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EXPRETUS Borderline Red


Wertung: (5/5) Monden

(Brachical Pop / Rough Trade)


Mit "Borderline Red" gehen EXPRETUS den Weg, der sich mit den Vorgängeralben „Gezeitenrausch“, „Elektrotechnik“ und „Spiegelsaal“ abzeichnete, konsequent weiter. Mit viel Gefühl für Rock und Wavemusik gelingt es der Dresdner Band wieder wunderschöne Songs zu schreiben, die zeitlos gut und dennoch modern klingen. Kann man die ersten beiden Alben "Gezeitenrausch" und "Spiegelsaal" noch als die ersten Gehversuche bezeichnen, zeigte die Band mit dem Album "Elektrotechnik" einen Wandel hin zum elektronischen - der nun wiederum durch eine fundierte solide Gothicrockbasis ergänzt wird. Expretus sind erwachsen geworden - aus den ersten Gehversuchen sind Schritte geworden und mittlerweile bewegt sich die Band in einem Tempo spielerischer Raffinesse und Fähigkeit zur Konstruktion von Songstrukturen, die man nur erreichen kann, wenn man eben konsequent an seinem eigenen Sound weiterarbeitet. Die ersten beiden Songs des Albums "Sonny Boy" und "Pleasant" zeugen von ungezügelter Power und dem Willen die Independent-Rockmusik in gewisser Weise neu zu definieren. Expretus tun dies für sich mit Bravour. Aber auch ruhigere intensivere Songs finden sich auf dieser CD. "See The Bored" und "Worn Out Cases" sind ideal dafür geeignet für die berühmten gemütlichen Stunden zu zweit. Was bereits bei "Elektrotechnik" ein wirkliches Plus war, war die Abwechslung bei Expretus. Auch Borderline Red ist ein Album mit Höhen und Tiefen, mal schnell mal langsam, mal treibend wie im Rausch und dann wieder schnell wie ein Wassertropfen im Sand versinkend, mal leise mal laut - Expretus spielen auf ihrer eigenen Klaviatur wie sie es möchten. Allerdings macht es die Komplexität der neuen Songs es schwer dieses Album von Anfang an zu verstehen - Borderline Red erschließt sich erst beim zweiten oder dritten Anhören richtig, dann wirkt es aber umso intensiver. Gekrönt wird dieses Werk von einem klar und logisch dem inhaltlichen Konzept des Albums angepassten Cover und Booklet mit schwarzweißer Optik, die von roten Streifen durchsetzt ist. Anspieltips: Sonny Boy, Pleasant, Tasty Lies. Fazit: Bestes Album von Expretus bisher!