Christian Dörge
Moldavia
Dieser Tage erscheint von Christian Dörge
ein aufwändig ausgestaltete Doppel-Album-CD.
"Moldavia" ist in gewisser Weise eine Art
Best-Of Album dieses Ausnahmekünstlers, auf
welchem Christian Dörge einer ausgeklügelten
Dramaturgie folgend 38 seiner literarischen Texte
vertont. Darunter sind auch Neuinterpretationen von
Texten zu finden, die bereits auf seinen Literaturvertonungen
"Lycia" (1993) und "Antiphon" (1996) zu hören waren. Dörge
ist Mastermind der Band Syria, mit der er bereits diverse
Alben und CDs veröffentlicht. Wie auch bei Syria ist die
Musik bei diesem Projekt des Künstlers eine Mischung aus
Gothic, Electro und synthezizerorientierten Klängen, die
einen wohltuenden Klangteppich als Untermalung für die
vorgetragenen rezitativ gesprochenen Texte tragen.
Beklemmend und verstörend, provokativ und nachdenklich
zeigt Dörge uns seine Welt und gleichzeitig eine Reflektion
unserer eigenen Existenz. Mit Texten wie "Tür ins Dunkel",
"Lichter von Paris" oder "Satirische Tänzerin" fühlt man
sich unweigerlich in eine andere Zeit und Welt versetzt,
erlebt gar kaffkaeske Momente und geht bei intensivem
Hören gar eine symbiotische Beziehung auf gedanklicher
Ebene zu dem Künstler ein. Dröge schafft es gekonnt mit
seinen Texten zu fesseln. Wer mehr über Dörge erfahren will, dem sei
seine Textsammlung "Tristana" empfohlen, die
dieser Tage im Apex-Verlag in Zusammenarbeit
mit Radio Etienne erscheint. Das 400 Seiten
umfassende Werk enthält einen Querschnitt der
literarischen Arbeit des Autors von 1988 bis
2004: Lyrik, Prosa und Theater-Experimente
in deutscher Erstveröffentlichung sowie zahlreiche
Texte aus den Büchern "Opera" (1988) und
"Gift" (1993). Wer Christian Dörge einmal live
erleben möchte, dem sei gesagt, dass der Künstler im
Januar 2005 auf grose Lesereise gehen und
auch einige Konzerte darbieten wird. Fazit:
Ein einmaliges Erlebnis für den Geist! |