Trust gelingt es hier mühelos den Schritt zurück in die Anfänge jener elektronischen Musik zu gehen, die Vorbild und zugleich Basis für so viele moderne Elektronikbands war. Das ist spannend und zugleich interessant. Die eng minimalistisch ausgelegten Kompositionen wirken besonders, wenn man die Boxen der Stereoanlage laut aufdreht! Hier entwickelt der Sound von Anti Trust eine besondere Eigendynamik. Zu hören gibt es 14 Songs, die nachdenklich stimmen, gesellschaftskritisch sind und auch unbequeme Fragen stellen. Mit teils verstörenden Texten in Liedern wie "Meine besten Wünsche", "Unglück im Glück" und "Höllenpiraten" schaffen es Anti Trust einen ganz eigenen Kosmos aus Gedanken zu erzeugen. Gemastert wurde das Album von Matthias Schuster (Geisterfahrer, Das Institut). Anspieltips: Lachleute Nettmenschen, Ohne Strom. Fazit: Ideal für Minimalwaver |
Wir schreiben das Jahr 2009 und blicken tief zurück in die 90`er Jahre - um genau zu sein in das Jahr 1991. Damals erschien ein revolutionäres Electroalbum der Band Attrition. "A tricky business" war das bis dato erfolgreichste Album für die Elektronik-Pioniere und bescherte der Band den unvergessenen Clubhit "A girl called harmony", der noch heute in jeder guten Gothdisco zu später Stunde zu hören ist. Fast 20 Jahre später hat dieses Album nichts von seinem Reiz verloren und die Band hat es sich nicht nehmen "A Tricky Business" dieser Tage komplett remastered erneut zu veröffentlichen. Mit viel Sorgfalt wurden die einzelnen Songs des Albums digital remastered und im Ergebnis hat die neue Version einen weitaus besseren Klang als das Original, das seinerzeit bei dem Label Contempo erschien. Zusätzlich zu den 9 regulären Tracks des Albums wurden vier weitere Bonustitel hinzugefügt und zwar "Your Face, My Gift", "Under The Bridge", "Resurrection (reprise)" und der lange Zeit schwer erhältliche "Something In My Eye 12``" Mix, der nur auf der Single erhältlich war. "A tricky business" war das erste Album mit Coverartwork des Künstlers Mark Lomax, der hier, wie auch bei späteren Alben der Band mitwirkte. Ein Album, das zurecht eine ganze Generation beeinflußt hat und deren Experimentierfreude noch immer beeindruckt. Anspieltips: "A Girl Called Harmony". Fazit: Genreprägend. |
Die Dead Guitars wurden im Jahr 2003 gegründet. Die Dead Guitars das sind Pete Bough (Twelve Drummers Drumming), Ralf Aussem (Sun), Carlo van Putten, (The Convent), Patrick Schmitz und Sven-Olaf Dirks. Die Musiker waren zuvor schon in ihren Bands sehr erfolgreich. Die Dead Guitars sind im wahrsten Sinne eine Band hervorragender und erfahrener Musiker, die bereits mit ihrem Debüt 2007 Airplanes und der darauffolgenden Tour zusammen mit The Mission für viel Aufsehen sorgten. Mit Flags folgt nun das zweite Album der Dead Guitars. Bei den Aufnahmen zu dem neuen Album wurde die Band von Mitlgliedern der Band The Mission unterstützt und kein geringerer als Wayne Hussey selbst liess es sich nehmen den Song Isolation für die Band zu singen. Flags ist wunderbares modernes Rockalbum geworden, das technisch perfekt aufgenommen wurde. Selten hörte man Rockmusik so klar und deutlich und es ist vor allem die Vielseitigkeit der Songs, die keine Langeweile beim Hören dieses Albums aufkommen lassen. 12 Songs finden sich auf der CD - 12 mal Rock vom feinsten - mal psychedelisch, mal elegisch und mal einfach nur wunderbar verträumt und stimmungsvoll emotional. Gerade in den ruhigeren Stücken des Albums zeigt die Ausdrucksstärke von Sänger Carlo van Putten, dessen warme und zugleich rauhe Stimme für Gänsehaut sorgt. Wie etwa bei dem Song Silver Cross River - ein wunderschönes Lied. Mit Nummern wie Pristine und Miss America zeigt die Band, dass sie richtig rocken können und das die Dead Guitars wahrlich keine "toten Gitarren" sind, sondern sehr lebendig wirken! Anspieltips: Pristine, Miss America, Isolation. Fazit: Rock lebt! |
Großartige Alben brauchen großartige Bands! Dies ist auch bei dem neuesten Album von The House Of Usher der Fall. Die Gothicrocker gehören mittlerweile zu den Urgesteinen der Szene und haben mit ihren bisherigen Veröffentlichungen Geschichte geschrieben. Dies wird auch mit dem neuen Album "Angst" geschehen, mit dem The House Of Usher ihr bislang siebstes Werk veröffentlichen. Dabei ist Angst auch in gewisser Weise als Konzeptalbum zu verstehen - handelt es sich doch vornehmlich um die Existenzangst des modernen Menschen und die Frage, wo er im Leben steht. Nach "Radio Cornwall", auf dem die Band rockiger klang als man sie bis dato kannte, ist "Angst" ein weitaus gefühlvolleres und melodischeres Werk geworden. Songs wie "Deep Inside My Heart", "Friendly Fire" oder das wave-angehauchte "For My Vengeance" berühren tief im Inneren. The House Of Usher gelingt mit "Angst" an die großen Wave und Rockalben der 80`er Jahre anzuknüpfen und klingen dennoch dabei immer unverwechselbar nach sich selbst. Sänger Jörg Kleudgen ist dabei der gesangliche Mittelpunkt, der in der Rolle eines modernen Protagonisten Geschichten über Liebe, Glaube, Tod und Hoffnung in düster melancholisch poppigem Gewand erzählt. Ein solcher Song - auf den diese Beschreibung absolut zutrifft - ist "Wild Flower". Ein Lied voll schöner schmerzlicher Ästhetik! The House Of Usher bleiben sich anno 2009 erneut treu und lassen es wieder rocken! Die Band kehrt zurück zum Gesamtkunstwerk in der Tradition ihrer 1999 veröffentlichten CD Cosmogenesis und schaffen eine geniale Kombination aus Grafik, Erzählung und Musik und liefert mit Angst einen Zerrspiegel unserer Gesellschaft, in den jeder einmal schauen sollte. Anspieltips: Friendly Fire, Deep Inside My Heart, Wild Flower. Fazit: Album des Monats! |
Das dritte Album der Schweizer Band Metallspürhunde erscheint dieser Tage. Der Titel des Albums "Böse Wetter" ist ein treffender Begriff für den Inhalt des Albums. Die Schreckensmeldung "Böse Wetter" von Bergleuten signalisiert eigentlich das sauerstoffarme und vergiftete Milieu im Schacht unter Tage. Hier dient der Begriff aber zugleich dazu das gescheiterte Gesellschaftsmodell und nahende Ende unserer Zivilisation zu umschreiben. Ohne Moral und Verstand beraubt sich die Menschheit ihrer letzten Ressourchen und durchlebt immer häufiger globale und lokale Katastrophen. "Böse Wetter" ist das bisher intelligenteste Album der Schweizer und ein gelungenes lyrisches Werk über den vorweggenommenen Untergang einer Zivilisation. Dabei bleibt die Band sich und ihrem Stil treu und liefert ein ums andere Mal packende Elektrorocksongs, die tief unter die Haut gehen. Mit ihren eingängigen Melodien und Arrangements erschaffen Metallspürhunde einen dichten bedrohlichen Sound, der manchmal - so scheint es - direkt aus der Hölle zu kommen scheint. Das letztlich wir es selber sind, die sich in dieser Hölle befinden, ist eine wichtige Erkenntnis, die jeder für sich selbst herausfinden mag. Songs wie "Herzlichen Dank" oder "Heuchler" sind gespickt mit bitterböser Ironie. Hier hält die Band dem Hörer im wahrsten Sinne des Wortes den Spiegel vor - und ein Blick dort hinein zeigt ein düsteres verzerrtes Bild, das nachdenklich stimmt. Die Sinnfrage allen Seins ist Kernthema des Songs "Wo gehst Du hin?". Hier zeigen Metallspürhunde, das letztlich alles um das eine Thema kreist - den Sinn des Lebens. Woher kommen wir? Wo gehen wir hin? Und wieso das alles? Trotz der inhaltlich anspruchsvollen Schwere der Songs rockt "Böse Wetter" richtig gut! Und einige Songs dürften schon bald die Tanztempel der Republik zum beben bringen! Anspieltips: Böse Wetter, Wo gehtst Du hin?, Herzlichen Dank. Fazit: Unverzichtbar! |