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Metallspürhunde Böse Wetter


Wertung: (6/7) Monden

(Danse Macabre)


Das dritte Album der Schweizer Band Metallspürhunde erscheint dieser Tage. Der Titel des Albums "Böse Wetter" ist ein treffender Begriff für den Inhalt des Albums. Die Schreckensmeldung "Böse Wetter" von Bergleuten signalisiert eigentlich das sauerstoffarme und vergiftete Milieu im Schacht unter Tage. Hier dient der Begriff aber zugleich dazu das gescheiterte Gesellschaftsmodell und nahende Ende unserer Zivilisation zu umschreiben. Ohne Moral und Verstand beraubt sich die Menschheit ihrer letzten Ressourchen und durchlebt immer häufiger globale und lokale Katastrophen. "Böse Wetter" ist das bisher intelligenteste Album der Schweizer und ein gelungenes lyrisches Werk über den vorweggenommenen Untergang einer Zivilisation. Dabei bleibt die Band sich und ihrem Stil treu und liefert ein ums andere Mal packende Elektrorocksongs, die tief unter die Haut gehen. Mit ihren eingängigen Melodien und Arrangements erschaffen Metallspürhunde einen dichten bedrohlichen Sound, der manchmal - so scheint es - direkt aus der Hölle zu kommen scheint. Das letztlich wir es selber sind, die sich in dieser Hölle befinden, ist eine wichtige Erkenntnis, die jeder für sich selbst herausfinden mag. Songs wie "Herzlichen Dank" oder "Heuchler" sind gespickt mit bitterböser Ironie. Hier hält die Band dem Hörer im wahrsten Sinne des Wortes den Spiegel vor - und ein Blick dort hinein zeigt ein düsteres verzerrtes Bild, das nachdenklich stimmt. Die Sinnfrage allen Seins ist Kernthema des Songs "Wo gehst Du hin?". Hier zeigen Metallspürhunde, das letztlich alles um das eine Thema kreist - den Sinn des Lebens. Woher kommen wir? Wo gehen wir hin? Und wieso das alles? Trotz der inhaltlich anspruchsvollen Schwere der Songs rockt "Böse Wetter" richtig gut! Und einige Songs dürften schon bald die Tanztempel der Republik zum beben bringen! Anspieltips: Böse Wetter, Wo gehtst Du hin?, Herzlichen Dank. Fazit: Unverzichtbar!