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Christian Dörge Lycia.Redux


Wertung: (6/7) Monden

(Black October Records)


Christian Dörge gilt schon seit langem als Ausnahmemusiker, der vor allem durch seine Bands Syria und Borgia Disco bisher viel Anerkennung erntete. Neben seinen Bandaktivitäten ist Christian Dörge auch Solo ein ausgezeichneter Künstler, der bisher 3 Alben veröffentlicht hat. Das ursprüngliche Werk Lycia erschien vor vielen Jahren bereits einmal und ist bereits lange Zeit vergriffen gewesen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen dieses Werk einer neuen Generation vorzustellen, die ebenso viel Begeisterung für den Sound Dörges aufbringen wird. Komplett digital remastered und mit einem hochwertigen künstlerischen Fotobooklet ausgestattet erscheint Lycia.Redux dieser Tage. Auf der CD finden sich deutschsprachige Songs, die elektronisch experimentell das gesprochene Wort in den Vordergrund rücken und zweifelsohne als Hörkunst bezeichnet werden können. Ähnlich großer Vorbilder deutschsprachiger Literatur wie etwa Kaffka spinnt Dörge hier ein Netz aus bildhaftem, klaustrophischem Gedankengut, dass dunkel und finster klingt. So entsteht ein Kosmos aus Verfall Sterben Tod, der sich verführerisch in die Gehirngänge schleicht und dort seine Wirkung tut. Songs wie Eisengott spricht, Der Spiegel 1988, oder Weißes Rauschen haben einen experimentellen Charakter, den heute nur noch wenig Bands vorzuweisen haben. Sie sind Zeichen einer vergangenen Aufbruchsstimmung der Untergrundszene, die musikalisch ihre eigenen Grenzen neu suchte. Das Album erscheint als Doppel-CD. Auf der Bonus Disc findet sich das literarische Werk Opera - eine inzenierte Lesung. Fazit: Prädikat besonders wertvoll!