Explizit Einsam



Explizit Einsam - das ist düsterer melancholischer Darkwave mit Einflüssen von Gothic und Elektronik. Schwarzromantische Texte über Leben, Liebe und Tod sind seit Jahren Bestandteil der Musik von Explizit Einsam. Im Jahr 2004 erschien bei SX Distribution / Icare Media die erste offizielle CD AUF EWIG, nachdem Explizit Einsam zuvor schon mehrere Demos veröffentlicht hatte. Nun erscheint dieses Jahr mit Reflexion:unendlich das neue Album. Hier nun ein Interview mit Andreas J. Ohle, dem Schöpfer von Explizit Einsam.

DH: Andreas, was ist Explizit Einsam

EE: Explizit Einsam ist ein Gothic & Darkwave Projekt, das auf meinem musikalischen Schaffen und Wirken basiert. Seit 1992 bin ich nun bereits musikalisch mit Explizit Einsam aktiv. In der Anfangsphase (1992-1997) erschienen mehrere Demotapes. Meine musikalischen Anfänge basierten auf einfachen elektronischen und monotonen Soundrhytmen mit gesprochenen Texten über Tod und Leben. Später entwickelte sich die Musik stärker in Richtung Darkwave, Gothic und Elektronik. Der Hörer wird bei Explizit Einsam in fremde Welten voller Dunkelheit und Einsamkeit entführt.

DH: Von wem wirst Du bei der Umsetzung Deiner musikalischen und lyrischen Ideen unterstützt?

EE: In den letzten Jahren gab da so einige, die uns dabei geholfen haben, Explizit Einsam Leben einzuhauchen. Dazu gehörten Gastmusiker und Personen, die auf andere Weise tätig waren, oder auch Szeneleute und DJs, die Explizit Einsam geholfen haben bekannter zu werden. Die Unterstützung war und ist uns immer wichtig gewesen und wir sind sehr dankbar dafür.

DH: Wieviele Veröffentlichungen gab es bisher von Euch?

EE: Es gibt bisher zwei professionell produzierte CDs von uns: "Auf Ewig (2004)" und "Reflexion:unendlich (2008)". Das Album "Auf Ewig" war lange Zeit im Handel erhältlich, für die neue CD "Reflexion:unendlich" suchen wir derzeit noch einen neuen Vetriebspartner.

In den Jahren 1997 bis 2002 veröffentlichten wir mehrere CD-R Alben: "Erben des Vergessens (1997)", "Das Elixier (1999)", "Kelch der Trauer (2000)" und die beiden Zusammenstellungen früherer Demotapes "Prolog" und "Im Paradies der verlorenen Tränen".




DH: Warum hat es solange gedauert bis die erste CD von Euch erschienen ist?

EE: Es war ein langer Weg bis zu AUF EWIG. Eigentlich sollte der Vorgänger KELCH DER TRAUER schon als Album erscheinen, aber dies scheiterte leider aus diversen Gründen. Ich denke in mir selbst mußte sich auch erstmal das Selbstbewußtsein dafür aufbauen, eine richtige CD veröffentlichen zu können. Obwohl die Reaktionen auf frührere Veröffentlichungen ja recht positiv waren, war es doch ein gewisses Risiko, ob die neue CD Zustimmung finden wird. Nach den postiven Reaktionen in vielen Magazinen sehe ich jedoch die Sache weit entspannter.

DH: Nun erscheint dieser Tage die neue CD "Reflexion:unendlich". Wieso gab es nach der CD "Auf Ewig" eine Pause von fast vier Jahren bis zu der neuen CD?

EE: Während den Aufnahmen zu der neuen CD Reflexion:unendlich erkrankte ich an den Augen und war längere Zeit praktisch auf einem Auge sogar blind. Dies führte dazu, dass ich kaum mehr an den Instrumenten arbeiten konnte. Aufgrund diverser Therapien gelang es mir gottseidank das Augenlicht wieder herzustellen. Natürlich hat diese Zeit mich sehr geprägt und viele Erlebnisse und Erfahrungen sind in dem neuen Album verarbeitet.

DH: Auf der neuen CD Reflexion:unendlich findet sich ein Song der "Wider den Corpus" heißt. Wovon handelt das Lied?

EE: Dies ist ein Song der direkt aus der beschriebenen Lebenssituation heraus hervorging. Es geht in dem Lied um meinen eigenen Lebenskampf, den Kampf um meine eigene Existenz und das Aufbegehren des Verstandes gegen die eigene körperliche Gebrechlichkeit.

DH: Wie funktioniert bei Euch der Prozess des Songschreibens. Ist die Musik zuerst da oder der Text?

EE: Immer zuerst die Musik! Ich habe in den letzten Jahren zahlreiche Instrumentalstücke komponiert. Die besten und geeignesten wurden später mit Gesangstexten versehen. Der Prozess der Musik- schreibens wie auch der des Textschreibens vollzieht sich immer unter ganz besonderen Bedingungen - in einer besonderen Stimmung oder Atmosphäre. Zwischen Musik und Text können auch Wochen oder gar Monate liegen. Es kommt darauf an, dass am Ende beides zusammenpasst. Meist höre ich mir, bevor ich einen neuen Text schreibe, ältere Aufnahmen an, und mir fallen dann die richtigen Worte ein. Im Fall von Wider den Corpus vollzog sich dieser Prozess jedoch rasend schnell - innerhalb von einer Woche - der Song schrieb sich fast gespenstisch von selber!

DH: Ist der Mensch Andreas Ohle genauso, wie man es von eXplizit einsam erwartet?

EE: Explizit Einsam ist ein Teil von mir, aber nur ein Teil! Der Mensch Andreas Ohle hat noch viele andere Facetten - mitunter kann ich sehr lustig sein. Ursprünglich war Explizit Einsam fast deckungsgleich mit dem, was ich empfunden habe, aber heutzutage hat sich Explizit Einsam zu einer eigenständigen Identität weiterentwickelt - eine Art Theaterrolle, wenn man es so sagen will. Eine Identität, der ich, wenn ich es will neues Leben einhauchen kann, jedoch nur für kurze Zeit. Ich liebe diese Rolle, aber mitunter ist es auch eine Art von Haßliebe, spiegelt es doch immer noch einen Teil meiner Persönlichkeit wieder.

DH: Nach all den Jahren gab es bisher kein Livekonzert von Euch? Werdet Ihr eines Tages live auftreten?

EE: Nach all den Jahren ist dies für uns kein Thema mehr. Es wird von Explizit Einsam keine Livekonzerte geben - auch wenn wir schon in den letzten Monaten einige Anfragen hatten auf Festivals zu spielen oder eine Clubtour mit anderen Bands durchzuführen. Die Musik von Explizit Einsam ist einfach zu persönlich und direkt, als dass sie auf der Bühne adäquat umgesetzt werden könnte. Aber trotzdem gilt auch hier "Never Say Never ...".

DH: Für den Horrorfilm Negrofiles of Gorehound habt ihr einen Song beigesteuert. Plant Ihr in Zukunft weitere Filmmusik zu schreiben?

EE: Dies ist durchaus möglich und wir hatten schon Anfragen, aber das neue Album Reflexion:unendlich hat zuviel Zeit in Anspruch genommen. Vielleicht ergibt sich bald eine neue Möglichkeit. Es macht immer Spass für einen Film Songs zu schreiben.

DH: Auf Eurer Webseite findet sich derzeit die EP Siechend als kostenloses Downloadangebot. Plant Ihr in Zukunft weitere Songs zum freien Download?

EE: Immer wieder bieten wir auf unseren Seiten ganze Alben oder Singles zum kostenlosen Download an. Tatsächlich scheinen die Fans mittlerweile grösseres Interesse an einem solchen Angebot zu haben wie an herkömmlichen Singles oder CDs. Das zeigt, wie wichtig das Internet geworden ist. Wir sind neben unserer Webseite www.expliziteinsam.de auch bei www.mp3.de und bei www.myspace.com/expliziteinsammusic mit einer Seite vertreten. Dort kann man weitere Songs von uns downloaden.



DH: Was sind Eure Pläne für die nächsten Monate?

EE: Dieses Jahr soll es noch ein Video geben - an dem Konzept arbeite ich mit einem sehr guten Freund nun schon seit einer Weile und es soll bald umgesetzt werden. Ansonsten bin ich derzeit mit Remixen zu der aktuellen CD Reflexion:unendlich beschäftigt. Und dann wird erstmal ein wenig Pause gemacht vom Musizieren! Denn schon bald ist Weihnachten! Im neuen Jahr hoffe ich meinen ersten Gedichtband schreiben zu können.

DH: Wir danken Euch für dieses Interview. Eure letzten Worte:

EE: "Sich leidend sterbend selbst ergebend..."