Massiv In Mensch
Menschdefekt
Massiv In Mensch galten Ende der 90`er Jahre
als grosse Hoffnung der Electroszene, als ihr
damaliges Debut "Belastendes Material"
veröffentlicht wurde. Songs wie "Offensivschock" oder
"Entstellt" liefen damals in jedem Electroclub der
Republik und man dachte, dass diese Band wirklich
das Zeug zu mehr hat - schon alleine aufgrund ihrer
Brutalität und Härte. 5 Jahre später erscheint mit
"Menschdefekt" nun ihr neues Album und überrascht
mit einem Richtungswechsel. Die Electro-
und Industrialbeats sind weniger harsch als auf früheren
Alben, stattdessen stehen technoide Elemente und
Breakbeats stärker im Vordergrund. Songs wie
"Dark Rave" oder "Mein letztes Bonbon" sind
typtische Technosongs und könnten ebensogut
auf einer "Mayday" oder "Loveparade" laufen.
Massiv In Mensch befinden sich mit "Menschdefekt"
auf dem Weg in eine ganz andere musikalische Richtung,
die mir persönlich nicht gefällt. Man muss es einfach
sagen: Ich bin enttäuscht von diesem neuen Album
der Band. Sicher - das Album ist sehr gut produziert
und bietet für den der auf Technomusik oder Rave steht sicher
genau das richtige, aber man vermisst doch die
düsteren Klänge, die seinerzeit den Sound der Band
ausgemacht haben. Positiv zu erwähnen ist der Gesang
von Sängerin Sarah Folkens, der es gelingt mit ihrer
wunderbaren engelsgleichen Stimme bei Songs wie
"Le-Rav" für ein aufkommendes schwarzes
Feeling zu sorgen. Leider kommt insgesamt der
Gesang und der textliche Bereich jedoch zu kurz
und das Album bietet mit vielen Instrumentalstücken
und Scooter-ähnlichen Passagen eine schwere Kost.
Anspieltips: "Vokuhila",
"Le-Rav", "A Gothic On XTC". Fazit: Nur für Fans
empfehlenswert! |